Absurde Produkte: Man kann kaum tiefer sinken als dieses Wasser

E Aqua
Absurde Produkte: Man kann kaum tiefer sinken als dieses Wasser

Wasser kann man zu Geld machen – darauf sind schon einige Unternehmen gekommen. Der Erfindungsreichtum an angeblich besseren Wasser kennt dabei keine Grenzen und keinen Respekt vor der Umwelt – wie dieses Wasser für Zubereitung von Kaffee und Tee zeigt. 

Wir haben viele Probleme auf dieser Welt. Eines davon heißt bekanntlich Plastik. Erst Ende letzter Woche machte wieder ein Video aus der Karibik die Runde, auf dem man kein Wasser mehr sah, sondern ein Meer aus Plastik.

Es gibt viele Menschen, die etwas gegen das Plastik-Problem tun wollen, weil sie darin eine echte Bedrohung für das Ökosystem Erde sehen. Und es gibt Leute, die beschäftigen sich mit anderen Problemen.

Die Macher des „E-Aqua“ zum Beispiel haben es sich zur Aufgabe gemacht, das beste Wasser zur Zubereitung von Kaffee und Tee zu finden. Und wie man sieht, wollen sie erfolgreich gewesen sein. In den italienischen Alpen haben sie ein Wasser entdeckt, das „alle Geschmacksnuancen zur vollen Entfaltung“ bringt – „mit dem optimalen Härtegrad“. Das Wasser soll außerdem frei sein „von jeglichen Umwelteinflüssen“. Anmerkung: Die Natur bleibt meist nicht lange unberührt, wenn irgendwo Wasser im großen Stil abgepumpt wird.

Wasser aus der Plastikflasche ist besser für Kaffee?

Endlich können nun auch alle Menschen in Deutschland – die bisher gar nicht wussten, das Leitungwasser nicht gut genug für ihren Kaffee ist – das „erste Quellwasser als Zubereitungswasser für Caffè und Tè“ kaufen. Die ersten Supermärkte bieten es laut Händerlverzeichnis auf der Webseite bereits an, im Netz kann man sogar ein  bequemes Abo abschließen. Der Literpreis liegt übrigens bei 72 Cent – da muss man den Preis für einen Liter Leitungswasser schon fast als Indiz für schlechten Geschmack heranziehen: 0.02 Cent können eigentlich gar nicht schmecken.

Und da die Menschheit derzeit ohnehin schon 1.000.000 Plastikflaschen pro Minute kauft, machen die paar mehr auch nicht mehr aus – dafür endlich guter Kaffee, oder? „Die Wahl des richtigen Wassers ist eine Frage des guten Geschmacks“, schreibt E-Aqua“– die Wahl der Produkte, mit denen man sein Geld verdient auch!

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(10) Kommentare

  1. Der Titel ist dieses Artikels ist ein wenig irreführend, eigentlich müsste es heißen „… als mit diesem Wasser“.
    Aber davon unabhängig ist die Tatsache, dass es dabei um nichts anderes als Profit geht, nur ein weiteres Symptom der Perversion eines zutiefst kranken Systems.
    Eines Systems, das es billigend in Kauf nimmt, für kurzfristgen Geldzuwachs die Zukunft des gesamten Ökosystems aufs Spiel zu setzen.
    Wasser unabhängig von Umwelteinflüssen – wie lächerlich ist das denn.

  2. So ein Unsinn!
    Nie werde ich diese doofen Plastikflaschen mit Wasser für den Kaffee kaufen!
    Wer ist denn so hohl und öffnet dafür den Geldbeutel und schleppt das Zeugs auch noch nach Hause?
    Hat ihnen zuvor der Kaffee nicht geschmeckt?
    Dann sollen sie nie mehr in ein Café gehen oder unterwegs beim Bäcker einen Becher Kaffee kaufen (meinen eigenen Becher habe ich dabei, dieser wir akzeptiert).
    Im Café oder beim Bäcker wird bestimmt nicht extra Wasser gekauft. Wozu, dass der Kaffee teurer wird?
    Leitungswasser ist das Richtige und hat bei uns eine gute Qualität. Das kann man auch anstelle von gekauftem Mineralwasser trinken.

  3. Ja, da hast Du Recht.
    Z.B. in Berlin kostet das Wasser unter 2 € pro Kubikmeter, was auch 2€ pro 1000 Liter sind.
    Also 1 Liter = 0,002€ oder 0,2Ct.
    Da man dann aber mit jedem gekauften Liter auch noch einen Liter Abwasser bezahlen muss, verdoppelt sich das Ganze dann (ungefähr!)… immer noch billiger als gekauftes Wasser und bequemer.

  4. einfach nur bescheuert. Ich mag mich irren aber ein schneller Blick auf google-Trends und ähnliche tools legt nahe, dass es aktuell keine Nachfrage/kein Bedürfnis nach speziellem Wasser für die Zubereitung von Kaffee gibt.

    Ergo muss diese Nachfrage für diesen Mist mittels Werbung künstlich geschaffen werden. Fällt mir nix mehr ein.

  5. Weil hier auch von Kaffee die Rede ist, die Firma Jacobs (falls ich richtig gehört habe) hat die geniale Idee geboren Alukapseln auf den Markt zu bringen. Auf die Idee, dass es auch schon umweltfreundliche Alternativen zu Alu gibt und die auch schon am Markt sind (nur nicht im TV beworben werden) kamen die Produktentwickler nicht.
    Einfach floppig, meiner Meinung nach. Ob Jacobs fairtrade und Biokaffee vertreibt ist mir nicht bekannt. Aber den gibts vermutlich eh nicht in Alukapseln, wäre ja auch ein Widerspruch. Ich dachte, dass Firmen sich grundsätzlich weiter in Richtung Umweltschutz entwickeln, langsam aber doch. Stimmt leider nicht. Mir scheint man geht zwei Schritte vor und fünf zurück, manche haben noch gar nicht angefangen nachzudenken, außer Konsumenten zu täuschen und Geld zu scheffeln.

  6. Es gibt wohl nichts was so absurd ist, dass es nicht doch irgendjemand aus Profitgier verkaufen möchte. Ich fürchte nur, dass es Leute geben wird die es kaufen weil es einfach zum hippen Lebensstiel passt.

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