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Wie in Utrecht: Erste deutsche Stadt hilft Bienen mit Bushaltestellen

Foto: Twitter / Jolanda van Ginkel

Die niederländische Stadt Utrecht ließ für den Artenschutz 316 Wartehäuschen bepflanzen. Doch nicht nur dort freuen sich Insekten über die „Bee-Stops“ – auch deutsche Städte wollen mehr Grün auf den Bushaltestellen.

Utrecht ist ein Bienenparadies – dank einer einfachen, aber genialen Maßnahme: Seit Anfang Juli sind in der niederländischen Stadt die Dächer von über 300 Bushaltestellen bepflanzt.

Das sieht schmuck aus und hat viele Vorteile für die Umwelt: Die Pflanzen auf den „Bee-Stops“ leisten einen Beitrag gegen das Insektensterben, indem sie den Tieren Nahrung bieten, sie filtern Feinstaub aus der Luft und speichern Regenwasser.

Hier ein Tweet, der eine „Bienenhaltestelle“ in Utrecht zeigt:

Auch in Leipzig soll es grünen und summen

Eine tolle Idee – und die gute Nachricht ist: Sie scheint auch in Deutschland Schule zu machen. Ebenfalls seit diesem Monat ist Leipzig dabei, Wartehäuschen mit pflegeleichten Gründächern zu errichten – die Stadt zieht daher eigentlich nicht nach, sondern vielmehr am gleichen Strang wie Utrecht. Insgesamt sollen es 900 neue Haltestellen werden, davon erhalten ca. 500 ein Gründach und etwa 400 ein Solardach, dessen Strom in die Ausleuchtung der Fahrpläne fließen wird.

Die Stadt Leipzig verfolgt mit ihrem Projekt also nicht ausschließlich eine Initiative zur Bienenrettung, sondern möchte grundsätzlich Haltestellen mit „umwelt- und klimafreundlichen Ausstattungsmerkmalen“ etablieren. Zu den Vorzügen der Gründächer heißt es auf der Website der Stadt, sie würden „einen positiven Beitrag für ein angenehmes Mikroklima“ leisten.

Schöner Nebeneffekt: Die Gründächer machen Bienen glücklich

Hier ein Tweet, der zeigt, wie die erste neue Haltestelle errichtet wird:

Auch wenn Leipzig den Bienen-Bonus in der Kommunikation gar nicht besonders hervorhebt – die Insekten werden von den Dächern auf jeden Fall profitieren. Auf Anfrage von Utopia lässt das Verkehrs- und Tiefbauamt mitteilen: „Bei den Pflanzen handelt es sich um Sedum-Pflanzen. Unter anderem Album, Spurium, Acre und Reflexum kommt zur Anwendung, die besonders auch für Bienen und Hummeln geeignet sind.“

Diese deutschen Städten wollen folgen

Leipzig ist aber nicht die einzige deutsche Stadt, die mit der Idee liebäugelt: Wie der „Weser Kurier“ berichtet, wünschen sich auch die Grünen in Bremen Haltestellen mit bienenfreundlicher Bepflanzung – derzeit werden dazu die ersten Gespräche geführt.

Laut der „Bild“-Zeitung interessiert man sich auch Düsseldorf für das Modell. „Die begrünten Bushaltestellen in Utrecht könnten durchaus ein Best-Practice sein, das wir auch für Düsseldorf prüfen“, wird der Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) dazu zitiert.

In der Stadt Münster stehen die Chancen für grüne Haltestellendächer ebenfalls nicht schlecht: Über die Sommerpause soll ein Ratsantrag entwickelt und anschließend darüber abgestimmt werden, schreibt das „Münster Magazin“.

Bienen retten: So wirst du selbst aktiv

In München hat die SPD im Stadtrat einen entsprechenden Antrag gestellt. Auch in Bonn möchte die Politik grüne Haltestellen: Die Stadtverwaltung soll dort gemeinsam mit den Stadtwerken bis Anfang 2020 ein Konzept vorlegen. In Bochum macht sich eine Fraktion für bienenfreundliche Bushaltestellen stark, im Großraum Braunschweig und in der Stadt Neuss in Rheinland-Pfalz wird die Idee ebenfalls geprüft.

Es wäre wünschenswert, wenn noch viel mehr Städte in Deutschland dem Beispiel folgen und die ungenutzten Flächen bepflanzen würden. Wer von den „Bee Stops“ inspiriert ist, kann natürlich auch sein eigenes Dach begrünen – und auf anderem Weg selbst gegen aktiv werden, um die Insekten zu retten.

Wie das geht, erfährst du hier:

Weiterlesen auf utopia.de:

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