Utopia Image

Warum wird Laub eigentlich bunt?

Foto: CC0 / Pixabay / cocoparisienne

Dass Laub bunt wird, können wir jedes Jahr aufs Neue bestaunen. Der Wald erstrahlt dann in Orange, Rot und Gelb. Für den Baum ist das Verfärben dabei ein wichtiger Prozess, um sich auf den kalten Winter vorzubereiten.

Meist können wir ab etwa Ende September beobachten, wie sich das Laub der Bäume in strahlend bunte Herbsttöne verfärbt. Die Bäume entziehen den Blättern ihren grünen Farbstoff, um sich auf die kalte Jahreszeit vorzubereiten. Und auch nach dem Blattfall ist das Laub noch eine wertvolle Ressource für Wald und Garten.

In welchem Prozess sich das Laub verfärbt, was das für den Baum bedeutet und wie du Laub am besten verwertest, erfährst du hier.

Laub wird bunt: Der Vorgang

Dass Blätter für einen Großteil des Jahres grün sind, hängt mit der Verarbeitung des Sonnenlichtes zusammen. Bäume betreiben Photosynthese. Dabei fangen sie Sonnenlicht auf und wandeln die Sonnenenergie in Stärke um. Das ist die Lebensenergie für den Baum. 

Der Farbstoff Chlorophyll ist dazu da, um die grünen Anteile des Sonnenlichtes zu reflektieren. Die anderen Lichtanteile werden absorbiert und zu Stärke beziehungsweise Energie umgewandelt. Deshalb sind die Blätter der meisten Pflanzen im Sommer saftig grün.

Neben Chlorophyll gibt es noch weitere Farbanteile in den Blättern. Das sind Karotine (orange), Anthozyane (rot) und Xanthophylle (gelb). Im Sommer überlagert das grüne Chlorophyll die anderen Farbanteile in den Blättern jedoch meist vollständig.

Das ändert sich mit der Witterung im Herbst. Diese Faktoren ändern sich:

  • Die Sonneneinstrahlung wird schwächer.
  • Die Tage werden kürzer. 
  • Die Temperaturen sinken. 

Die herbstliche Witterung ist für den Baum das Signal, sich auf den Winter vorzubereiten. Die Photosynthese-Rate sinkt. Die Pflanzen benötigen deshalb also weniger grünes Chlorophyll. Die Laubbäume entziehen den grünen Farbstoff nun den Blättern und leiten ihn in die Wurzeln. So geht er später beim Blattfall nicht verloren.

Sobald das grüne Chlorophyll weg ist, stechen die anderen Farbstoffe hervor. Das Laub wird bunt und erstrahlt orange, rot und gelb. Braun werden die Blätter erst, wenn sie endgültig absterben. 

Laub wird bunt: Der Blattfall beginnt

Dass Laub bunt wird, hängt mit der veränderten Photosynthese-Rate der Bäume im Herbst zusammen.
(Foto: CC0 / Pixabay / Hans)

Nachdem sich das Laub bunt verfärbt hat, beginnt der Prozess des Blattfalls. Der Deutsche Wetterdienst erklärt, dass der Baum im Herbst den Blättern nicht nur den grünen Farbstoff Chlorophyll entzieht. Mit ihm holt der Baum auch alle wichtigen Nährstoffe aus den Blättern. 

Nachdem der Baum die Nährstoffe anderweitig gespeichert hat, bildet sich ein Trenngewebe zwischen Blattstiel und Ast. Die Zellen der Trennwand verschleimen sich laut Angaben des NABU und lösen sich durch Abrundung voneinander ab. Dann genügt das Eigengewichtes des Blattes oder ein Windstoß, um das Blatt vom Baum fallen zu lassen. Der Baum verschließt den Blattstiel mit einem Gewebe aus Kork, sodass keine Schädlinge eindringen können. 

Das sind die Vorteile für den Baum

Das bunte Laub fällt im Herbst vom Baum und bietet ihm an den Wurzeln Frostschutz.
(Foto: CC0 / Pixabay / Waldrebell)

Dass sich Laub bunt verfärbt und anschließend zu Boden fällt, hat viele Vorteile für den Baum. Hauptsächlich dient der Prozess als Schutzmechanismus für die kalte Jahreszeit. 

So profitiert der Baum von dem Vorgang:

  • Mit dem Blattfall kann der Baum Giftstoffe entsorgen. 
  • Ohne Blätter hat der Baum eine geringere Oberfläche und kann eine schwere Schneelast im Winter besser aushalten, ohne dass Äste wegbrechen.
  • Im Frühjahr kommt mehr Sonnenlicht durch die kahlen Äste an den Boden. Das erleichtert jungen Knospen das Wachstum. 
  • Bäume verlieren durch Verdunstung viel Wasser über die Blätter. Im Winter bei Bodenfrost können die Wurzeln von unten jedoch keinen Nachschub mehr holen. Indem sie die Nährstoffe aus den Blättern zeihen und diese fallen lassen, richten sie sich ihren eigenen Winterschutz vor Verdunstung und Nährstoffmangel ein. 

Buntes Laub: Jetzt beginnt der Herbst

Mit dem bunten Laub beginnt der phänologische Herbst.
(Foto: CC0 / Pixabay / PublicDomainPictures)

Der Deutsche Wetterdienst erläutert, dass das bunte Laub der Bäume den Beginn vom sogenannten Vollherbst definiert. In der Phänologie richten sich die Jahreszeiten nach den für sie typischen Entwicklungsstadien der Pflanzenwelt. Die Phänologie bezeichnet dabei die Lehre von „wiederkehrenden Wachstums- und Entwicklungserscheinungen“ in der Natur.

Nach phänologischer Sicht entwickelt sich der Herbst wie folgt:

  • Vollherbst beginnt, sobald Laubbäume wie Rotbuche, Kastanie und Esche ihr Laub bunt färben. 
  • Spätherbst ist durch dem Blattfall dieser Bäume definiert. Damit einher geht meist die Laubfärbung der Stiel-Eiche. 

Nach dem Blattfall sind die Blätter jedoch nicht verloren. Der vermeintliche Grünabfall ist eine wertvolle Ressource für die Natur und auch für unsere Gartenarbeit.

Laub verwenden: Wertvolle Tipps

Herbstlaub kannst du im Garten oder als Deko weiterverwenden.
(Foto: CC0 / Pixabay / KaiPilger)

Das bunte Laub sieht zunächst schön am Baum aus und liegt dann am Boden auf Straßen, Wegen und in Gärten. Der NABU empfiehlt das Laub liegen zu lassen, um Tiere und Ökosystem zu schützen. Außerdem kannst du das Herbstlaub sinnvoll nutzen

Reche das Laub dafür in deinem Garten zusammen und verwerte es dann vielseitig weiter: 

  • Nutze Laub als Frostschutz. Bei Minusgraden können die vertrockneten Blätter deine Pflanzen im Garten wärmen und vor Frostschäden bewahren. Lies dazu mehr unter: Mulchen: Material, Tipps und mögliche Risiken
  • Mit dem Laub als Mulch erhältst du gleichzeitig einen natürlichen Dünger. Die Nährstoffe aus dem Herbstlaub gehen beim Verrotten der Blätter in den Boden über. Achtung bei Eichenlaub: Das musst du beim Kompostieren und Entsorgen beachten
  • Verwende das Laub als Füllmaterial für deinen Kompost. Zusammen mit Küchenabfällen und anderem organischen Material kannst du so fruchtbaren Dünger und Gartenerde herstellen. In einem weiteren Artikel erfährst du, wie du deinen eigenen Kompost anlegst.
  • Biete Tieren einen Lebensraum. Das Laub ist ein hervorragendes Winterquartier für Kleintiere wie Igel und Marienkäfer. Reche dazu einen Haufen Laub zusammen und lasse ihn in einer windgeschützten Ecke des Gartens liegen.
  • Nicht zuletzt kannst du getrocknete Blätter auch als Bastelmaterial für verschiedene Herbstdekorationen nutzen. Mehr dazu erfährst du hier: Basteln mit Blättern: 3 Ideen für den Herbst

Dieser Artikel wurde mit Material der dpa verfasst. 

Weiterlesen auf utopia.de:

** mit ** markierte oder orange unterstrichene Links zu Bezugsquellen sind teilweise Partner-Links: Wenn ihr hier kauft, unterstützt ihr aktiv Utopia.de, denn wir erhalten dann einen kleinen Teil vom Verkaufserlös. Mehr Infos.

Gefällt dir dieser Beitrag?

Vielen Dank für deine Stimme!

Schlagwörter: