Studie: Fleischalternativen sind oft gesünder als Fleisch

Fleischersatzprodukte gesünder als Fleisch
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Veggie-Schnitzel und Soja-Wurst sind beliebter denn je – nicht nur unter Veganern. Im Gesundheitsvergleich schneiden die Fleischersatzprodukte oft besser ab als „echte“ Fleischwaren. Das ist das Ergebnis einer neuen wissenschaftlichen Studie der Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt.

Vegetarische und vegane Produkte auf Basis von Soja, Weizen und Lupine enthalten der Studie zufolge weniger ungesunde Inhaltsstoffe als vergleichbare Fleischerzeugnisse und haben außerdem eine gesündere Nährstoffzusammensetzung.

Für die Studie hat das Institut für alternative und nachhaltige Ernährung (IFANE) im Auftrag der Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt 80 Fleischalternativen und 27 Fleisch-Produkte untersucht. Getestet wurden dabei Bio-vegane und Bio-vegetarische, konventionelle vegane und vegetarische sowie Bio- und konventionelle Fleischprodukte. Darunter finden sich beispielweise Produkte von Alnatura, Wheaty, Taifun, alberts, Veganz, Rügenwalder und Valess.

Verglichen wurden Schnitzel, Würstchen, Burger & Co. unter anderem bezüglich Protein-, Fett- und Energiegehalt, der Menge an gesättigten Fettsäuren und Salz sowie des Einsatzes von Zusatzstoffen.

Wer nun allerdings übersichtlich nach Schulnoten bewertete Produkte á la Öko-Test erwartet, wird leider enttäuscht sein: Die Studie ist in wissenschaftlichem Ton verfasst und ihrer Darstellung sehr komplex. Es geht den Autoren hier nicht darum, einzelne Produkte zu bewerten, sondern um einen einen Vergleich des gesundheitlichen Werts von Fleisch und Veggie-Produkten. Die ganze Studie findest du hier als PDF.

Wir haben eine Zusammenfassung:

Veggie-Produkte sind „besser als ihr Ruf“

Gegenüber Fleischersatzprodukten besteht – vor allem unter vielen Fleischessern – das Vorurteil, dass sie voller künstlicher Zusatzstoffe und deshalb eher ungesund seien.

Doch: „Die getesteten vegetarischen und veganen Fleischalternativen sind in puncto Gesundheit viel besser als ihr Ruf“, sagt Konstantinos Tsilimekis, Leiter des Wissenschaftsressorts der Albert Schweitzer Stiftung. „Das zeigt der ernährungsphysiologische Vergleich mit den Fleischwaren.“

Weniger gesättigte Fettsäuren, mehr Protein

Zum Beispiel bei den ungesunden gesättigten Fettsäuren: 63 Prozent der untersuchten Fleischersatzprodukte schneiden hier gut ab, nur bei 10 Prozent ist der Gehalt zu hoch. Bei den fleischhaltigen Produkten dagegen enthalten 62 Prozent zu viele gesättigte Fettsäuren. Auch der Gesamtfett- und Cholesteringehalt der Fleischersatzprodukte ist günstiger.

Überraschend: In allen getesteten Produktkategorien der Studie – egal ob Schnitzel, Steak oder Salami – enthalten die veganen und vegetarischen Varianten durchschnittlich mehr Protein als die Fleischerzeugnisse.

Was Zusatzstoffe und Aromen angeht, schneiden zwar nicht alle Fleischalternativen gut ab, doch die Bio-Veggie-Produkte sind deutlich besser als Fleischprodukte. Allerdings: Fast alle Produkte enthalten dem Test zufolge zu viel Salz.

Fleischersatzprodukte Ratgeber: So lecker sind vegetarische und vegane Schnitzel
Fleischersatzprodukte wie Veggie-Schnitzel sind oft gesünder als Fleisch – zu oft sollte man sie trotzdem nicht essen. (Foto: © bettina sampl - Fotolia.com)

Auch Fleischalternativen besser nicht zu oft essen

„Die Studie zeigt, dass die häufig geäußerte pauschale Kritik an Fleischalternativen nicht gerechtfertigt ist“, sagt Dr. Markus Keller, Studienleiter vom IFANE. „Im Vergleich zu fleischhaltigen Produkten sind sie meist die gesundheitlich günstigere Alternative.“

Auch wenn Fleischersatzprodukte sich im Test überwiegend als gesünder erwiesen als Fleischprodukte: „Aufgrund des meist hohen Salzgehaltes ist von einem häufigen Konsum jedoch eher abzusehen“, heißt es in der Studie.Veggie-Schnitzel & Co. sollte man also – genau wie „echtes“ Fleisch – nur in Maßen essen.

„Dabei sollten Bio-Produkte aufgrund der geringen Verwendung von Zusatzstoffen und des Verzichts auf Aromastoffe bevorzugt werden. Verbraucher sollten auf die Nährwertangaben der einzelnen Erzeugnisse achten, da es große Spannweiten, beispielsweise beim Gehalt an Fett und gesättigten Fettsäuren, gibt. Außerdem sollten Produkte mit niedrige(re)m Salzgehalt ausgewählt werden“,

so das Fazit der Studie.

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(3) Kommentare

  1. Sehr euphemistisch formuliert!
    Wenn ein Ersatzprodukt ungesünder ist, ist definitiv etwas falsch gelaufen.. egal ob es eine Reihe gesündere Alternativen dazu gibt oder nicht.. es darf nicht sein, dass es überhaupt auf den Markt kommt, wenn ein Ersatzprodukt die schlechtere Alternative ist.

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