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Transracial: Influencer:in Oli London identifiziert sich als koreanisch – und unterzieht sich dafür Schönheitsoperationen

Oli London transracial
Foto: Screenshot / Oli London Youtube

Eine Social-Media-Persönlichkeit aus Großbritannien identifiziert sich als koreanisch und hat nun auch das eigenen Aussehen dahingehend anpassen lassen. Den Verlauf der Operationen und die Identifikation als transracial teilte Oli London auf Social Media, und löste damit Kontroversen aus.

Vergangene Woche teilte London auf Social Media mit, sich als non-binär und koreanisch zu identifizieren. Menschen, die sich als non-binär identifizieren, fühlen sich weder einem männlichen noch einem weiblichen Geschlecht zugehörig und verzichten im Zuge dessen oft auch auf die geschlechterspezifischen Pronomen „sie“ und „er“. London wählte für sich Pronomen, die darüber hinaus die ethnische Identität widerspiegeln und möchte von nun an mit „they | them | Kor/ean | Ji/min“ bezeichnet werden. Aufgrund dieser Entscheidung entbrannte eine hitzige Diskussion auf Twitter und anderen Social-Media-Seiten. Nicht Londons Identität als non-binär, sondern dass London sich als koreanisch identifiziert, wurde heftig kritisiert.  

Die 31-jährige Social-Media-Persönlichkeit ist schon seit Jahren ein großer Korea-Fan und verehrt Park Ji-min, den Sänger der koreanischen Band BTS. Um auszusehen wie der koreanische Star, unterzog sich London bereits 18 Schönheitsoperationen. Die letzte auf Social Media geteilte Operation war eine Veränderung der Augen in eine mandelförmigere Form. 

Was sind die Meinungen auf Social Media? 

Social-Media-Posts, in denen London sich als koreanisch identifiziert, stießen auf großes Unverständnis.  

Ein Tweet sagt beispielsweise aus, dass Londons Verhalten verletzend sei und Geschlechteridentitäten nichts mit Nationalitäten zu tun haben. Des Weiteren steht im selben Tweet, dass London sich über die non-binären Geschlechteridentitäten lustig mache und die Person sich davon angegriffen fühle. Auf Twitter sind auch viele Personen der Meinung, dass das Verhalten Londons als schädlich für die non-binäre Community und als verspottend angesehen werden kann. Nicht wenige Kommentare unter Posts von London sprechen sich für non-binäre und andere Genderidentitäten aus, haben aber Unverständnis für die Identifikation mit anderen Ethnien oder Nationalitäten.  

London identifiziert sich als transracial. Das bedeutet, dass London sich in der falschen Ethnie geboren fühlt.  

London erklärt in einem Tweet, dass die Identifizierung als transracial vergleichbar mit Transsexualität sei, da sowohl eine transsexuelle Person als auch eine transracial Person im falschen Körper geboren wurden. Dieses Statement trifft bei einigen User:innen auf Unverständnis, wie dieser Tweet zeigt. 

Es gibt jedoch auch Zustimmung für Londons Identität als koreanisch. Beispielsweise schreibt eine Nutzerin: „I dont know you or your life so who am I to judge? Culture and nationality and stuff aren’t always as simple as people who’ve never questioned them make them out to be“, also „Ich kenne dich oder dein Leben nicht, also wer bin ich darüber zu urteilen? Kultur, Nationalität und andere Dinge sind nicht immer so einfach zu beurteilen, wie Personen, die diese noch nie hinterfragt haben, behaupten.“

Was sagt Park Ji-min zu Oli London? 

Im Internet lassen sich keine klaren Angaben dazu finden, ob London Park Ji-min schon einmal begegnet ist. Auf Londons sozialen Netzwerken sind Bilder zu finden, die London mit Park Ji-min zeigen, diese sind aber meist offensichtliche Fotocollagen. Nach Meinungsäußerungen des BTS-Sängers sucht man vergebens. Sicher sind sich Fans jedoch, dass Park Ji-min von Londons Existenz weiß, seine Meinung zu London, teilte er bislang aber noch nicht. 

Medieninteresse an Londons Leben 

Schon bevor London die eigene geschlechtliche und ethnische Identität öffentlich teilte, gab es großes Medieninteresse an der Online-Persönlichkeit. London war beispielsweise zu Gast in der amerikanischen Talkshow „Dr. Phil“. ProSieben produzierte für das Format „red.“ eine Sendung über London, die auch einen Schönheitseingriff zeigte. Auch als London Anfang 2020 eine Pappfigur von Park Ji-min in Las Vegas heiratete, waren die Medien dabei und das Ereignis wurde stark diskutiert.  

Anmerkung: Wir beziehen in diesem Artikel keine Position zu Londons Identität und Handlungen, sondern spiegeln die verschiedenen Meinungen und Perspektiven auf Londons Statements wider. Die Debatte kann ein Anstoß sein, darüber nachzudenken, wie Menschen ihre persönliche Identität ausleben und gleichzeitig rücksichtsvoll mit anderen persönlichen und kollektiven Identitäten umgehen können.  

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