Rewe: Supermarkt testet Alternativen zu Obsttüten aus Plastik

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Rewe hat sich schon vor einiger Zeit von der Plastiktüte verabschiedet – jetzt testet der Supermarkt, ob die Kunden auch auf die dünnen Tüten in der Obst- und Gemüseabteilung verzichten würden.

Geht es auch ohne die durchsichtigen Beutel aus Plastik? In verpackungsfreien Supermärkten ist es völlig normal, unverpackte Lebensmittel in eigene Behältnisse zu füllen – in herkömmlichen Supermärkten machen das bislang nur die wenigsten Kunden. Loses Obst und Gemüse landet in dünnen Tüten aus Plastik.

Rewe will das jetzt ändern und den Plastiktüten-Verbrauch in den Obst- und Gemüseabteilungen reduzieren. Die Supermarkt-Kette testet dabei zwei Ansätze in insgesamt 120 Rewe-Märkten.

Rewe setzt auf Mehrweg-Frischenetze

In 19 Filialen sollen Flyer und Informationsmaterial die Kunden dazu bewegen, sich gegen die Plastiktüte zu entscheiden. Das Obst könne statt im Plastikbeutel einfach im Einkaufswagen oder in selbst mitgebrachten Behältern transportiert werden, schreibt Rewe auf der Unternehmensseite. Auch das Abwiegen sollte dabei kein Problem sein.

In den restlichen Test-Filialen bietet Rewe spezielle Mehrweg-Frischenetze an, die Kunden einmalig kaufen und dann immer wieder verwenden können. Die Netze kosten 1,49 Euro im Zweierpack, beim Abwiegen an der Kasse wird das Gewicht des Netzes durch einen speziellen Strichcode automatisch abgezogen. Allerdings sind die Netze aus Polyester.

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Die Mehrweg-Frischenetze (Foto: © Rewe)

Ist das das Ende der Plastiktüten?

Die Testphase soll sieben Wochen dauern und am 27. November enden. Im Anschluss will Rewe auswerten, wie die Maßnahmen bei den Kunden angekommen sind und ob sich etwas am Plastiktüten-Verbrauch in der Obst- und Gemüseabteilung geändert hat.

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Rewe ruft die Kunden zum Verzicht auf die Plastikbeutel auf. (Foto: © Rewe)

Rewe gehe es bei der Aktion vor allem darum, Aufmerksamkeit für den hohen Verbrauch an Plastiktüten in der Obst- und Gemüseabteilung zu schaffen. Dass die dünnen Plastiktütchen ganz abgeschafft werden können, bezweifelt die Supermarkt-Kette allerdings.

Rewe: Die Umstellung ist schwierig

Für viele Kunden sei die Plastiktüte für loses Obst und Gemüse noch immer unverzichtbar (etwa aus Hygienegründen) erklärte ein Vertreter von Rewe gegenüber Utopia. Die dünnen Tüten komplett aus den Filialen zu verbannen, würde von den Kunden nicht so leicht akzeptiert werden, wie die Abschaffung der großen Plastiktüten im vergangenen Jahr – deshalb werde es wohl noch länger dauern, bis die durchsichtigen Obst- und Gemüsetüten verschwinden. Hoffentlich können die Ergebnisse in den 120 Test-Filialen Rewe vom Gegenteil überzeugen.

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(4) Kommentare

  1. Wenn die Netze aus Hanf oder Bio-Baumwolle anbieten würden, von denen in jedem Laden dann das Gewicht abgezogen würde, dann ja. Aber ich kauf doch kein Plastiknetz??!??!

  2. Entsprechende Beutel aus Bio-Baumwolle gibt es z.B. bei https://naturtasche.de/.
    Die muss man natürlich selber mitbringen, aber das sollte machbar sein. Bisher hatte ich damit keine Probleme an der Kasse. Nicht jeder zieht das Gewicht ab, aber bei 7 – 25 Gramm (je nach Größe) geht es bei Obst und Gemüse sowieso um wenige Cent.

  3. Schon reichlich scheinheilig, was REWE da vollzieht. Wöchentlich versenden sie ihre Werbeprospekt plastikverschweißt an Millionen von Haushalten und produzieren Tonnen von Plastik, der keinen hygienischen Zweck dient und jetzt wird ein neues Geschäftsfeld eröffnet, Kunststoffnetze für 1,49€ (Herstellerpreis viell. 20 Cent). Das wird jetzt als umweltfreundlich verkauft und die Werbung gibts gratis dazu …

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