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Rosen zum Weltfrauentag: Warum faire Blumen die bessere Wahl sind

Evagerine Wamuyu von der Fairtrade-Blumenfarm Simbi Roses in Kenia
Foto: © Fairtrade Deutschland / Joerg Boethling

Rund 80 Prozent der in Deutschland verkauften Rosen werden aus Ostafrika und Lateinamerika importiert – und dort meist unter schlechten Bedingungen produziert. Über die globale Blumenproduktion und bei welchen Floristen ihr fair gehandelte Blumen findet.

Bald ist Frühlingsanfang und damit startet auch die Blumensaison. Der Weltfrauentag am 8. März ist einer der Anlässe, zu dem besonders gerne Rosen verschenkt werden. Die hohe Nachfrage kann jedoch nicht annähernd mit Blumen aus regionalem Anbau gedeckt werden.

Blumenanbau: wichtige Einkommensquelle und schlechte Arbeitsbedingungen

Die Blumenindustrie ist ein arbeitsintensives Geschäft: Bis Nelken, Rosen oder Ranunkeln bei uns im Laden stehen, sind viele einzelne Arbeitsschritte nötig. Hunderttausende Arbeitskräfte kümmern sich um die Aufzucht, die Ernte, das Zuschneiden und das Verpacken. Dabei werden sie häufig schlecht bezahlt und sind miserablen Arbeitsbedingungen und Gesundheitsrisiken ausgesetzt.

Sollten wir also lieber keine Blumen aus dem globalen Süden kaufen? Nein, denn damit wäre den Beschäftigten auch nicht geholfen. Im Gegenteil: Die Blumen- und Pflanzenindustrie spielt eine wichtige Rolle für die Wirtschaft in Ostafrika und Lateinamerika.

In Kenia ist sie neben der Teeindustrie die größte Einkommensquelle und bietet vielen Einheimischen überhaupt erst einen Arbeitsplatz. Die kenianische Wirtschaft ist in den letzten Jahren deutlich gewachsen, so dass das Land heute die stärkste Volkswirtschaft in ganz Ostafrika hat. Statt also auf Blumen aus Kenia und anderen Ländern zu verzichten, sollte man auf eine öko-faire Blumenproduktion zu setzen.

Die Lösung: faire Blumen aus nachhaltigem Anbau

Blumenarbeiterinnen im Packhaus der Fairtrade-Blumenfarm Oserian in Kenia
Blumenarbeiterinnen im Packhaus der Fairtrade-Blumenfarm Oserian in Kenia. (Foto: © Fairtrade Schweden / Ola Höiden)

Saisonale Bio-Rosen aus regionalem Anbau sind die nachhaltigste Wahl – aber leider nur für kurze Zeit auf einzelnen Wochenmärkten erhältlich. Fairtrade-Rosen dagegen sind immer noch klar zu empfehlen und haben den Vorteil, dass die Beschäftigten in den Anbauländern direkt von ihrem Verkauf profitieren. So kannst du mit deiner Kaufentscheidung einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung vor Ort leisten.

Auf Fairtrade-zertifizierten Blumenfarmen werden Rosen und andere Blumen und Pflanzen nach klar definierten sozialen und ökologischen Standards angebaut. Dazu gehört die Arbeitssicherheit der Beschäftigten genauso wie der Schutz ihrer Gesundheit und ihr Recht auf Versammlungsfreiheit.

Rosenkampagne von Fairtrade Deutschland stärkt Frauenrechte weltweit

Etwa die Hälfte der Beschäftigten in der Blumen- und Pflanzenindustrie sind Frauen. Oft sind sie als Pflückerinnen auf den Plantagen oder als Angestellte in den Verpackungshallen tätig.

Im Fairtrade-System stehen Frauen unter besonderem Schutz. Sie profitieren einerseits von der Stärkung der Arbeiterrechte, die bei Fairtrade alle Beschäftigten einschließen. Andererseits werden sie besonders gefördert, da sie in den Anbauländern mit spezifischen Herausforderungen zu kämpfen haben: Viele sind alleinerziehende Mütter und haben einen niedrigeren Bildungsstandard als ihre männlichen Kollegen.

Fairtrade garantiert den Arbeiterinnen unter anderem Mutterschutz und sichert die einheitliche Bezahlung von Frauen und Männern bei gleicher Tätigkeit. Das trägt zur gleichberechtigten Teilhabe von Frauen in Fairtrade-Organisationen bei.

Anlässlich des Weltfrauentages hat der gemeinnützige Verein Fairtrade Deutschland mit Sitz in Köln die sogenannte Rosenkampagne initiiert. Unter dem Motto „Flower Power – Frauenrechte stärken“ finden bundesweit rund um den Weltfrauentag hunderte von Aktionen statt, bei denen sich Frauen und Männer in Deutschland mit den Blumenarbeiterinnen im globalen Süden solidarisieren.

Frauenrechte stärken nicht nur die Frau – sondern die ganze Gemeinschaft

Blumenarbeiterin Esther Juma der Fairtrade-Blumenfarm Bigot Flowers in ihrem Haus in Kenia
Blumenarbeiterin Esther Juma der Fairtrade-Blumenfarm Bigot Flowers in ihrem Haus in Kenia. (Foto: © Fairtrade Deutschland / Tobias Thiele)

Esther Juma arbeitet seit mehreren Jahren auf der Fairtrade-Blumenfarm Bigot Flowers am Lake Naivasha in Kenia. Sie ist extra für die Kampagne zu Besuch nach Deutschland gekommen und berichtet als Botschafterin in verschiedenen Städten von ihrer Arbeit: „Auf der Arbeit ist das Thema Geschlechtergerechtigkeit nicht so groß, denn wir haben hier gleiche Chancen. Wenn man sich hier zum Beispiel auf einen Job bewirbt, wird nicht geschaut, ob du eine Frau oder ein Mann bist. Hier wird man nur aufgrund der Qualifikation ausgewählt, es ist kein Vorteil ein Mann zu sein. Es zählt nur, dass du für den Job qualifiziert bist.“

Während Frauen ihr Gehalt etwa zu 90 Prozent für die Ernährung der Familie und die Ausbildung ihrer Kinder verwenden, sind es bei Männern durchschnittlich nur 30 Prozent. Der erste Schritt zur Veränderung ist bei Fairtrade die Aufklärungsarbeit, denn viele Frauen kennen ihre Rechte nicht und können sich so auch nicht gegen unfaire Arbeitsbedingungen wehren. Durch Schulungen und Trainings wird den Frauen im Fairtrade-System vermittelt, welche Rechte sie haben und wie sie diese durchsetzen können.

Fairtrade-Prämie ermöglicht Gemeinschaftsprojekte

Nutzung der Fairtrade-Prämie für die Ngelani Ranch Primary School in Kenia
Nutzung der Fairtrade-Prämie für die Ngelani Ranch Primary School in Kenia. (Foto: © Fairtrade International / Nathalie Bertrams)

Mit der sogenannten Fairtrade-Prämie, die über den Exportpreis hinaus an die Fairtrade-Kooperativen geht, werden Frauen und Kinder zusätzlich gestärkt: Das Prämien-Komitee von Bigot Flowers investiert zum Beispiel schon seit Jahren in die Weiterbildung der Frauen und die Schulbildung für deren Kinder. Es finden Führungskräfte-Workshops für Frauen statt und Stipendienprogramme für Kinder.

Ziel von Fairtrade ist es, dass die Frauen ihre Einkommenssituation und ihre Berufschancen aus eigener Kraft verbessern können – und sich dadurch die Gesellschaft im Gesamten positiv entwickeln kann.

Faire Rosen sind besser für die Umwelt und das Klima

Mit dem Kauf von Fairtrade-Blumen unterstützt man auch den Umwelt- und Klimaschutz. Fairtrade ist zwar in erster Linie ein Sozialsiegel, rund ein Drittel der Kriterien in den international geltenden Fairtrade-Standards bezieht sich aber auf ökologische Nachhaltigkeit. Die strengen Umweltkriterien geben etwa wassersparende Bewässerung, Kläranlagen sowie Kompost- und Müllmanagement vor.

Pflanzenschutzmittel dürfen nur so wenig wie möglich benutzt werden – ein Teil bleibt, da es nur gegen wenige Schädlinge Bio-Alternativen gibt. Hochgiftige Pestizide sind bei Fairtrade verboten und die erlaubten Schutzmittel dürfen nur von geschultem Personal mit besonderer Schutzkleidung verwendet werden.

Evagerine Wamuyu von der Fairtrade-Blumenfarm Simbi Roses in Kenia.
Evagerine Wamuyu von der Fairtrade-Blumenfarm Simbi Roses in Kenia. (Foto: © Fairtrade Deutschland / Joerg Boethling)

Auch weil der globale Süden optimale klimatische Anbaubedingungen bietet, sind Fairtrade-Rosen aus Äthiopien und Kenia eine gute Wahl: Im Vergleich zu europäischen Gewächshausrosen haben sie eine bessere Klimabilanz – trotz Luftfrachttransport. Das gilt vor allem im Winter.

Beim Floristen Fairtrade-Rosen kaufen und Freude schenken

Auch immer mehr Floristen bieten mittlerweile fair gehandelte Rosen an.
Auch immer mehr Floristen bieten mittlerweile fair gehandelte Rosen an. (Foto: © Fairtrade Deutschland / Alexander Heimann)

Bereits heute ist jede vierte Rose, die in Deutschland verkauft wird, fair gehandelt. Und die Produktpalette wächst – von fairen Rosen, über faire Geranien, bis hin zu fairen Weihnachtssternen sind Fairtrade-Blumen und -Pflanzen über das ganze Jahr hinweg zu haben.

Eine letzte Frage bleibt: Wo bekommt man die fairen Blumen her? In Supermärkten zum Beispiel, mittlerweile findet man sie aber auch bei vielen Floristen. Fairtrade Deutschland bietet ein praktisches Recherche-Tool an: den Einkaufs-Finder. Hier kann man ganz leicht nachsehen, welche Floristen Fairtrade-Blumen im Sortiment haben.

Also: Faire Rosen kaufen, Frauenrechte stärken und doppelt Freude schenken! Hier gehts zum Einkaufs-Finder

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