Elektroautos: die wichtigsten Tesla-Modelle von S und 3 bis X und Y

Tesla Model S Elektroauto
© Tesla

Anfangs wurde Tesla belächelt, heute symbolisiert die Marke den Erfolg von Elektroautos. Der Überblick über alle Tesla-Modelle von Model S bis Roadster …

Mit dem Tesla Roadster begann 2008 die Geschichte der Tesla-Elektroautos. Zum ersten Mal wurde ein Elektroauto mit vorzeigbarer Reichweite in Serie produziert. 2250 Sportwagen wurden bis 2012 verkauft, bei einem Kaufpreis von 100.000 Euro war es ohnehin kein Elektroauto für die breite Masse. Doch der Roadster brachte dem Unternehmen genug Geld, weitere Modelle zu entwickeln und Technik und Design zu verbessern, und Elon Musk macht immer wieder mit neuen Projekten von sich reden.

Tesla Model S Elektroauto
Tesla S (© Tesla)

2012 folgte die Sportlimousine Model S, die bereits deutlich günstiger war. Noch besser: Der Tesla S schaffte als erstes Elektroauto eine Reichweite von 500 Kilometern, bevor der Akku wieder aufgeladen werden musste. 2015 und 2016 brachte Tesla das Model X und Model 3 heraus. Auch für die kommenden Jahre sind weitere Elektroautos geplant.

Es gab sogar eine „Billig-Version“ des Tesla S: Der Tesla S 60 wurde mit einem kleineren Akku (60 kWh) angeboten und sollte so durch einen attraktiveren Einstiegspreis punkten. Offenbar kauften die Kunden aber stets den Tesla S (Model S 75) mit dem kräftigeren Akku (75 kWh) – Tesla führt das Model S also weiter.

Der günstigere Einstiegs-Tesla S 60 kann bis voraussichtlich Mitte April 2017 noch bestellt werden. Das ist insofern interessant, als sein Preis unter 60.000 Euro lag und er daher mit Elektroauto-Prämie gekauft werden kann.

Tesla Model S: bis zu 600 Kilometer Reichweite

Während der Tesla Roadster vor allem für Staunen sorgte, läutete das Tesla Model S ab 2009 die Revolution der Elektroautos ein. In Reichweite und Höchstgeschwindigkeit steht das viertürige Model S herkömmlichen Benziner-Autos kaum nach. Je nach Version fährt der Fünfsitzer bis zu 250 km/h schnell und muss erst wieder nach 600 Kilometern aufgeladen werden. An Supercharger-Stromtankstellen dauert das etwa 75 Minuten. Der Hersteller arbeitet daran, schon in naher Zukunft die Ladezeiten auf 10 Minuten zu reduzieren.

Tesla Model S
Model S: 600 km Reichweite für ein Elektroauto – das ist beachtlich. (Foto: © Tesla)

Das Model S gibt es mit Allrand- sowie mit Heckantrieb, es bringt je nach Version starke 306 und 700 PS mit. Ein ausgeklügeltes Radar, mehrere Ultraschall-Sensoren und Kameras ermöglichen ein umfassendes Autopilot-System. Dadurch hält die Limousine selbstständig die Spur, durch Antippen des Blinkers veranlasst der Fahrer den Wagen, die Spur zu wechseln.

Selbst die Geschwindigkeit passt Modell S dem Verkehr an; künftig soll es die Höchstgeschwindigkeit anhand der Straßenschilder erkennen und einhalten. Weitere Features kommen durch Software-Updates regelmäßig dazu. Der Bordcomputer mit großem 17-Zoll-Touchscreen-Display enthält neben einem Navigationssystem auch Internetzugang, einen Kalender und eine HD-Rückfahrkamera.

Übrigens: Auch andere Hersteller bieten ansehnliche Reichweiten: Lies dazu auch den Beitrag Elektroautos im Reichweiten-Vergleich

Mit dem Model S hat der US-Hersteller international den Durchbruch geschafft. Das spiegeln auch die Zahlen wieder: Weltweit hat Tesla schon mehr als 100.000 Exemplare verkauft. Mit Basisausstattung kostet das Model S rund 70.000 Euro; es ist damit etwa doppelt so teuer wie vergleichbare Benziner.

Vom Tesla S gibt es unterschiedliche Modelle. Furore machte das Tesla Model S P85D, der 700 PS auf die Räder bringt und seine Passagiere nach Drücken eines „Insane“-Knopfes wortwörtlich durch die Beschleunigung in die Sitze drückt. Im ökologisch sinnvollen Elektroautos hat das nichts mehr zu tun, aber es zeigt, das Elektroautos „richtige Autos“ sind – keine lahmen Öko-Enten.

2017 soll der Tesla S technisch einige Neuerungen erhalten und auch etwas anders aussehen. Die Lichter werden ersten Gerüchten zufolge komplett auf LED umgestellt, der Akku größer, das Ladesystem soll mehr Strom übertragen können – der Tesla S von 2017 dann auch schneller geladen sein.

Tesla Model X hebt ab: Flügeltüren und vegane Ausstattung

Auf den ersten Blick mag das Model X wie eine Mischung aus Peugeot und BMW aussehen. Doch spätestens, wenn die hinteren Flügeltüren nach oben gleiten, sorgt der SUV für große Augen. Auch an der Ausstattung hat Tesla nicht gespart: Allrad hat die Limousine standardmäßig. Und mit dem Model X bietet der US-Autobauer endlich auch ein echtes Familienauto: Sieben Personen haben bequem Platz.

Tesla Model X
Model X: Ein- und Aussteigen sollte dank der spektakulären Flügeltüren kein Problem sein. (Foto: © Tesla)

Wo bei anderen Autos die Motorhaube ist, versteckt sich hier ein zusätzlicher Kofferraum. An Sportlichkeit mangelt es trotzdem nicht: In 3,1 Sekunden beschleunigt der SUV von 0 auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit liegt je nach Version zwischen 210 km/h und 250 km/h. Das verdankt der E-Flitzer unter anderem seinem aerodynamischen Design. Dies ist auch der Grund, dass der Wagen auf dem Papier eine hervorragende Reichweite von rund 550 Kilometer hat.

Für den Fahrer sorgt eine gigantische Panorama-Windschutzscheibe für noch mehr Fahrspaß. Es ist die größte Windschutzscheibe, die laut Tesla bei Autos verbaut werden. Wie auch das Model S hat Model X einen 17-Zoll-Boardcomputer und einen umfangreichen Autopiloten mit dabei. Erstmals verzichtet Tesla auf Echtleder und setzt bei der Innenausstattung stattdessen auf Synthetik-Leder-Imitate. Mit ca. 100.000 Euro für die Basisvariante ist der SUV aber auch kein Elektroauto für die breite Masse.

Tesla Model 3: das Tesla-Elektroauto wird bezahlbar

Nachdem die ersten Tesla-Autos das Doppelte oder Dreifache von einem vergleichbaren Benziner gekostet haben, soll das Model 3 massentauglich werden. Knapp 40.000 Euro kostet das neuste Elektro-Modell. Damit steht es in direkter Konkurrenz zum Hybrid BMW 3er. Nach Herstellerangaben schafft das Model 3 insgesamt 345 Kilometer, dann muss es aufgeladen werden. Mittels Supercharger-Technologie soll das schon bald nur noch wenige Minuten dauern. In Deutschland gibt es etwa 80 Supercharger-Tankstellen, Tendenz stark steigend.

Der Fünfsitzer beschleunigt zwar nicht so schnell wie das Model X, doch von 0 auf 100 km/h in weniger als 6 Sekunden ist angemessen. Einen zweiten Kofferraum und vollautonomes Fahren sind auch beim Model 3 mit dabei. Ein Special-Feature ist das große Panorama-Glasdach, das es für einen Aufpreis gibt. Bereits vor Beginn der Serienproduktion sind bei Tesla 400.000 Vorbestellungen für das Model 3 eingegangen – das ist Rekord unter den Elektroautos.

Man rechnet damit, dass der Tesla 3 ab Herbst in Deutschland zu haben sein wird.

Tesla Roadster: schneller Sportwagen mit hoher Reichweite

Mit dem Roadster (siehe Bild oben) zeigte Tesla 2008 den großen Automobilkonzernen, dass Elektroautos schon jetzt straßentauglich sind. Stolze 350 Kilometer legt der Roadster mit einer Akkuladung zurück – mehr als viele Elektroautos heute. Der sportliche Zweisitzer ist vor allem etwas für Adrenalin-Junkies: Dank seiner 292 PS beschleunigt der offene Sportflitzer in nur 3,7 Sekunden auf 100 km/h. Einem Elektroauto hatte dies damals keiner zugetraut. Bei durchgedrücktem Gaspedal schafft der Roadster in der Spitze bis zu 210 km/h. Das schnittige Design stammt von der Firma Lotus aus England, die auch die Karosserien produziert hat.

Mit rund 115.000 Euro für die Basisversion war der Roadster allerdings recht teuer. 2012 stellte der Autobauer die Produktion des Roadsters ein und brachte ein neues Modell heraus. Für 2019 hat das Unternehmen aber eine Neuauflage des Klassikers angekündigt: Mit dem Tesla Roadster II kommt ein schnellerer Sportwagen mit noch höherer Reichweite.

Neue Tesla-Modelle bis 2020

Auch in Zukunft will Tesla in Sachen Elektromobilität den Ton angeben und neue Innovationen marktreif machen.

  • Bereits angekündigt ist ein geliftetes Model S (Facelift) für 2017, das mit acht Kameras ausgestattet ist. Damit soll das Elektroauto völlig autonom fahren können.
  • Der Crossover/SUV Model Y folgt frühestens 2018. Zunächst als Weiterentwicklung des Model 3 betrachtet, soll der Tesla Y mit einigen Traditionen brechen. Gerüchten zufolge will das Unternehmen hier ein anderes Batteriesystem etablieren. Zugleich soll die Länge der verwendeten Kabel von etwa 3 Kilometer auf 1,5 Kilometer sinken.

Utopia-Fazit

Für seine Vision von einer Welt, in der vor allem Elektroautos unterwegs sind, ist Tesla lange belächelt worden. Heute gilt das amerikanische Startup aus dem Silicon Valley als das Aushängeschild für erfolgreiche Elektroautos. Dass Tesla vor allem Sportwagen und Limousinen baut, sollte man dem Unternehmen nachsehen: Dafür gebührt der Marke das Verdienst, Elektroautos von der unerwünschten Öko-Nischenidee zum begehrenswerten Lifestyle-Objekt gemacht zu haben. Der futuristische Spirit aus dem Hause Tesla wird außerdem zunehmend bezahlbar, auch ohne die kleinste Version des Tesla Model S. Zu wünschen wäre von dem Unternehmen nun noch ein richtig kleines, bezahlbares und ökologisch sinnvolleres Auto für alle.

Wichtige Beiträge zu dem Thema auf Utopia.de:

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(2) Kommentare

  1. „Mit Basisausstattung kostet das Model S rund 70.000 Euro; es ist damit etwa doppelt so teuer wie vergleichbare Benziner.“ Woher kommt diese Annahme? Ein Auto mit dieser Ausstattung (welches Auto kann selber fahren) und dieser Leistung (von 0 auf 100 in 4,5 Sekunden) kann das um 35.00 Euro? Abgesehen davon muss man die Kostenersparnis (Benzin, wenig bis kein Service, weniger Verschleiss durch elektronische. Bremswirkung, weniger Steuern) auch noch Gegenrechnen. Die Frage lautet also eher: Ab welcher Preisklasse mit herkömmlichen Motoren rechnet sich die Investition in einen Tesla? Und ist die Herstellung der Batterien tatsächlich ökologisch besser in der gesamten Wertschöpfungskette bzw. auch sozial vertretbar (seltene Erden…)?

  2. Es ist zwar etwas schade wenn der S60 eingestellt wird, aber auch irgendwie logisch. Erstens ist der „neue“ S60 eigentliche ein 75er und zweitens war die Neuauflage des S60 wohl extra für den Umweltbonus so auf den Markt gebracht worden.

    Seit Anfang des Jahres fahre ich einen Tesla Model S60 und blogge darüber unter: https://warum-kein-mercedes.de/

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