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Heizkostenabrechnung richtig verstehen

ista Heizkosten
© CCO Creative Commons

Für viele ist die Heizkostenabrechnung ein Buch mit sieben Siegeln: Wir erklären dir, wie die Abrechnung richtig zu lesen ist.

Jedes Jahr das gleiche Spiel: Die Heizkostenabrechnung kommt ins Haus geflattert. Ist ja auch klar, denn schließlich muss jeder Mieter in einem Mehrfamilienhaus seine Heizkosten und Warmwasserbereitung zahlen. Aber was steht da eigentlich alles drin?

Die Abrechnung schwarz auf weiß

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Heizkostenabrechnung Teil 1 (© ista International GmbH)

1. Das ist einfach: Hier stehen Name und Anschrift des Nutzers / Eigentümers.

2. Für den Fall, dass Rückfragen aufkommen oder Anliegen geklärt werden müssen, steht hier der Kontakt der jeweiligen Hausverwaltung oder des Vermieters.

3. Zur Identifikation ist hier die Liegenschaftsnummer sowie die interne Nummer der Hausverwaltung hinterlegt, die Mieter bei der Kontaktaufnahme immer bereithalten sollten.

4. Hier ist der Zeitraum aufgeführt, für den die Heizkosten und Vorauszahlungen abgerechnet werden

5. Um einen direkten Überblick zu bieten, sind an dieser Stelle die Gesamtkosten für den jeweiligen Zeitraum angegeben. Liegen die Informationen zur geleisteten Vorauszahlung
vor, ist hier auf den ersten Blick erkennbar, ob nachgezahlt werden muss oder ein Guthaben ausgezahlt wird.

6. „Ablese- und Verbrauchswerte“ sagt eigentlich schon alles. Denn hier ist aufgeführt, welche Werte genau von den Geräten abgelesen wurden. Zur Orientierung wird immer der neue und der Wert vom letzten Jahr angegeben. Die Differenz ergibt schließlich den aktuellen Verbrauch.

7. Die rechte Seite des Dokuments ist für mögliche Kommentare und hilfreiche Zusatzinformationen vorgesehen.

Heizkostenabrechnung Teil 2 (© ista International GmbH)

8. Vermieter oder Hausverwaltungen schicken im Vorfeld eine genaue Auflistung aller Brennstoffkosten an ista.

9Gesamtkosten der Liegenschaft: Diese ergeben sich aus den Kosten der Heizanlage (8) und Zusatz- sowie Hausnebenkosten.

10. Im Anschluss werden die Kosten in Heiz- und Warmwasserkosten unterteilt. In diesem Beispiel erfolgt die Unterteilung durch eine Formel, die in der Heizkostenverordnung gesetzlich geregelt ist (Formel §9 Absatz 2 HKVO). Diese Formel ist aber nur noch in Ausnahmefällen zulässig, wenn der anteilige Energieverbrauch für die Warmwassererwärmung nicht über einen separaten Wärmezähler gemessen werden kann.

11. 10,1 % der Kosten der Heizanlage aus Punkt (9) entfallen demnach auf die Erwärmung des Wassers und werden als Warmwasserkosten umgelegt.

12. Die Differenz aus Kosten der Heizanlage und Warmwasseranteil ergibt den Heizkostenanteil. Hinzu kommen schließlich noch die Zusatzkosten, wie z. B. Miete und Wartung der Heizung.

Heizkostenabrechnung Teil 3 (© ista International GmbH)

13. Nun liegen die Gesamtkosten vor und können in Grund- und Verbrauchsanteile aufgeteilt werden. Hier wird zwischen Heiz- und Warmwasserkosten unterschieden. 30 bis 50 % der Gesamtkosten machen den Grundkostenanteil und die restlichen 50 bis 70 % die Verbrauchskostenanteil aus.

14. Um diese Kosten auf die einzelnen Einheiten umzulegen, werden sie durch Umlagemaßstäbe aufgeteilt. Die Grundkosten werden in der Regel nach der Wohnungsgröße verteilt, die Verbrauchskosten nach gemessenen bzw. erfassten Verbräuchen.

15. Teilt man die Gesamtkosten durch die jeweiligen Gesamteinheiten der Liegenschaft, erhält man den Betrag je Einheit. Hier ergibt sich beispielsweise ein Preis pro Quadratmeter Wohnfläche.

16. Dieser Wert wird anschließend mit der Wohnfläche (in m²) der jeweiligen Wohnung multipliziert.

17. Daraus ergibt sich der Kostenanteil der einzelnen Wohnungen.

18. Hier werden anschließend die individuellen Heiz- und Warmwasserkosten sowie der jeweilige Anteil an Hausnebenkosten aufgeführt. Letzteres ergibt sich erneut aus dem Gesamtbetrag, der auf die einzelnen Parteien umgelegt wird.

19. Abschließend werden die individuellen Anteile für Arbeitskosten haushaltsnaher Dienstleistungen (Wartungskosten, Kaminfeger u.ä.) angegeben.

Die Verbrauchsanalyse

Für noch mehr Transparenz dient die Verbrauchsanalyse: Eine visualisierte Auflistung der individuellen Verbrauchs- und Kostenentwicklung über die letzten drei Jahre. Hier ist auf einen Blick ersichtlich, ob und vor allem um wie viel Prozent der jeweilige Verbrauch im Verhältnis zum Gesamtverbrauch der Liegenschaft gestiegen oder eben gesunken ist.

Verbrauchsanalyse Teil 1 (© ista International GmbH)

20. Zuallererst werden die Heiz- und Warmwasserkosten der letzten drei Jahre aufgezeigt. Hier steht der eigene Anteil in direktem Vergleich zu den Gesamtkosten der Liegenschaft.

21. Die Prozentangaben geben hier immer die Abweichung zum Vorjahr an.

22. Der dunkelblaue Balken spiegelt die Kosten der Warmwassererwärmung des gesamten Hauses wider.

23. Der orangefarbene Balken zeigt die Heizkosten der gesamten Liegenschaft.

24. Der hellblaue Anteil gibt den individuellen Anteil der Warmwassererwärmung an.

25. Der hellorangefarbene Balken zeigt die individuellen Heizkosten.

26. Zu beachten ist hier, dass der Abrechnungszeitraum nicht zwangsläufig mit dem Kalenderjahr übereinstimmen muss. Hier wird der Nutzungszeitraum behandelt.

Verbrauchsanalyse Teil 2 (© ista International GmbH)

27. Im nächsten Schritt ist die Entwicklung der Verbräuche zu sehen. Der Nutzer erkennt also sofort, wie der individuelle Durchschnittsverbrauch mit dem der Liegenschaft im Verhältnis steht.

28. Der orangefarbene Balken gibt den Heizverbrauch der kompletten Liegenschaft an. Dieser wird in Kilowattstunden (kWh) oder Verteilgrößen (HKV-Einheiten) angegeben.

29. Der hellorangefarbene Balken zeigt den eigenen Anteil an verbrauchten kWh.

30. Auch beim Warmwasserverbrauch zeigt der blaue Balken den gesamten Warmwasserverbrauch der Liegenschaft in Kubikmeter (m³).

31. Der hellblaue Balken gibt den Verbrauch an, der in der jeweiligen Nutzeinheit erfasst wurde.

Mit dieser genauen Gegenüberstellung des individuellen Anteils sowie den Gesamtkosten und -verbräuchen können Mieter direkt sehen, wie sich ihr Nutzungsverhalten über die angegebenen drei Jahre entwickelt hat. So können sie Rückschlüsse auf ihr Heizverhalten ziehen und dieses sowie ihren Warmwasserverbrauch optimieren und Kosten sparen.

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