Xanthan: Was du zu dem glutenfreien Zusatzstoff wissen musst

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Xanthan ist ein häufiger Zusatzstoff, der in vielen Lebensmitteln vorkommt. Doch ist Xanthan gefährlich für die Gesundheit? Hier erklären wir, welchen Zweck der Stoff in Nahrungsmitteln und Kosmetika erfüllt und ob er bedenklich ist.

Bei Xanthan (E 415) handelt es sich um ein sogenanntes „Polysaccharid“, also einen Mehrfachzucker. Dies sind Kohlenhydrate, die eine Vielzahl von Einfachzuckern beinhalten. Aufgrund seiner Struktur wird Xanthan jedoch nicht wie jeder normale Zucker von deinem Körper abgebaut: Xanthan ist ein löslicher Ballaststoff, der Wasser bindet und von den Darmbakterien zu Fettsäuren und Gasen abgebaut wird. Solche löslichen Ballaststoffe finden sich sonst vor allem in verschiedenen Obst- und Gemüsesorten.

Xanthan entsteht, wenn Zucker mit der Hilfe von Bakterien fermentiert wird. Dabei bekommt es zunächst eine Konsistenz wie Gelatine, durch Zugabe von Alkohol wird der Stoff aber wieder fest und dann zu Puder verarbeitet. Xanthan wird hauptsächlich als Stabilisator bzw. Verdickungs- und Geliermittel eingesetzt.

Xanthan in Lebensmitteln und Kosmetik

In der Molekularküche lässt sich mit Xanthan aus Saft sogar Festnahrung zaubern.
In der Molekularküche lässt sich mit Xanthan aus Saft sogar Festnahrung zaubern. (Foto: CC0 / Pixabay / lounisais)

Xanthan befindet sich in zahlreichen Produkten, da es preiswert ist und sowohl Nahrungsmittel als auch Pflegeprodukte gelieren bzw. verdicken kann.

In Nahrungsmitteln:

  • Backwaren (macht den Teig elastisch und verhindert, dass Brot altbacken wird)
  • Marmelade & Fruchtgelees
  • Fruchtsäfte (hält die Schwebstoffe gleichmäßig verteilt)
  • Eiscreme (verringert die Bildung von Eiskristallen)
  • Fertigsaucen wie Ketchup, Mayo und Senf (verdickt sie, verleiht ihnen gute Fließfähigkeit)
  • Salatdressings
  • Glutenfreie Produkte
  • Low-Fat Produkte

Ebenfalls findet Xanthan in der Molekularküche großen Einsatz, da es verschiedene Nahrungsmittel viskoseartig und so leichter formbar macht. So lassen sich aus Radieschensaft beispielsweise rosa Ravioli formen.

In Pflegeprodukten & Kosmetika stabilisiert Xanthan und bindet Stoffe, die eigentlich nicht mischbar sind (Emulgator):

In Industrieprodukten findet es aufgrund seiner Säure- und Hitzestabilität verbreitet Anwendung:

  • Beschichtungen
  • Bindemitteln (u.a. zum Schweißen)
  • Farben
  • Reinigungsmittel
  • Klebstoffe & Tapetenkleister
  • Poliermittel
  • Tinte
  • Sprengstoffe

Xanthan – gesund oder gefährlich?

Xanthan wirkt sich positiv auf deine Verdauung, deinen Blutzucker und deinen Bauch aus.
Xanthan wirkt sich positiv auf deine Verdauung, deinen Blutzucker und deinen Bauch aus. (Foto: CC0 / Pixabay / PublicDomainPictures)

Xanthan wurde von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit als harmlos eingestuft. Nicht einmal Allergien oder Unverträglichkeiten konnten bisher festgestellt werden. Xanthan hat sogar einige gesundheitliche Vorteile. Aufgrund seiner Fähigkeiten als löslicher Ballaststoff hat es Auswirkungen auf den Darm, die positive Effekte auf deinen ganzen Körper haben können:

  • Senkt deinen Blutzuckerspiegel: In einer Studie wurden Patienten mit Diabetes mit Xanthan versetzte Muffins verabreicht. Nach dem Essen wurde ihr Blutzucker sowie ihr Cholesterin gemessen: Beide hatten sich bei allen Diabetikern verringert. Auch bei Testpersonen, die Xanthan zusammen mit Reis aßen, war der Blutzuckerspiegel nach einer halben Stunde deutlich niedriger als bei denen, die Reis ohne Xanthan verspeisten.
  • Reduziert Cholesterin: Nicht nur dein Blutzucker- und Energielevel werden es dir danken, auch dein Herz kann von Xanthan profitieren. Bei getesteten Männern verringerte sich der Cholesterinwert im Blut nach 23 Tagen nach regelmäßigem Konsum von Xanthan um 10 Prozent.
  • Du wirst schneller satt: Durch die Verlangsamung der Verdauung wurden die Probanden der Muffin-Studie schneller satt. Dies kann dir auch beim Abnehmen helfen.
  • Kann Krebs vorbeugen: Bei getesteten Mäusen verlangsamte die Zugabe von Xanthan das Wachstum von bösartigem Gewebe. Eine Studie an Menschen wurde bislang jedoch nicht durchgeführt.
  • Präbiotische Wirkung: Da Xanthan ein unlöslicher Ballaststoff ist, hat es eine präbiotische Wirkung auf deine Darmbakterien. Diese können Präbiotika ausgesprochen leicht verwerten, sich somit schneller vermehren und besser gegen ungesunde Bakterien ankämpfen.

Wann du mit Xanthan aufpassen solltest

In zu hohen Mengen kann Xanthan abführend wirken.
In zu hohen Mengen kann Xanthan abführend wirken. (Foto: CC0 / Pixabay / derneuemann)

Trotz seiner vielzähligen positiven Effekte auf die Verdauung, kann Xanthan bei manchen Menschen auch unerwünschte Auswirkungen haben:

  • Abführende Wirkung: Wenn du unter Verstopfungen leidest, kann Xanthan für dich sogar hilfreich sein, da es abführend wirkt. Gesunde Personen sollten jedoch darauf achten, dass sie nicht zu viele Produkte mit Xanthan konsumieren.
  • Wechselwirkung mit Medikamenten: Wenn du unter Diabetes leidest und dafür regelmäßig Medikamente einnimmst bzw. Insulin spritzt, solltest du vor einem erhöhten Konsum mit deiner Ärztin sprechen. Da Xanthan Auswirkungen auf deinen Blutzuckerspiegel hat, kann dies deine Medikation beeinflussen.

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