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Laubbläser und -sauger sind nicht nur laut, sondern auch gefährlich

Foto: CC0 Public Domain / Wikimedia Commons

Es ist Herbst, die Blätter fallen von den Bäumen und in Straßen und Parks sind jetzt wieder Menschen mit Laubbläsern unterwegs. Die Geräte sind nervtötend, laut und stinken – und sie richten großen Schaden an.

Laubrechen ist anstrengend und nervig, viel schneller wird man die vielen Blätter mit einem Laubbläser los. Das Gerät bläst Laub mit einer Luftgeschwindigkeit von bis zu 220 Stundenkilometern zu Häufen zusammen, die sich dann aufgesammeln lassen. Sogenannte „Laubsauger“ können noch mehr: Sie saugen die Blätter ähnlich wie ein Staubsauger auf.

Solche Geräte kommen vor allem in größeren Wohnanlagen und an öffentlichen Plätzen wie Parks oder Straßen zum Einsatz. Der große Vorteil: Laubbläser sind effizient – einen ganzen Park mit klassischen Gartengeräten von Laub zu befreien dauert länger und braucht mehr Arbeitskräfte. Städte und Kommunen sparen also Personalkosten, wenn sie Laubbläser nutzen. Für die Umwelt sind die Maschinen jedoch eine Gefahr.

Tierschutz-Problem: Laubsauger schreddern Insekten

Das Problem: Die Geräte blasen nicht nur Blätter weg, sondern auch Würmer, Insekten, andere Kleintiere und Pflanzensamen. Besonders kritisch sind die Laubsauger. In ihrem Inneren schreddern und häckseln sie das Laub – und mit ihm die aufgesaugten Tiere und Insekten. In Anbetracht des drastischen Insektensterbens der vergangenen Jahre können wir uns das nicht erlauben.

Außerdem wirbeln Laubbläser und -sauger auch die oberste Erdschicht des Bodens, Äste und andere lose Pflanzenteile, Nüsse und Ähnliches auf. Damit geht Lebensraum und Nahrung für viele kleine Lebewesen verloren.

„Wenn Blätter und Äste nicht mehr auf dem Boden verrotten, bilden sich weder Humus noch Nährstoffe. Am Boden lebenden Kleintiere wie Würmer, Insekten, Spinnen und Kleinsäuger verlieren so Nahrung und Lebensraum. Und der Boden wird einer Deck-Schicht beraubt, die ihn vor Austrocknung und bei extremer Kälte schützt“,

warnt der BUND.

Gesundheitsschädliche Abgase

Auch für uns Menschen sind die Laubbläser bedenklich. Viele Geräte haben noch immer einen Verbrennungsmotor, auch wenn es inzwischen Modelle mit Elektromotor gibt. Laubbläser mit Verbrennungsmotoren stoßen Abgase wie Kohlenwasserstoffe, Stickoxide und Kohlenmonoxid aus. Sie tragen zur Luftverschmutzung bei und sind für unsere Gesundheit schädlich.

Außerdem machen Laubbläser und -sauger sehr viel Lärm: Laut BUND haben sie oft einen Schallpegel von über 100 Dezibel – das sei etwa so laut wie ein Presslufthammer. Das ist eine Belastung für denjenigen, der das Gerät bedient, sowie für alle, die sich in seiner Nähe befinden – Menschen und Tiere.

Auf Laubbläser besser verzichten

„Bis auf Bequemlichkeit bringen Laubbläser und Laubsauger also nur Nachteile mit sich“, schreibt der BUND. Während auf großen öffentlichen Flächen zumindest die Gründe für den Einsatz von Laubbläsern noch nachvollziehbar sein mögen, gibt es im Privaten wirklich keine Notwendigkeit dafür.

Auch wenn es etwas mehr Arbeit macht, daher der dringende Rat: Lieber zu Rechen und Harke greifen. Sie verursachen keinen Lärm, keine schädlichen Abgase und tun auch der Natur nicht weh.

Der WWF rät: Laub im Garten am besten einfach liegen lassen: „Herbstlaub ist der beste Dünger fürs nächste Frühjahr.“ Nur Laub auf den Gehwegen muss weg, damit niemand darauf ausrutscht. Dafür braucht es aber keinen Laubbläser.

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(9) Kommentare

  1. Vielleicht sollte auch mal der Anteil untersucht werden, den diese Dinger an der örtlichen Feinstaubbelastung haben. Wer schon mal, gerade bei Trockenheit, deren Anwendung beobachtet hat, weiß wovon ich rede.
    Ich bin schon seit mindestens 20 Jahren der Ansicht, dass dieses Dreckszeug verboten gehört.

  2. Wetten, daß es im Winter die Schneefräsen und das Streugut ist, was als umweltschädlich verteufelt wird? Und im nächsten Sommer dann der Rasenmäher?
    Man kann es auch übertreiben …

  3. Ich finde es nicht übertrieben, als Privater auf die schrecklichen Laubbläser zu verzichten; bei vielen Bürgern muss aber alles immer peinlich „sauber“ sein, ob dabei Lärm, Gestank entsteht und ob es umweltfreundlich ist, ist dann zweitrangig. Ich fand den Artikel lehrreich, obwohl ich so ein idiotisches Gerät nie benutzen würde 😛 Und betreffend Streugut und Rasenmäher: es muss ja nicht Salz sein und der Rasen muss nicht überall auf 2 mm getrimmt sein … man kann es auch übertreiben ;-)))))

  4. Das mit dem 2 mm Rasenlänge wäre dann in die andere Richtung übertrieben. Man kann eben alles in zwei Richtungen machen – auch (und gerade) die Übertreibung.

  5. meine Spielwiese ist etwa ein halber Hektar, seit 1983 ohne Chemieeinsatz. Einmal Jährlich hoch gemäht. Meine Kinder, als sie klein waren, spielten in den „Hohen Gräsern“ über die sie nicht blicken konnten und mein Nachbar meinte damals, ich sollte das Unkraut doch „mal ein bisschen“ kürzen. Heute sagt er, es wären zu viele Bäume da.
    Egal, die Vögel sind glücklich. Im Winter gibt es Futter und im Sommer nehmen sie es nicht an, ich hab es angeboten – scheinbar finden sie genug Insekten. Klar, Versailles ist das nicht, eher Amazonas. Muss ein Baum gefällt werden, bleibt der Stumpf stehen, da freuen sich die Würmer. Altholz kommt auf Haufen, Grasschnitt und Blätter drüber, erst ein Lebensraum für Igel, Mäuschen, Käfer, Würmer & Co, später ein feiner Humus.
    Herr Amsel, derselbe, der mit seiner Frau im August um 5 Uhr morgens ein Bad im Ihnen reservierten Topfuntersetzer nahm, stocherte vorhin unter dem Laub nach Futter, es regnet gerade sehr viel, da liegen Regenwürmer.

    Bloss nicht zu ordentlich sein, die Natur mag das garnicht !

  6. Hatte vor zwei Wochen einen städtischen Arbeiter gesehen, der mit dem stinkenden und knatternden Teil ständig gegen den Wind blies und immer wieder von vorn anfing. Überflüssiges Teil für strunzdoofe Nutzer. Und ich dachte, so etwas gäbe es nur im Film, z.B. „Er ist wieder da“: Die Szene mit einem derart strunzdoofen Nutzer, während „därr Fööhrrärr“ lobt: „Scheinbarr eine sännloose Arrbeit. Aber sährr loobenswäährrt die Onbeirrtheit ond Ausdauer, mit därr ärr dähm Befäähl zomm Blasen onbedännggt gähorrcht.“

  7. Schließe mich der mehrheitlichen Meinung hier an.
    Egal ob ohrenbetäubende Laubbläser für Taube, stinkende Rasentraktoren für adipöse Fusskranke oder Mähroboter-Gadgets für die Hightech-Nerds, vielen Menschen fehlt heutzutage gesunde Bewegung.
    Folge: Volkskrankheit Rücken, Übergewicht, körperlicher und geistiger Abbau.
    Aber anstatt sich mit nützlichen Arbeiten fit zu halten, gibt man viel Geld aus für teure Fitnesskurse, unnütze Gartengeräte und sonstige Maschinen, die für uns die ganze Arbeit machen sollen. Oder man pfeift einfach ganz auf Fitness und belastet stattdessen unser Gesundheitssystem und holt sich noch einen SUV als „notwendige“ Gehhilfe.

  8. Ich schliesse mich nicht an. Ich wohne am Naturgebiet wo tout Ruhrpott am Wochendende sein Oldtimer, Pskarre und Moped auf Sprittour geht. Nebenbei werden dan noch dutzende nachhaltige Segelflieger angezogen.

    Meistens so nutzlos wie Laubbläser, ich habe meine aber Akkubetrieben von Makita wie auch mein Kettensäge, Heckenschere und Rasenmäher. Aufladen macht meistens nur der Sonne. Auch sollte ich wegen Parasiten vom Kastanie 1x pro Jahr das Laub sammelen.

    Meine alte Ente hätte ich 3 Jahre auf Ethanol(E85) das wäre jedenfalls eine Lösung, 90% nachhaltige Diesel kauft man in NL schon am normale Tankstelle. Hier ist es anscheinend nicht gewollt…(Und Biosprit komt nur noch aus Abfall) Pofi Laubbläser werden auch von Biosprit betrieben.

    Ich bin schon einverstanden das ein Laubbläser nicht sehr nützlich sind. Ich habe den beim Lem-abbau von mein Fachwerkhaus benutzt und fand das sehr hilfreich 🙂