Was, wenn wir alle Vegetarier wären?

Vegan Vegetarisch Weltklima, Gesundheit
Foto: Pixabay, CC0 Public Domain

Mehr Pflanzen, weniger Fleisch: Der Umstieg auf vegetarische Kost könnte klimaschädliche Emissionen um zwei Drittel reduzieren – und Millionen Leben retten, so eine Studie.

Es gibt starke Argumente, mehr Obst und Gemüse zu essen: Etwa weniger schädliche Klimagase durch Tierhaltung oder einfach eine gesündere Lebensweise. Doch wie genau wirkt sich die Ernährungsweise auf Gesundheit und Klima aus?

Marco Springmann von der University of Oxford und seine Kollegen untersuchten, inwieweit sich die Umstellung auf eine pflanzenbasierte Ernährung auf die weltweite Sterblichkeitsrate und den Ausstoß klimaschädlicher Gase auswirkt.

10 Prozent weniger frühzeitige Todesfälle

Um zu vergleichen, welche Auswirkungen unsere Ernährungsweise auf das Klima haben kann, entwarfen Springmann und Co. vier Ernährungsmodelle:

  1. Wenn es so weitergeht wie bisher: steigender Konsum von Tierprodukten
  2. Szenario, das sich an den gängigen Ernährungsempfehlungen orientiert (weniger Fleisch, Zucker und Kalorien)
  3. Lacto-Ovo-Ernährung: vegetarische Ernährung mit Eiern und Milch
  4. Komplett pflanzenbasierte Ernährung: vegan

Diese vier Szenarien analysierten sie auf ihre Auswirkungen auf Gesundheit und Umwelt. Ihre Berechnungen für das Jahr 2050 zeigen: Das zweite Szenario mit geringerem Fleischkonsum könnte mehr als fünf bis acht Millionen frühzeitige Todesfälle jährlich vermeiden. Das entspricht einer verringerten Sterblichkeitsrate von 6-10 Prozent. Die vegetarische und vegane Ernährung würde demzufolge sogar sieben bis acht Millionen Todesfälle vermeiden. Grund dafür seien der reduzierte Fleischkonsum (besonders rotes Fleisch) sowie mehr Obst und Gemüse und in Folge dessen insgesamt weniger Kalorien, so Springmann auf The Conversation.

Die ganze Studie findest du bei Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America (Englisch).

Weihnachtsmenü vegetarisch vegan
Sieht aus wie Fleisch, ist aber das pflanzliche Seitan (Fotos: FOOD-micro - Fotolia.com / Foto: "Roasting Chestnuts and an Autumn Salad" Amelia Crook unter CC BY-2.0)

Die Wissenschaftler machen in ihren Prognosen große regionale Unterschiede aus: Vor allem Entwicklungsländer in Ost- und Südasien profitierten demnach von einer pflanzenbasierten Ernährung. Dicht gefolgt von reichen Ländern, in denen der Pro-Kopf-Nutzen doppelt so groß sein könnte – schließlich würden sich die Menschen dort besonders unausgewogen ernähren. China würde mit bis zu 1,7 Millionen vermiedenen Todesfällen den größten gesundheitlichen Nutzen einer pflanzenbasierten Ernährung haben.

70 Prozent weniger klimaschädliche Gase

Doch wie sieht es mit den eingesparten klimaschädlichen Emissionen aus, verursacht durch die Tierhaltung? Diese könnten ebenfalls um mehr als zwei Drittel reduziert werden, so die Studie, die Anfang 2016 im amerikanischen Journal PNAS veröffentlicht wurde. Die Studie fasst zusammen: Wenn sich alle Menschen auf dieser Erde vegetarisch ernährten, würden durch Tierhaltung verursachte Treibhausgase um 63 Prozent reduziert. Eine vegane Ernährung würde sogar eine Einsparung von 70 Prozent bringen.

10 Tipps, um ein bisschen veganer zu werden

Fazit: Mehr Gemüse und weniger Fleisch auf unseren Tellern schont das Erdklima, könnte den frühzeitigen Tod von Millionen Menschen verhindern – und nicht zuletzt viele Tierleben retten.

Weitere Tipps, um das Klima zu retten:

  • Auf Siegel achten: sie erleichtern den bewussten Einkauf
  • Auto stehen lassen: zu Fuß gehen, Rad nehmen und gleichzeitig fit bleiben
  • Lebensmittelabfälle vermeiden oder Überschüssiges teilen, zum Beispiel bei foodsharing

Weiterlesen auf Utopia.de:

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Schlagwörter: , , , , ,

(4) Kommentare

  1. Dieser Artikel ist ja sehr dürftig und zu knapp, um aussagekräftig zu sein. Dass mehr pflanzliche Nahrung gut für uns und die Welt ist, sollte längst jeder wissen, jedoch erwartet man sich doch schon ein paar mehr Fakten und Details …

    Zudem verstehe ich nicht ganz, wie man hier darauf kommt, dass vegetarische Ernährung 63% und vegane 70% CO2 einspare. Der Unterschied von 7% ist doch wohl sehr gering, betrachtet man andere Quellen, die Milchproduktion als unheimlich umweltschädlich ansehen. (Bis eine Kuh Milch gibt, was dafür alles getan werden muss, plus Umrechnung der Abgase auf die Menge an Milch). Dazu heißt es ja, dass eine vegetarische Ernährung oft sehr milchlastig sei, was bedeuten würde, dass ja bei mehr Vegetariern, die Nachfrage nach Milchprodukten steige. Die 7% gehen mir nicht in den Kopf.

    • Warum soll da mehr Unterschied sein?
      Die Produktion von Fleisch- / Milch-Ersatz-Produkten bei Vegan ist ja auch sehr energie-Intensiv.
      Hast Du Dich schon mal damit beschäftigt, wie viel Wasser für Mandel-Anbau benötigt wird? bzw. wie Aufwändig die Produktion von Sojamilch ist?

      Aber natürlich gebe ich Dir recht, daß so ein kurzer Artikel das komplexe Thema nicht im geringsten beleuchten kann.

      Man geht davon aus, daß eine maßvolle Tierhaltung auf Flächen, die kaum für Ackerbau geeignet sind, in Kombination mit überwiegend pflanzl. Ernährung am klimafreundlichsten wäre.

      Da muß man also ganz genau betrachten, wie die Milch erzeugt wurde, ect.

  2. Ich schließe mich Regina an und kenne es besser von Utopia.
    Es fehlen Fakten und Belege zu den Aussagen.
    Zudem sehe keinerlei differenzierte Betrachtung des Ganzen.
    Das bewusster und überschaubarer Fleischgenuß positiv zu sehen ist hinreichend bekannt. Das rein Vegetarisch die Lösung darstellen soll – gerade wegen den genanten Milchprodukten leuchtet nicht ein. Denn zu jedem Glas Milch gehört bekannterweise ein Stück Fleisch (ohne Kalb keine Milch).
    Am gruseligsten finde ich die plumpe Aussage:
    „Fazit: Mehr Gemüse und weniger Fleisch auf unseren Tellern schont das Erdklima, könnte den frühzeitigen Tod von Millionen Menschen verhindern – und nicht zuletzt viele Tierleben retten.“
    Es schlicht und ergreift falsch, Verzicht auf Fleisch als Tierlebensrettung darzustellen.
    Denn die Tierleben gibt dann einfach nicht, wenn es nicht nachgefragt wird!
    Zudem gibt es meiner Ansicht nach das oben erwähnte Problem beim Verzehr von Milchprodukten oder Eiern etc. Da ohne Tiere gibt es diese Produkte nicht. Liegt nicht eine schlüssige Wertschätzung und -schöpfung des Tierlebens darin, dass man ein respektvolle und bestmögliche Haltung Form ermöglicht und wenn das Tier sein Leben lässt, man so gut wie möglich alles nutzt und verwertet?

Kommentar schreiben

0/2500

* Pflichtfelder

** Links zu Bezugsquellen sind teilweise Affiliate-Links: Wenn ihr hier kauft, unterstützt ihr aktiv Utopia.de, denn wir erhalten dann einen kleinen Teil vom Verkaufserlös.