Warnweste beim Fahrradfahren: Das solltest du wissen

Foto: CC0 Public Domain / Unsplash - Dmytro Samsonov

Wir verraten dir alles, was du zum Thema „Warnweste“ beim Fahrrad fahren wissen musst: Ob sie Pflicht ist, ob sie die Unfallgefahr verringert und was du beim Kauf beachten solltest.

In Deutschland ist eine Warnweste nicht verpflichtend

2018 starben in Deutschland 445 Fahrradfahrer*innen bei Unfällen im Straßenverkehr, im Vorjahr waren es 382. Damit die Sterberate für Radfahrer*innen sinkt, debattierte die deutsche Bundesregierung immer wieder darüber, ob eine Helm- oder Warnwestenpflicht für Radfahrer*innen beschlossen werden sollte. Beides ist aber bis heute in Deutschland keine Pflicht.

In anderen europäischen Nachbarländern sieht das anders aus. Dort ist es beispielsweise nachts bei schlechter Sicht Pflicht, eine Warnweste zu tragen. Zu diesen Ländern gehören unter anderem Frankreich, Italien, Spanien, Litauen und Ungarn.

Das bringt eine Warnweste beim Fahrradfahren

Wenn es dunkel ist, bist du als Fahrradfahrer*in schlecht zu erkennen.
Wenn es dunkel ist, bist du als Fahrradfahrer*in schlecht zu erkennen.
(Foto: CC0 / Pixabay / holdosi)

Indem du als Radfahrer*in eine Warnweste trägst, bist du sichtbarer im Straßenverkehr unterwegs. Das gilt besonders in der Dunkelheit oder bei schlechten Wetterverhältnissen. 

Jedoch ist damit nicht bestätigt, dass dein Unfallrisiko sinkt. In Großbritannien wurde dazu eine Untersuchung durchgeführt. Die Ergebnisse waren erschreckend: Während Autofahrer*innen etwa 4 Prozent der Fußgänger*innen übersehen, nehmen Autofahrer*innen 22 Prozent der Radfahrer*innen nicht wahr. Oft entstehen nämlich Unfälle, weil der Fahrer/ die Fahrerin im Auto in die falsche Richtung schaut, abgelenkt ist oder sich auf ein Telefonat konzentriert. Wenn dadurch ein Unfall passiert, kann eine Warnweste letztendlich nichts ausrichten. 

Außerdem überholen viele Autofahrer*innen Fahrradfahrer*innen zu nah und halten damit nicht den Sicherheitsabstand von 1,5 Metern zum Fahrrad ein. Eine Warnweste trage dabei nur wenige Zentimeter zugunsten des Sicherheitsabstands bei.

Darauf solltest du beim Kauf einer Warnweste achten

Es gibt deutsche wie auch europäische Normen für Warnwesten.
Es gibt deutsche wie auch europäische Normen für Warnwesten.
(Foto: CC0 Public Domain / Unsplash - ev)
  • Da du deine Warnweste als letztes „Kleidungsstück“ anziehst, achte darauf, dass sie groß und weit genug ist. Du solltest darunter eine Winterjacke oder einen dicken Pullover tragen können.
  • Zudem bietet sich eine Warnweste mit Klettverschluss an. So kannst du die Warnweste einfach öffnen und schließen.
  • Nur durch Licht strahlt die Warnweste in der Dunkelheit. Deshalb ist es wichtig, dass die Warnweste auch Streifen besitzt, damit sie auch in einer sehr dunklen Umgebung etwas leuchtet. Orientiere dich beim Kauf einer Warnweste an der deutschen (DIN EN 471:2003+A1:2007) oder an der europäischen Norm (EN ISO 20471:2013).
  • Im Laufe der Zeit und nach mehreren Waschgängen kann sich die Warnweste abnutzen und ihre reflektierende Wirkung verlieren. Ersetze sie darum regelmäßig.
  • Auch für Kinder ist eine Warnweste ideal für den Schulweg sein, damit sie von anderen Verkehrsteilnehmer*innen wahrgenommen werden.
  • Praktisch: Kaufe dir eine Satteltasche, in der du die Warnweste verstauen kannst. Dann hast du sie immer griffbereit an deinem Fahrrad.
  • Beachte, dass eine Warnweste nur eine Ergänzung ist zu einem verkehrssicherem Fahrrad mit einer Fahrradbeleuchtung ist. 

Weitere Tipps, um das Unfallrisiko zu senken

Wir haben einige Tipps, wie du als Radfahrer*in das Unfallrisiko senken kannst.
Wir haben einige Tipps, wie du als Radfahrer*in das Unfallrisiko senken kannst.
(Foto: CC0 / Pixabay / Alexas_Fotos)
  1. Versuche, im Straßenverkehr mit deinem Fahrrad aufzufallen. Achte auf helle Kleidung, eine gute Beleuchtung und Reflektoren. Trage eine Warnweste in der Dämmerung, in der Nacht oder auch im Winter, um sichtbar im Straßenverkehr zu sein.
  2. Trage einen Helm beim Fahrradfahren. Dieser kann dir beim Sturz das Leben retten.
  3. Fahre defensiv und vorausschauend Fahrrad. Rechne damit, dass dich ein*e Autofahrer*in vielleicht nicht erkennen oder einen Fehler machen könnte.

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(3) Kommentare

  1. Habt ihr beim ADAC und der Polizei abgeschrieben?
    Der Artikel ist 1A Victimblaming und einfach nur peinlich.
    Wenn ich als Fahrradfahrer nicht gesehen werde liegt das nicht daran, dass ich keine Warnweste trage, sondern weil der Autofahrer ungeeignet ist ein KFZ zu führen.
    Verkehrteilnehmer müssen den Sicht- und Witterungsbedingungen entsprechend angepasst fahren (nicht gekleidet sein!), das heißt dass ein Radfahrer oder Fußgänger auch gesehen wird, wenn entsprechend gefahren wird. Warnwesten lösen nicht das Problen, im Gegenteil, Sie bestärken Autofahrer in ihrem rücksichtslosen Fahrstil, denn es sind ja die Fahrradfahrer, die entsprechend der Helm- und Warnwestenlogik, dafür Sorgen müssen, dass sie von Autofahrern erkannt werden. Und ginge es nach den Unfallstatistiken, müssten Autofahrer die Helme tragen, um Kopfverletzungen vorzubeugen.

    Bitte tut euch den gefallen und löscht diesen unsäglichen Beitrag, der mit dem Blick durch die Windschutzscheibe verfasst wurde.

  2. Ich bin selbst Radfahrer und hin und wieder Autofahrer und spreche mich klar für eine Warnwestenpflicht und Helmpflicht für Radfahrer aus. Insbesondere bei schlechten Witterungsverhältnissen fühle ich mich als Radfahrer sicherer und habe das subjektive Gefühl besser wargenommen zu werden. Es gibt immer schlecht beleuchtete Nebenstraßen und bei Regen Spiegelungen bei denen eine einfache Fahrradbeleuchtung übersehen werden kann. Ich kreide das keinem Autofahrer an. Eine Warnweste hilft allen am Straßenverkehr beteiligten Personen besser wargenommen zu werden. Der Helm schütz zudem die empfindlichste Stelle für Radfahrer, den Kopf. Und ganz ehrlich, es gibt auch unter den Radfahrern viele Idioten, welche bei schlechten Verhältnissen auch noch ohne Licht fahren. Eine Katastrophe für Autofahrer auch bei Tempo 30 oder weniger. Ich fahre immer mit Helm und ziehe die Warnweste über, wenn es dunkel ist. Da geht bei mir Sicherheit vor Schönheit auf dem Rad. Warnwesten bieten darüber hinaus eine wunderbare Werbefläche und können von Unternehmen präventiv als Werbeartikel verteilt werden. Das hilft dem Firmenimage 🙂 Wer daran Interesse hat, findet diese hier https://www.adizz.de/de/Freizeit-Reisen-Haushalt/Autozubehoer/Auto-Pannenzubehoer

  3. Nach dieser Logik müssten auch Autos grundsätzlich in Hellen Farben lackiert sein. Wenn du dich sicherer fühlst mit einer Weste, bitte zieh sie an, aber niemand sollte dazu verpflichtet werden. Ziel einer zukunftsorientierten Verkehrspolitik darf es nicht sein, umweltfreundliche Verkehrsteilnehmer durch unnötige Maßnahmen zu gängeln, sondern die Gegebenheiten so zu verändern, dass diese per se maximal sicher sind.
    Warnwesten- und Helmpflicht machen Radfahren unattaktiv.
    Abbiegeassisten, Geschwindigkeitsbeschränkungen (z.B. 30 innerorts), Kontrollen zur Einhaltung des Mindestüberholabstandes, Autofreie Fahrradrouten, Sichere und großzügige Radinfrastruktur, etc. machen das Radfahren sicherer und attraktiver.

    Mit einer Helm- und Warnwestenpflicht wird die politische Verantwortung und die Sorgfaltspflicht der Autofahrer für die Sicherheit von Radfahrenden auf die Radfahrenden abgeschoben, deshalb auch Victimblaming. Das Argument, dass die richtige Kleidung davor schütze, Opfer von Gewalt zu werden, kennt man aus den Diskussionen um sexuelle Gewalt. Genauso schwachsinnig ist die Forderung im Kontext der motorisierten Gewalt gegenüber Radfahrenden (und auch zu Fuß gehenden). Wenn die Straße nicht sicher ist, ändert Kleidung daran nichts.

    Und Idioten gibt es überall, im Radverkehr genauso wie im motorisierten Verkehr, das hat mit dem Verkehrsmittel überhaupt gar nichts zu tun, mit dem einzigen Unterschied, dass ein idiotischer Radfahrender im Wesentlichen sich selbst gefährdet, ein Idiot im Auto aber ein potentiell tödliches Werkzeug bedient.

    Und nebenbei, was an Werbung so toll ist, weiß ich auch nicht.