Abschaffung der Zeitumstellung: Kommt sie doch nicht so bald wie gedacht?

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Foto: CC0 Public Domain / Pexels

Viele Länder haben Bedenken, ein paar sind komplett dagegen: Die Abschaffung der Zeitumstellung kommt wohl doch nicht so bald, wie gedacht.

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker wollte die Zeitumstellung am liebsten schon nächstes Jahr abschaffen. Nach der Rekordbeteiligung an der EU-Umfrage im August verkündeter er, in der EU für eine dauerhafte Umstellung auf die Sommerzeit zu werben.

Eine Einigung der Mitgliedstaaten und des Parlaments gestaltet sich nun allerdings schwieriger als gedacht, berichtet tagesschau.de. Ein paar Länder, wie etwa Griechenland, seien komplett gegen die Abschaffung. Andere halten diese dagegen für sinnvoll – benötigen aber viel mehr Vorbereitungszeit.

Die EU braucht Zeit

So äußerte sich der österreichische Verkehrsminister Norbert Hofer gegenüber tagesschau.de, man müsse einen Kompromiss finden, weil die meisten EU-Länder bedenken hätten, die Zeitumstellung schon 2019 abzuschaffen. „Man benötigt in gewissen Bereichen noch technische Vorbereitungsarbeiten – zum Beispiel im Luftverkehr“, fügte er hinzu.

Der dänische Verkehrsminister Ole Birk Olesen zeigte sich außerdem besorgt darüber, dass noch keine richtige Debatte innerhalb des Landes geführt wurde. „Die Leute wissen nur, dass es lästig ist, zweimal im Jahr die Uhr umzustellen. Aber viele wissen nicht, welche Folgen es haben wird, je nachdem, wie wir uns entscheiden“, sagt er.

Sommer- oder Winterzeit? Länder sind sich uneinig

Auch darüber, ob es nun eine dauerhafte Winter- oder Sommerzeit geben soll, sind sich die Länder noch uneinig. Dänemark, Estland und Deutschland sind unentschieden, Finnland und Österreich wollen dauerhafte Sommerzeit – und Tschechien die dauerhafte Winterzeit, also die europäische Standardzeit.

Über eines sind sich die Länder aber einig: Einen Flickenteppich aus unterschiedlichen Zeitzonen will keiner. „Es gibt bereits jetzt drei unterschiedliche Zeitzonen in der Europäischen Union, und mehr sollten es auch nicht werden“, meint der österreichische Verkehrsminister Hofer. Bis sich die Länder allerdings geeinigt haben, dauert es wohl noch bis 2020.

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(1) Kommentar

  1. Das grundsätzliche Problem, an das keiner gedacht hat ist, daß unsere Zeitzone von Polen bis Spanien geht. ZWischen den Randgebieten besteht in der Ortszeit eine Differenz von mehreren Stunden. Um die Zeit zu vereinheitlichen und gleichzeitig diese Differenz in der Ortszeit auszugleichen, hilft die Zeitumstellung.
    Würde man die ewige Sommerzeit einführen, würde es in Westfrankreich und Spanien um die Weihnachtszeit erst am späten Vormittag hell werden. Würde man umgekehrt die ewige Winterzeit einführen, würde es im Juni in Ost-Polen oder der Slowakei schon gegen 2 Uhr nachts hell werden.
    Die Zeitumstellung stellt somit den einzig tragfähigen Kompromiß dar, der einerseits die Zeit innerhalb der Zeitzone Rechnung vereinheitlicht, andereseits aber auch die Ortszeit-Differenz in den Randgebieten der Zeitzone und den dadurch entstehenden Probleme Rechnung trägt.
    Und diesen einzigen vernünftigen und tragfähigen Kompromiß will man nun im blinden Aktionismus und stumpfen Populismus abschaffen !!!

    Übrigens ist die im Sommer gestartete Umfrage trotz Rekord-Beleiligung alles andere als repräsentativ:
    Da haben zwar 4,6 Millionen Menschen teilgenommen, aber das ist noch nicht mal 1 % der EU-Bevölkerung !

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