Video-Tipp: 5 miese Maschen von Nestlé

5 miese Maschen von Nestlé
Foto: CC0 / Pixabay / stevepb

Das Video „Nestlé: 5 miese Maschen" wirft einen kritischen Blick auf den größten Lebensmittelkonzern der Welt. Wir haben die wichtigsten Inhalte für dich zusammengefasst.

Nestlé hat aufgrund diverser Skandale hat bei vielen Verbaucher:innen einen fragwürdigen Ruf. In den letzten Jahren drehten sich die Negativ-Schlagzeilen vor allem um Nestlés Geschäfte mit Trinkwasser. Ein Video des YouTube-Kanals „ZDF besseresser“ zeigt nun weitere kritische Seiten des Konzerns.

Der YouTube-Kanal gehört zum ZDF. Der Sender widmet sich hier hauptsächlich Ernährungsthemen: Was genau steckt in unserem Essen? Wie wird unser Essen hergestellt? Welche Produkte sind empfehlenswert? Begleitet werden die Videos meist von Sternekoch Nelson Müller und Food-Experte Sebastian Lege. Wir haben uns die miesen Maschen von Nestlé aus dem Video einmal genauer angeschaut.

Das Video findest du auf YouTube.

1. Nestlé steckt hinter unzähligen Produkten

Auch Smarties gehören zu Nestlé.
Auch Smarties gehören zu Nestlé.
(Foto: CC0 / Pixabay / PublicDomainPictures)

Aufgrund der angesprochenen Skandale, wollen viele Verbaucher:innen den Konzern nicht mit ihrem Geld unterstützen und Nestlé-Produkte meiden. Doch das ist leichter gesagt als getan. Denn Nestlé steckt nicht nur hinter „klassischen“ Produkten wie Nescafé oder Nesquik, sondern hinter zahlereichen anderen Marken.

Zu Nestle gehören unter anderem:

  • Tiernahrungsmarken wie Felix oder Gourmet
  • Süßigkeiten wie Smarties, KitKat oder Lion
  • vegane und vegetarische Marken, zum Beispiel Garden Gourmet
  • Wassermarken wie Vittel oder Acqua Panna
  • Babynahrung, zum Beispiel Beba

Nestlé-Produkte finden sich also in nahezu allen Bereichen im Supermarkt. Eine gute Übersicht bietet dir unser Ratgeber: Nestlé-Marken: Diese Produkte gehören zum Unternehmen.

2. Verpackungstricks von Nestlé

Viel Luft und wenig Inhalt – zu diesem Motto fällt einem so einiges ein. Ein Beispiel  aus dem Video hat es in sich: Smarties Minis, besser bekannt als Smart Seas. Während die Verpackung früher noch 216 Gramm enthielt, sind es 2021 nur noch 187 Gramm. Dabei bleibt der Preis gleich, was zu einer Preiserhöhung von 15 Prozent führt.

Smarties sind nicht die einzige Süßigkeit, die bei verringerter Größe gleichbleibend teuer ist. Die Verbraucherzentrale Hamburg will auf dieses Problem mit ihrer Mogelpackungsliste aufmerksam machen. Im Mai 2021 ging diese Auszeichnung u.a. an mehrere Süßigkeiten von Nestlé. Neben den Smart Seas zählen dazu Lion Sammelpack, Lion Minis, Kitkat Sammelpack und Kitkat Minis.

Darüber hinaus gibt es noch weitere Probleme mit der Verpackung. 98 Prozent der Nestlé-Produkte kommen laut Video als Einwegprodukte daher. Diese sind besonders problematisch, weil sie in Ländern mit unzureichender Infrastruktur häufig auf Mülldeponien entsorgt und verbrannt werden. Das ist umweltschädlich und bringt schlechte Arbeits- und Lebensbedingungen für Arbeiter:innen und Anwohner:innen mit sich.

2017 fand Greenpeace beispielsweise in einer Auswertung des Mülls auf den Philippinen heraus, dass 17 Prozent des untersuchten Plastikmülls allein von Nestlé stammen.

3. Die "Nestlé Health Science"-GmbH

Laut einem internen Dokument betrachtet Nestlé selbst eine Vielzahl der eigenen Produkte als ungesund.
Laut einem internen Dokument betrachtet Nestlé selbst eine Vielzahl der eigenen Produkte als ungesund.
(Foto: CC0 / Pixabay / stevepb)

Ein großer Konzern hat Verantwortung. Um dieser Erwartungshaltung gerecht zu werden, erschuf Nestlé die „Nestlé Health Science“-GmbH. Diese wirbt damit, ein Portfolio an „wissenschaftlich fundierten Marken für die Verbrauchergesundheit, medizinische Ernährung und Nahrungsergänzungsmittel“ anzubieten.

Laut Nestlé liegt der Zweck von Nestlé Health Science darin, die Lebensqualität und Gesundheit der Verbraucher:innen zu verbessern. Diese Haltung steht im krassen Widerspruch zu einer Nachricht aus dem Juni 2021: Internes Dokument: Nestlé stuft über die Hälfte seiner Produkte als ungesund ein.

Das Video der ZDF besseresser zeigt anhand eines konkreten Beispiels, wie Nestlé diesbezüglich Verbraucher:innen Ernährungsbewusstsein vorgaukelt. Maggie Spargelsuppe hat nach der Überarbeitung der Rezeptur nun zwar elf Prozent weniger Salz, dafür aber 93 Prozent mehr Fett und 200 Prozent mehr Zucker. Gesundheitsbewusstsein sieht anders aus.

4. Die Arbeitsbedingungen

273.000 Mitarbeiter:innen arbeiten für Nestlé. Nimmt der Konzern die große einhergehende Verantwortung wahr? Auch hier antwortet das Video mit Kritik. So habe sich 2019 im russischen Sankt Petersburg folgender Vorfall ereignet:

Damals soll der Konzern um die 300 Mitarbeiter:innen eingesperrt haben, um sie so dazu zu bringen, eine einvernehmliche Kündigung zu unterschreiben. Das bestätigt auch die Gewerkschaft für Nahrung, Genuss und Gaststätten (NGG). Nur durch das Fehlen einer Gewerkschaft in Russland war dieses Verhalten überhaupt möglich. Noch mehr Kritik an Arbeitsbedingungen erfährst du hier: Palmöl-Report: Nestlé bezieht Palmöl aus Kinderarbeit.

5. Die Wassermasche

Nestlé packt Trinkwasser in Plastikflaschen, um sie dann zu verkaufen - zum Beispiel für die Marke Vittel.
Nestlé packt Trinkwasser in Plastikflaschen, um sie dann zu verkaufen – zum Beispiel für die Marke Vittel.
(Foto: CC0 / Pixabay / congerdesign)

Nestlés Trinkwasserpolitik thematisiert das Video ebenfalls.  Nach dem Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) pumpt Nestlé in Vittel in Frankreich pro Jahr drei Milliarden Liter Wasser ab. Das führt zu einem sinkenden Grundwasserspiegel von 30 Zentimetern im Jahr, wie das Fernsehmagazin Frontal 21 berichtet. Das wiederum führt zu einer zunehmenden Trockenheit, was vor allem Landwirten in der Region zu schaffen macht. Lies dazu unseren Artikel: Wegen Nestlé: Den Bewohnern von Vittel wird das Wasser knapp.

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