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Saatgut-Diversität: Warum sie bedroht ist – und was du dagegen tun kannst

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Landwirt Albert Haake aus Niedersachsen Foto: © BIO PLANÈTE

Auf dem Wochenmarkt, im Bio-Laden, im Supermarkt – die Lebensmittelauswahl ist groß und nahezu rund um die Uhr ist alles verfügbar. Doch die Vielfalt unseres Saatguts ist stark bedroht!

Wer sich in der Obst- und Gemüseabteilung großer Supermärkte umblickt, findet schnell verschiedene Sorten Äpfel und locker ebenso viele unterschiedliche Tomatensorten. Doch die große Auswahl trügt: Etwa 80 Prozent aller Gemüse- und Getreidesorten sind bedroht. Denn die Lebensmittelindustrie verwendet vermehrt Hochleistungssamen, die die Geschmacksvielfalt und unzählige alte Sorten verdrängen.

Das Problem bei der Saatgut-Diversität

Nach ZDF-Recherchen dominieren zehn Konzerne etwa 74 Prozent des Weltmarkts für Saatgut. Und sie liefern dem Markt nicht nur das Saatgut, sondern bringen auch die darauf abgestimmten Pestizide und Dünger auf den Weltmarkt. Durch diese Marktkonzentration auf wenige leistungsfähige Sorten sind weltweit bereits 94 Prozent des Saatguts unwiderruflich verschwunden. Die industriellen Saaten werden häufig so weiterentwickelt, dass sie resistent gegen Krankheiten sind und einen hohen Ertrag bringen. Attribute wie Geschmack, Nährstoffdichte und regionale Besonderheiten spielen dabei nur selten eine Rolle.

Bio Saatgut ausbringen
Ausbringung von Bio Saatgut in Oberfranken auf dem Krögelhof. (Foto © BIO PLANÈTE)

Um es noch deutlicher zu machen: Nur etwa 30 Sorten Saatgut erzeugen 95 Prozent unserer Lebensmittel. In Industrienationen wie Deutschland wird meist Hybrid-Saatgut verwendet, das nach der Ernte nicht mehrere Jahre wiederverwendet werden kann, sondern Jahr für Jahr neu gekauft werden muss. Das genutzte Hybrid-Saatgut liefert kein vollwertiges Saatgut für die Folgegenerationen.

Dadurch müssen die Landwirt*innen jedes Jahr Saatgut von den großen Agrarkonzernen wie Monsanto kaufen und geraten zunehmend in eine Abhängigkeit. Der natürliche Kreislauf von Saat, Ernte und Wiederausbringung ist unterbrochen. Zudem sind alte klimabeständige und regionale Saatgut-Sorten kaum noch zu finden.

Wie BIO PLANÈTE sich für mehr Saatgut-Vielfalt einsetzt

Bio-Marken wie BIO PLANÈTE setzen sich dafür ein, dass die Saatgut-Diversität nicht vollständig verloren geht. Seit über 35 Jahren stellt die Ölmühle ausschließlich Öle aus ökologischer Landwirtschaft her. Damit alte regionale Kulturpflanzen weiterhin angepflanzt werden, unterstützt BIO PLANÈTE seit einiger Zeit zum Beispiel die Untersuchung von über 20 Sorten Leindotter, um sie ökologisch und klimaresistent kreuzen und anbauen zu können. Leindotter ist eine fast vergessene Nutzpflanze zur Herstellung von Speiseölen. Im Forschungsprojekt müssen deshalb vor allem Ölgehalt, Geschmack und die Fettsäurezusammensetzung der Leindotter-Saaten geprüft werden. Hinzu kommen Forschungsprojekte zum ökologischen und klimaresistenteren Anbau von Sonnenblumen und Raps. Auf Ackergifte verzichtet das Unternehmen dabei vollständig.

Mehr über das Engagement von BIO PLANÈTE 

Saatgut-Diversität
Aufbau und Sicherung der Sortenvielfalt durch Saatgut-Diversität. (Foto © BIO PLANETE)

Saatgut-Wissen weitergeben: Netzwerke für den Wissenstransfer

Auch die Vernetzung der Erzeuger*innen ist ein wichtiger Aspekt: Der „Fachtag Ökologischer Ölpflanzenanbau“ beispielsweise dient dem Wissenstransfer unter den Bio-Landwirt*innen. In diesem Jahr standen zum Beispiel aktuelle Forschungsprojekte zur Unkrautregulierung im ökologischen Sonnenblumenanbau auf dem Programm. Die Ölmühle geht aber noch einen Schritt weiter – mit der “INITIATIVE HEIMISCHE BIO-LANDWIRTSCHAFT“ hat der erste Bio-Ölproduzent Europas ein Netzwerk aus heimischen Landwirt*innen geschaffen. Die Initiative dient der gegenseitigen Unterstützung sowie dem Wissensaustausch.

Das kann jede*r für mehr Saatgut-Diversität tun

Du kannst Bio-Bauern dabei unterstützen, dass in Zukunft weiterhin regionale und alte Saaten Anwendung finden. Achte beim Kauf auf die Verwendung samenfester Sorten und versuche öfter bei lokalen Bio-Landwirt*innen oder Herstellern aus dem Naturkostfachhandel einzukaufen. Im Gegensatz zu Monokulturen im konventionellen Anbau wird in der biologischen Landwirtschaft stärker darauf geachtet, die ökologischen Fruchtfolgen zu verbessern und die Tierwelt sowie die Böden durch den Verzicht auf Pestizideinsatz zu schonen.

Frag nach Möglichkeit auch bei den Erzeuger*innen direkt nach, ob sie Saatgutforschung betreiben und samenfestes Saatgut statt Hybrid-Saaten verwenden. Wenn du dich noch mehr für Saatgut-Vielfalt einsetzen möchtest, kannst du Initiativen und Forschung auf diesem Gebiet unterstützen.

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