Schadstoffe und schlechter Geschmack: Balsamico-Essig bei Stiftung Warentest

Foto: CC0 Public Domain/Pixabay

Stiftung Warentest hat Balsamico-Essig ins Labor geschickt – die Ergebnisse sind ernüchternd: Neun Produkte sind „mangelhaft“. Die Verbraucherschützer fanden Schadstoffe und Zusatzstoffe, bei mehreren Essigen kritisierten sie den Geschmack.

Der offizielle Name lautet: Aceto Balsamico Tradizionale di Modena DOP. Traditionell wird er ausschließlich aus gekochtem Traubenmost und Wein von Weintrauben aus der Region Modena hergestellt. Bis er optimal gereift ist, dauert es mindestens zwölf, besser noch 25 Jahre. Und deshalb ist ein traditionell hergestellter, hochwertiger Balsamico-Essig auch entsprechend teuer.

Im Supermarkt gibt es günstigeren Balsamico, er hat mit der Tradition des ursprünglichen Essigs aber nur noch wenig zu tun. Stiftung Warentest wollte wissen, wie gut die Essige sind und hat 22 Produkte getestet – darunter drei Bio-Essige. Die Verbraucherschutzorganisation untersuchte zusätzlich vier weiße Balsamicos (Condimenti Balsmico Bianco).

Balsamico-Essig: Die Ergebnisse von Stiftung Warentest

„Es liegt vieles im Argen rund um die Herstellung des ‚Aceto Balsamico die Modena‘“, schreibt Stiftung Warentest. Die Ergebnisse im Überblick:

  • Kein einziger Essig ist „sehr gut“.
  • Sechs Produkte schneiden mit „gut“ ab, darunter Essige von Bertolli, Rewe und Lidl.
  • Sieben Essige sind nur „befriedigend“, etwa die von Rapunzel, Kaufland sowie ein weiterer Lidl-Essig.
  • Neun Aceto Balsamico die Modena fallen mit mangelhaft durch.

Beim weißen Balsamico sind die Ergebnisse ähnlich enttäuschend: Nur der „Mazzetti L’originale“ ist gut, die anderen getesteten Essige sind befriedigend und mangelhaft. Stiftung Warentest kritisierte bei ihnen vor allem den Geruch.

Was Stiftung Warentest an den Balsamico-Essigen kritisiert

Salatdressing mit Balsamico: Lecker zu Tomate-Mozzarella.(Foto: CC0 / Pixabay / RitaE)
Salatdressing mit Balsamico: Wird gerne zu Tomate-Mozzarella gegessen.

Weitere Kritikpunkte im Test:

  • Balsamico-Essig darf die Essigsäure nur aus Weintrauben bestehen. Bei sechs Produkten wiesen die Tester Essigsäure aus Zuckerrübe, Mais oder Zuckerrohr nach.
  • Die meisten Essige enthielten außerdem Zusatzstoffe – etwa Zuckerkulör zum Färben. Nur die Bio-Essige waren frei von Zusatzstoffen.
  • Stiftung Warentest fand außerdem Rückstände von Eisen, Zink und Blei.
  • In der Schadstoff-Prüfung vielen Bio-Essige negativ auf: Sie enthielten erhöhte Kupfer-Gehalte. Kupfer wird im Ökolandbau als alternatives Pflanzenschutzmittel eingesetzt. Für Wein gibt es daher Grenzwerte – die Kupfer-Gehalte in den getesteten Balsamico-Essigen lagen darunter. Gesundheitliche Folgen seien daher unwahrscheinlich.
  • Einige Essige schmeckten „unsauber“, „muffig“ oder nicht aromatisch genug. Geschmack, Geruch und Mundgefühl der Essige waren die wichtigsten Kriterien im Test.

Alle Testergebnisse im Detail gibt es bei Stiftung Warentest.

Balsamico-Essig bei Öko-Test

Öko-Test Aceto Balsamico di Mondena Balsamicoessig(Foto: Utopia.de)
Balsamico-Essig bei Öko-Test.

Auch Öko-Test hat 17 Marken Aceto Balsamico getestet – allerdings schon im Jahr 2018. Die Essige kosteten von 99 Cent bis 14 Euro, mit dabei waren vier Bio-Produkte.

Bei den Inhaltsstoffen haben die Tester geprüft, ob Mindestgehälter an Säure und Zucker eingehalten wurden. Außerdem ob Fremdzucker enthalten ist und der Essig gefärbt wurde. Öko-Test sieht das synthetische Färbemittel Zuckerkulör kritisch – es sei ein billiger Trick, um hochwertige Zutaten und eine lange Reifung vorzutäuschen.

Bei der Verpackung wurden verwirrende Angaben abgewertet: Manche Hersteller geben auf dem Etikett in Prozent an, wie viel Traubenmostkonzentrat zugesetzt wurde, das sagt laut Öko-Test aber nicht unbedingt etwas über die Qualität aus. Abgesehen davon haben die Tester Produkte, deren Etikett umweltschädliches PVC/PVDC enthält, abgewertet.

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Balsamico-Essig: Das sind die Öko-Test-Ergebnisse

Testsieger waren die beiden teuersten Balsamico-Essige. Sie erhielten das Gesamturteil „sehr gut“. Günstigere Produkte schnitten immerhin mit einem „gut“ ab – vor allem Bio-Produkte konnten überzeugen, darunter auch der Essig von Alnatura.

Sechs Aceto Balsamico schnitten nur befriedigend ab – darunter Discounter-Produkte sowie Marken-Essig. Drei Marken lagen noch unter diesem Ergebnis – „ungenügend“ war nur ein Produkt: Der Rewe Beste Wahl Aceto Balsamico di Modena I.G.P. Er enthielt sehr wahrscheinlich Fremdzucker, war mit dem kritischen Stoff Zuckerkulör gefärbt und die Verpackung enthielt irreführende Angaben und PVC/PVDC.

Mehr Informationen zu den Testsiegern und alle Details zum Balsamico-Essig-Test bei Ökotest.

Aceto Balsamico: der Testbericht auf oekotest.de
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Utopia meint: Wir raten zu Bio-Essigen: Bei Öko-Test haben sie besser abgeschnitten und bei Stiftung Warentest enthielten sie keine Zusatzstoffe – im Gegensatz zu den konventionellen Produkten. Zwar stellte die Verbraucherschutzorganisation erhöhte Kupfergehalten fest, allerdings in so niedriger Konzentration, dass sie unbedenklich sind. Der große Vorteil von Bio-Essigen: Ihre Rohstoffe werden ohne giftige Chemikalien angebaut und sind besser für die Umwelt.

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(3) Kommentare

  1. Ich kaufe keinen Balsamico.
    Ein einziges Mal habe ich einen probiert und hat mir nicht geschmeckt.
    Wozu diesen teuren Essig kaufen, wenn mir ein milder Obstessig
    im Salat, auch im Kartoffelsalat gut schmeckt?!
    Bei Alnatura kaufe ich ihn. Auch bei *dm* kann man ihn kaufen, wenn ich im Drogeriemarkt einkaufe.

  2. Wenn der Kupfergehalt bei den Bio-Acetos unter der gesetzlichen Norm lag, nach welchem Maßstab gilt er dann als erhöht? Erhöht aber unter der Norm widerspricht sich ja irgendwie.

    „In der Schadstoff-Prüfung vielen Bio-Essige negativ auf: Sie enthielten erhöhte Kupfer-Gehalte. […] Für Wein gibt es daher Grenzwerte – die Kupfer-Gehalte in den getesteten Balsamico-Essigen lagen darunter. Gesundheitliche Folgen seien daher unwahrscheinlich.“