Weihnachten ohne Stress: 12 Minimalismus-Tipps

Foto: CC0 Public Domain / Pixabay – tookapic

Die Jagd auf Geschenke ist bereits in vollem Gange, die Suche nach dem perfekten Weihnachtsbaum hat begonnen, die Vorbereitung der alljährlichen Konsumorgie läuft? Stopp! Weihnachten geht auch ohne Stress. Hier sind 12 Ideen für mehr Minimalismus an Weihnachten.

Die Adventszeit könnte eigentlich eine besinnliche, gemütliche und fröhliche Zeit sein. Das Jahresende naht, es ist Winter, wird früh dunkel, man freut sich auf die freien Tage. Und alles könnte eigentlich ein bisschen langsamer gehen als sonst. Aber meistens ist das Gegenteil wahr: Vorweihnachtszeit bedeutet Stress.

Denn wir „müssen“ unbedingt für alle Freunde und Verwandte passende Geschenke kaufen und dekorativ verpacken, Weihnachtskarten verschicken, das Haus weihnachtlich dekorieren, mindestens zehn verschiedene Sorten Plätzchen backen, Lebkuchen und Stollen auf Vorrat kaufen, uns durch Weihnachtsmärkte quetschen, möglichst viel Glühwein trinken, uns auf Weihnachtsfeiern blicken lassen, einen gerade gewachsenen und nicht zu buschigen Christbaum besorgen und aufstellen, den Weihnachtsbraten kaufen und mit mindestens fünf Beilagen zubereiten, traditionelle Weihnachtslieder singen, uns über Geschenke freuen… und dann sind wir froh, wenn alles wieder vorbei ist.

Weihnachten geht auch ohne Stress

In Wahrheit müssen wir natürlich nichts von alledem. Wir können uns ganz einfach entscheiden, beim weihnachtlichen Konsumrausch und Kollektivstress nicht mitzumachen.

Wer das ganze Jahr über bewusst konsumiert, kann das auch an Weihnachten! Nicht jedem, den du kennst, musst du etwas schenken. Kitschige Weihnachtsdeko und energiefressende Lichterketten braucht kein Mensch. Einen Weihnachtsbaum aus dem Baumarkt und einen Gänsebraten an Heiligabend auch nicht. Wer es schafft, sich von der (nicht zuletzt durch die Werbung erzeugten) Vorstellung des perfekten Weihnachtsabends zu befreien, kann die Weihnachtszeit tatsächlich genießen.

1. Verschenke Selbstgemachtes

An alle, die keine Lust mehr auf teure, stressige Shoppingtouren haben: Weihnachten geht auch ohne Konsumwahn. Den Menschen, denen du wirklich gerne etwas schenken willst – und wenn du ganz ehrlich bist, sind das gar nicht so viele – machst du mit selbst gemachten Kleinigkeiten eine Freude. Das ist persönlich und setzt gleichzeitig ein Zeichen gegen überflüssigen Konsum.

Geschenk
Selbst gemachte Geschenke sind persönlich und setzen gleichzeitig ein Zeichen gegen den Konsumwahn. (Foto: CCO Public Domain / Pixabay / rawpixel)

Tipp: Am wenigsten Stress hast du, wenn du deine Weihnachtsgeschenke sozusagen in Serie produzierst und das Gleiche an mehrere Personen verschenkst – das geht zum Beispiel gut mit Geschenken aus der Küche wie etwa Marmelade, Brotaufstrichen oder Plätzchen, aber auch mit selbst gemachtem Schmuck oder Pflegeprodukten wie Peelings oder Lippenbalsam.

Hier findest du noch mehr Ideen: Die schönsten Weihnachtgeschenke einfach selber machen!

2. Schenke zu Weihnachten Zeit

Noch minimalistischer als selbstgemachte Geschenke – und oft noch persönlicher – ist es, gemeinsame Erlebnisse zu verschenken. Denn Zeit ist für die meisten von uns das Wertvollste, was wir haben.

Lade zu einem selbst gekochten Essen ein, organisiere einen Ausflug oder eine andere gemeinsame Aktivität, etwa eine Wanderung, einen Saunaabend oder ein Konzert nach Wahl. Nichts davon kann im Regal verstauben.

Noch mehr Tipps gibt es hier: Diese persönlichen Geschenke kosten (fast) nichts

3. Weniger Stress: Brich aus dem Geschenke-Kreislauf aus

Wir lassen uns von dem Glauben unter Druck setzen, dass andere Leute Geschenke erwarten. Genauso unangenehm kann es aber sein, wenn man dir etwas schenkt, obwohl du es gar nicht erwartest.

Geschenke
Sorg dafür, dass du nur das zu Weihnachten bekommst, was du wirklich willst, indem du klar sagst, was du dir wünschst. (Foto: CC0 Public Domain / Unsplash – Kira auf der Heide)

Um zu vermeiden, dass du überflüssigen Kram zu Weihnachten bekommst (und dich dafür auch noch dankbar zeigen musst): Erklär deinen Freunden und Verwandten entweder ausdrücklich, dass du keine Geschenke möchtest und warum – oder sag ihnen konkret, was du dir wünschst. Das bedeutet auch weniger Stress für die Schenkenden.

4. Verschenke an Weihnachten nur, was wirklich gebraucht wird

Der vorherige Tipp gilt auch umgekehrt: Informiere dich bei den Leuten, denen du etwas zu Weihnachten schenken willst, ob es etwas gibt, das sie wirklich brauchen oder wollen. So vermeidest du Geschenke, die gleich nach den Feiertagen anfangen, Staub zu sammeln.

Alternative: Verschenke Dinge, die verbraucht werden, anstatt sich anzuhäufen, zum Beispiel selbst gemachte Lebensmittel oder Kosmetika oder Tickets für Veranstaltungen (siehe oben).

Oft eine gute Geschenk-Idee für Leute, die sich nichts bestimmtes wünschen: Eine schöne Trinkflasche für unterwegs – das ist auch gleichzeitig ein Anreiz, auf Plastikflaschen zu verzichten. Hier findest du die schönsten Trinkflaschen zum Verschenken

5. Keine Geschenkeberge für Kinder

All die guten Vorsätze, nicht zu viele unnötige Geschenke zu machen (oder bekommen zu wollen), scheitern oft, wenn es um Kinder geht. Und dann liegt doch wieder ein riesiger Geschenkeberg unterm Baum, aus dem nur genau ein Geschenk länger als fünf Minuten interessant bleibt. Warum nicht schon vorher genau dieses eine Geschenk gut überlegen und aussuchen und sich den Rest sparen?

Kinder-Spielzeug
Für Kinder reicht oft ein richtig gutes Geschenk – es müssen keine Berge an Plastikkram sein. (Foto: CC0 Public Domain / Unsplash Jelleke Vanooteghem)

Um schenkwütige Großeltern zu bremsen: Mach am besten einen ganz klaren Vorschlag für ein gutes Geschenke. Besser als Plastikkram sind zum Beispiel langlebige Holzspielzeuge oder schöne Kinderbücher.

6. Spenden als Geschenke

Spenden als Geschenke: z.B. von der Welthungerhilfe
Spenden als Geschenke: z.B. von der Welthungerhilfe (Foto: © Welthungerhilfe)

Hier ist noch eine Geschenkidee: Statt Gegenstände kannst du auch Spenden verschenken. Viele gemeinnützige Organisationen bieten Spendenurkunden oder Grußkarten als Geschenke an: So spendest du sozusagen im Namen des Beschenkten.

Möglich ist das unter anderem bei der Welthungerhilfe, bei Oxfam**, UnicefÄrzte ohne Grenzen, mittels Oxfam Unverpackt**, bei der Deutschen Umwelthilfe, dem Deutschen Tierschutzbund und der Kindernothilfe.

Lies dazu auch:

7. Es muss kein Weihnachtsbraten sein

Auch oder gerade an Weihnachten darf man Traditionen kritisch hinterfragen: Warum eigentlich isst man an Heiligabend Gans oder Ente? Und kann es nicht auch etwas anderes sein? Die Zutaten für eine Gemüsetarte, ein Risotto oder Veggie-Rouladen beispielsweise musst du in der Regel nicht – wie die Weihnachtsgans – Wochen zuvor bestellen, und sie müssen auch nicht stundenlang im Ofen garen.

Minimalismus an Weihnachten: Vegetarisches Essen
Wie wäre es mit Risotto statt Braten? (Foto: Unsplash.com / CC0)

Sich gemeinsam zu überlegen, was man kochen könnte, und dann auch zusammen in der Küche zu stehen, ist viel schöner, als starr an kulinarischen Traditionen festzuhalten. Ideen für vegetarische Weihnachtsrezepte gibt’s zuhauf im Internet, zum Beispiel bei Eatsmarterküchengötter.de oder ProVeg. Eine Idee für ein veganes Weihnachsmenü findest du hier: Vegane Weihnachten – so wird es richtig festlich

8. Einladung nach Hause statt Weihnachtsmarkt

Weihnachtsmärkte können wunderschön und gemütlich, ziemlich oft aber auch überfüllt und kitschig sein. Und ist ein Glühweinabend mit guten Freunden zuhause nicht deutlich entspannter, als im Gedränge billigen Alkohol aus Tassen made in China zu trinken und dabei langsam das Gefühl in den Zehen zu verlieren?

9. Kein Stress in der Küche: Gemeinsam kochen und backen

Verabschiede dich vom Ehrgeiz, ganz allein das perfekte Festmahl oder die perfekten Plätzchen für die ganze Familie hinbekommen zu müssen. Du brauchst nicht stundenlang einsam in der Küche zu stehen und dir Blasen beim Rühren zu holen, während zum 35. Mal „Last Christmas“ aus dem Radio dudelt.

Koch oder back doch dieses Jahr einfach gemeinsam mit deinen Freunden, deiner Familie oder deinen Gästen. So muss niemand allein fürs Menü verantwortlich sein (und dafür, ob es schmeckt oder nicht), zusammen kochen kann richtig Spaß machen und danach haben alle das Gefühl, sich das Essen richtig verdient zu haben.

Minimalismus an Weihnachten: zusammen backen und kochen
Kein Stress in der Küche! (Foto: © sasto / photocase.com)

10. Minimalistische Weihnachtsdeko: Weniger ist mehr

Deko mag hübsch und stimmungsvoll sein, ist aber absolut keine Notwendigkeit. Und auch wenn du gerne weihnachtlich dekorierst: Den Kauf von billigen Schmuckartikeln, wie es sie in Discountern und Dekoläden gibt, kannst du dir getrost sparen

Weihnachten Weihnachtsschmuck
Weihnachtsdeko: Es geht auch selbstgemacht & schlicht (Foto: CCO/ Pixabay/ Daria-Yakovleva)

Schöner, gesünder und minimalistischer sind selbst gebastelte Weihnachts-Dekorationen aus Naturmaterialien und Recyceltem. Und auch für den klassischen Weihnachtsbaum gibt es gute Alternativen.

11. Teile deine Zeit: Freiwilligenarbeit an Weihnachten

Heiligabend feiert man traditionell mit einem guten Essen gemeinsam mit Familie oder Freunden. Doch nicht jeder hat die Möglichkeit, so zu feiern. Wer der traditionellen Weihnachtsfeier entgehen und/oder seine Zeit sinnvoll einsetzen möchte, kann das zum Beispiel als freiwilliger Helfer bei Feiern oder Essensausgaben für Obdachlose oder Flüchtlinge, in Altersheimen, Tierheimen oder sonstigen sozialen Einrichtungen tun.

Informiere dich über Möglichkeiten in deiner Nähe!

12. Hilfe anbieten und annehmen

Um auch andere vom Stress zu befreien: Biete deine Hilfe an! Hilf beim Backen, Kochen, Aufräumen, Baumschmücken, oder wobei auch immer du kannst. Nimm auch ruhig selbst Hilfe an, wenn du Gastgeber*in bist, statt in Stress zu geraten – so können alle das Zusammensein noch mehr genießen.

Weihnachten minimalistisch und entschleunigt

Mit das Wichtigste bei alledem: Zu Weihnachten ruhig mal auf die Bremse treten und entschleunigen. Die Weihnachtszeit sollte auch der Erholung und Entspannung dienen – sich an den Feiertagen zu stressen, ist nicht sinnvoll. Zum Schluss möchten wir dir deshalb noch 7 Tipps mitgeben, wie du dein Leben entschleunigst.

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(24) Kommentare

  1. Dieses Jahr hatte ich keine Nerven die Innenstadt zu betreten. Ich habe drei kleine Kinder und einmal Hauptbahnhof und einem Weihnachtsmarkt haben mir gereicht. Die Menschen um mich herum waren alle gestresst, genervt und unfreundlich. Ich habe mich schnell zurückgezogen, um mir meine gute Stimmung nicht verderben zu lassen. Dann bleib ich lieber zuhause und genieße die selbst gebackenen Plätzchen bei Tee und Kakao mit den Kindern.
    Und verschenkt werden wie jedes Jahr Kalender mit Kinderfotos (eine größere Freude können wir der Verwandtschaft gar nicht machen).

  2. Weihnachten minimalistisch?
    Das mache ich seit über 20 Jahren so. Zu Bundeswehr-Zeiten habe ich mich über Weihnachten immer zur Wache einteilen lassen – und nebenbei die satte Gehalts-Zuschläge kassiert. Und seit dieser Zeit nutze ich die Weihnachts-Feiertage, um irgend welche liegen gebliebenen Arbeiten in Ruhe zu erledigen.
    Und ich habe in der Vorweihnachtszeit immer meine Freude daran, den Weihnachts-Streß der anderen zu beobachten.

  3. interessant, das ich zu treedom nirgends einen kommentar abgeben kann. (siehe aktuellen newsletter). auch unter anderen artikeln über treedom (utopia-suchfunktion) gibt es keine kommentar-möglichkeit.

    das ist dann wahrscheinlich ein werbepartner!?

    mir kommt es doch etwas teuer vor, dass ich für einen setzling in kenia 70 euro berappen soll … da bleibe ich lieber bei https://www.plant-for-the-planet.org/de/startseite. da bekomme ich einen gepflanzten setzling in südamerika für einen euro! oder ich esse fünf tafeln „gute schokolade“ 😉