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Nachhaltig unterwegs in Wien: 8 Tipps

Foto: Pixabay / domeckopol unter CC0

Wien ist bekannt für den Prater, die Hofburg und seine prunkvolle Architektur. Neben Sissi und Kaffeehaus kann man abseits des Mainstreams aber noch einiges mehr erleben. Wir haben grüne Tipps für einen leiwanden Aufenthalt in der österreichischen Hauptstadt.

Gemütliche Cafés und gute Restaurants gibt es in Wien fast an jeder Ecke, aber welche von ihnen legen Wert auf biologische Lebensmittel? Und wo schmeckt es am besten? Welche Boutiquen bieten nicht nur nachhaltige, sondern auch „fesche“ Mode an? Gibt es gute Second-Hand-Läden in Wien? Und wie sieht es mit Flohmärkten aus? Diese Tipps sollen euch bei eurem Wien-Besuch langwierige Internet-Recherchen abnehmen und eine kleine Vorauswahl bieten – und wer weiß, vielleicht ist auch für den ein oder anderen „Einheimischen“ etwas dabei.

1. Mode: fesch in Wien

„Fesch“ heißt in Wien so viel wie „gut aussehend“ oder „schön“. Wer in Wien mit gutem Gewissen shoppen will und dabei nicht an kratzige Schurwollpullover und Stricksocken denkt, ist vor allem im siebenten Bezirk (Neubau) gut aufgehoben – dem Wiener Pendant zum Prenzlauer Berg.

In den letzten paar Jahren haben sich im siebenten Bezirk viele Jung- und Alternativ-Designer angesiedelt; das großzügige Angebot an Pop-up-Stores, Boutiquen, Ateliers und Werkstätten bietet für jeden Geschmack etwas:

  • „Viennas first ethical und organic concept store“ ebenBERG in der Neubaugasse 4 (1070 Wien) verkauft Jeans, T-Shirts und Kleider angesagter Bio-Design-Labels.
  • In dem gemütlichen Geschäft maronski findet man Kleidung von der Designerin Martina Meixner. Sie lässt unter fairen Bedingungen in Europa und mit GOTS-zertifizierten Biostoffen produzieren. (Neubaugasse 7, 1070 Wien)
  • Vegan, fair, organic – muso koroni, benannt nach einer westafrikanischen Göttin, zeigt mit mehr als 50 nachhaltigen Marken, dass hipper Style durchaus vegane Kriterien erfüllen kann. (Josefstädterstasse 33, 1080 Wien)
  • Das mit dem Umweltpreis der Stadt Wien ausgezeichnete Geschäft GuterStoff bietet vor allem T-Shirts und Hoodies in allen nur erdenklichen Farben, aus fairem Handel, ökologisch und klimaneutral hergestellt. Besonderheit: Du kannst dir dein T-Shirt vor Ort mit eigenen Motiven bedrucken lassen. (Glockengasse 8A, 1020 Wien)
  • Der Modemarke Anukoo-Fair-Fashion geht es nicht nur darum, dass das Kleid passt, sondern auch um das Umfeld, in dem es entstanden ist. (Gumpendorferstrasse 28, 1060 Wien)
  • Bei GEA bekommst du die einzigartigen Waldviertler und andere Kult-Schuhe made in Austria, mit klangvollen Namen wie Rosa Lux, Filzbär, Veganer oder Geh Guti Gut.
  • Terra Plana: Das britische Label, das vom „Observer“ zum „Ethical Fashion Product of the Year 2007” gewählt wurde, offeriert ein breites Spektrum an superbequemen Schuhen, die aus rein pflanzlich gegerbtem Leder und recycleten Stoffen bestehen. (Neubaugasse 12-14, 1070 Wien)

2. Restaurants: g’sund und gut

Der Wiener isst sehr gerne gut und zum Glück auch immer öfter gesund. Mittlerweile gibt es eine große Auswahl an Lokalen mit vielen unterschiedlichen kulinarischen Schwerpunkten – ob vegetarisch oder vegan, biologisch oder regional, Fair Trade oder emissionsarm, für Allergiker oder Raw-Food-Anhänger.

  • Rita Bringt’s: Die köstlichen vegetarischen und veganen Kreationen des ursprünglich als Lieferservice konzipierten Unternehmens gibt es nun auch am Vorgartenmarkt im zweiten Wiener Gemeindebezirk. Die Zutaten sind zu 100 Prozent biologisch und größtenteils regional. Tipp: auch als Takeaway! (Vorgartenmarkt, Stand 20, Ecke Ennsgasse 7, 1020 Wien)
  • Der Bio-Pionier Naturkost St. Josef im Herzen des 7. Bezirks mit unglaublich vielseitigen vegetarischen und veganen Mittagsmenüs. Auch als Takeaway. Tipp: vegetarisches Kebap! (Zollergasse 26, 1070 Wien)
  • Sieben Burger stehen zur Wahl bei den Burgermachern, drei davon sind vegetarisch. Als Beilage kann man zwischen gegrillten Maiskolben, Coleslaw und selbstgeschnitzten Pommes wählen. Hausgemachte Mayonnaise und Tomaten-Ketchup sorgen für den letzten Schliff. (Burggasse 12, 1070 Wien)
  • Zu jedem Wien-Trip gehört auch ein Heurigenbesuch (Heuriger = ein Lokal, in dem Wein ausgeschenkt wird). Der Bio-Heurige Zum gschupften Ferdl mit Bio-zertifizierter Brettljause mitten im 6. Bezirk bietet eine moderne Alternative zu den „urigen“ Traditionsbetrieben am Stadtrand. Tipp: samstags bittet man zum Tanz. (Windmühlgasse 20, 1060 Wien)
  • Die Burger vom Vegan-Pionier Charly Schillinger sind längst Kult, die vegane Swing Kitchen gibts gleich zweimal in Wien. (Schottenfeldgasse 3, 1070 Wien und Operngasse 24,1040 Wien)

3. Cafés & Brunch: gemütlich und genussvoll

Wien ist bekannt für seine Kaffehauskultur. Nutze daher die Gelegenheit, um deine müden Beine in einem der unzähligen Cafés – ob traditionell oder extravagant – auszuruhen.

  • Das Weltcafé ist ein gemütliches Café in Uninähe, das Bio-Gerichte mit Zutaten aus fairem Handel anbietet. Tipp: Brunch! (Schwarzspanierstrasse 15, 1090 Wien)
  • Das kleine, charmante Café der Provinz bietet 18 pikante Galettes und 20 süße Crêpes aus Bio-Buchweizen- und Dinkelmehl an. Auch hier unser Tipp: Brunch! (Maria-Treu-Gasse 1080 Wien)
  • Simply Raw Bakery: Die süßen Gaumenfreuden auf roher, pflanzlicher Basis in Bio-Qualität ohne Verwendung von Mehl, Ei und Zucker sind nicht nur ein Augenschmaus. (Drahtgasse 2, 1010 Wien)

4. Vintage Vienna: Second Hand, Second Chance

Zu einem Städte-Trip gehört neben Sightseeing für viele auch eine Shopping-Tour. Da sich das Angebot der großen Ladenketten europaweit nicht wirklich unterscheidet, lohnt es sich, abseits der ausgetretenen Konsumpfade zu suchen. In Second-Hand-Läden lassen sich oft wahre Schätze finden.

Slow Fashion: Second Hand gebraucht kaufen
In Wien findest du schöne Vintageschätze. (Foto: © CCO / Pixabay)
  • Eine große Auswahl an Second-Hand-Mode findest du in den zwölf Humana-Filialen mit unterschiedlichen Schwerpunkten wie Retro oder Trachten. Der Erlös kommt wohltätigen Projekten in Dritte-Welt-Ländern zu Gute. (Humana-Filialen: Filialen in Wien)
  • Burg 24: The finest selection an exklusiver Vintage-Kleidung findest du hier auf 500 Quadratmetern und zwei Ebenen. Sollte es länger dauern, kannst du dich im integrierten Café stärken. (Burggasse 24, 1070 Wien)
  • Gut ausgewählte Vintage-Mode gibt es auch bei Polyklamott. (Hofmühlgasse 6, 1060 Wien)
  • „Second Hand, Second Chance“ lautet das Motto des Caritas-Lagers Carla am Mittersteig. Hier findest du auf einer Fläche von 4.000 Quadratmetern nicht nur Bekleidung und Schuhe, sondern auch Möbel, Bücher und Sportgeräte. (Mittersteig 10, 1050 Wien)

5. Flohmärkte

Wer sich nicht auf die vorselektierte Auswahl der Second-Hand-Läden verlassen will und gern selbst in Kisten kramt – oder, auf wienerisch, nach Schätzen „stirlt“ – kommt auf den vielen Flohmärkten der Stadt auf seine Kosten.

Secondhand kaufen
Zahlreiche Flohmärkte laden zum gemütlichen Stöbern ein. (Fotos: © Laurent Hamels - Fotolia.com; mi.la / photocase.com)
  • Der Naschmarkt im 6. Wiener Gemeindebezirk ist mit 2,3 Hektar der größte innerstädtische Markt Wiens. Neben Obst, Gemüse, Fleisch und Gewürzen aus aller Welt gibt es hier jeden Samstag den größten und angesagtesten Flohmarkt der Stadt. Tipp: Sollte man sich im Flohmarkt-Getümmel zu sehr verausgabt haben – hier gibt es auch ausgezeichnete Gastronomie. (Naschmarkt, 1060 Wien)
  • Neubaugassen-Flohmarkt: Der „kuhlste“ Flohmarkt Wiens findet zwei Mal pro Jahr statt. 360 Stände von privaten Anbietern und Ladenbesitzern, Kinderflohmarkt und Unterhaltungsprogramm auf einer Strecke von zwei Kilometern sorgen für Straßenfest-Stimmung. (Neubaugasse, 1070 Wien)
  • Wenn du in Wien bist und wissen willst, wann und wo Flohmärkte sind, einfach auf den virtuellen Flohmarkt-Kalender schauen, da wirst du bestimmt fündig.

6. Parks und Großstadt-Oasen

Erschöpft von der Stadtbesichtigung, den Museumsbesuchen oder einer ausgedehnten Shopping-Tour? In einem der unzähligen Wiener Parks kannst du deine Batterien wieder aufladen und zur Ruhe kommen.

  • Der Grüne Prater, auch bekannt als die grüne Lunge von Wien, bietet auf sechs Millionen Quadratmetern die ideale Umgebung für ausgedehnte Spaziergänge, Wanderungen und sportliche Aktivitäten. Tipp: eine Rikscha beim Fahrradverleih ausborgen und auf Erkundungstour fahren. (Grüner Prater, 1020 Wien)
  • Der Augarten, Wiens ältester Barockgarten, zählt zu den bedeutendsten Grünanlagen Österreichs. Er beherbergt neben der gleichnamigen Porzellanmanufaktur auch die berühmten Wiener Sängerknaben und viele andere kulturelle Einrichtungen. Der Gastgarten der Bunkerei (benannt nach den zwei Flaktürmen aus dem Zweiten Weltkrieg) zählt im Sommer zu den beliebtesten Sonnendecks Wiens. Tipp: Im Sommer findet hier das „Kino unter Sternen“ statt! (Augarten, 1020 Wien)
Der Augarten in Wien
Eine der vielen schönen Parks und Grünflächen in Wien: der Augarten. (Foto: Pixabay / Kit unter CC0)
  • Sehr zentral, zwischen den wichtigsten Sehenswürdigkeiten Wiens, lässt es sich im Volksgarten herrlich zwischen Rosenstöcken flanieren und Zuflucht im Schatten des Theseustempels finden. (Dr. Karl-Renner-Ring, 1010 Wien)
  • Stadtpark, Burggarten, Heldenplatz, Votivpark, Donaukanal … Entlang des Rings tun sich unzählige Stadt-Oasen auf, die Gelegenheit zum Verweilen und Ausruhen bieten.

7. Unterkünfte

Wer auch bei der Unterkunft Wert auf Nachhaltigkeit legt, ist mit folgenden Hotels gut beraten.

  • Boutiquehotel Stadthalle ist das Null-Energie-Stadthotel mit traumhaftem Garten. (Hackengasse 20, 1150 Wien)
  • Magdas beschäftigt hauptsächlich Flüchtlinge, die in Österreich Asyl bekommen haben. (Laufbergergasse 12, 1020 Wien)
  • Der Wilhelmshof, ein 4-Sterne-Bio-Hotel in bester Lage (Kleine Stadtgutgasse 4, 1020 Wien)

8. Veranstaltungen

In den Sommermonaten hat Wien so einiges zu bieten – nämlich unzählige Messen, Festivals und Grätzel-Feste, bei denen Nachhaltigkeit im Mittelpunkt steht.

  • Die Biorama Fair Fair findet dieses Jahr von 19. bis 21. Mai in der “Creau” statt. Eco, Fashion und Sustainability stehen bei dieser Messe im Mittelpunkt. Die Infos auf der Homepage sind momentan noch nicht aktualisiert, der Termin steht aber.
  • Vegan Planet ist die größte vegane Messe Österreichs und findet 2017 im Dezember statt.
  • Das vegane Sommerfestival Veganmania Festival findet dieses Jahr im Mai statt, direkt vor dem Museumsquartier. Es richtet sich an alle, die mehr über die vegane Lebensweise erfahren wollen. Vegane Mode, ein veganes kulinarisches Angebot und ein DJ-Line-Up füllen das Programm, der Eintritt ist frei.

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(4) Kommentare

  1. Wien nachhaltig erkunden bietet Sabrina Haupt von ich mach es anders mit ihren „ich mach es anders Touren“ zu finden unter https://www.ichmachesanders.com/nachhaltigkeit-erleben/imea-tour/
    Die Touren sind sehr gut aufgebaut und mit Sabrina hast Du eine absolute Expertin die Dich auf einen spannenden Spaziergang durch Wien nimmt. Absolute Empfehlung! Habe selber auch schon Touren mitgemacht (bin Wienerin!) und noch soviele neue Locations und Geschäfte entdeckt. Macht einfach Lust auf mehr!

  2. Bei den Second Hand Läden und Flohmärkten habt ihr noch viele nicht erwähnt
    SECOND HAND den Vinzi Shop der sich in der Nähe der Alserstr. befindet.
    ( U6 )
    Der Second Hand mit brauchbaren Waren von Mistplätzen ( 48er Tandler ) DER obercoolste Bücherflohmarkt in Floridsdorf hat grade begonnen direkt bei der U6 zweimal pro Woche. Zugunsten Obdachloser.
    Und dann noch der coolste Flohmarkt für alles auf der Obkirchergasse der ist zwei Mal im Jahr.
    Ich kenne noch mehr ☺??ich finde immer meine Plüschpatienten zum reparieren im Second Hand ☺??

  3. Da schreibt ihr einen Beitrag über Kleiderspenden und was die in den Ländern des globalen Südens anrichten (https://utopia.de/ratgeber/richtig-kleider-spenden/) und dann empfehlt ihr die Humana-Shops im Second Hand Bereich?? Für mich widerspricht sich das, sorry! Weil wenn man bei Humana ein bisschen genauer hinschaut, tun sich doch einige Abgründe auf.

    Dabei gibt´s in Wien sooo tolle Second Hand-Geschäfte wie Zweitkleid7, Froehnert´s Vintage Design, extraschön etc. Bevor ich Humana mit meinen Kleiderspenden „unterstütze“ ziehe ich die Container der Volkshilfe oder Caritas auf jeden Fall vor.

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