Fehlende Lebensmittel & Hamsterkäufe: Chefs von Aldi, Lidl, Rewe beziehen Stellung

Fotos: © Aldi Süd, "Einkaufen" von Thomas Schlosser unter CC BY 2.0, ©Rewe

Wegen der Corona-Krise legen sich viele Menschen einen Notvorrat an und plündern dafür die Supermärkte. Die Chefs von Aldi, Lidl, Rewe und Müller rufen dazu auf, keine Hamsterkäufe mehr zu tätigen – und erklären, wie es um die Lebensmittelversorgung steht.

Wenn man die leeren Regale im Supermarkt sieht, kann einem schon etwas unheimlich zumute werden. Wird es bald bestimmte Lebensmittel nicht mehr geben? So weit wird es nicht kommen, sagen die Chefs von Aldi, Lidl, Rewe und Co. In einer Sendung der Bild-Zeitung haben sie ausführlich zu der Situation der Supermärkte während der Corona-Krise Stellung bezogen.

Alle Geschäftsführer räumten zwar ein, dass einige Produkte in den Filialen fehlen. „Aber wir tun alles dafür, diese Fehlartikel auch kurzfristig wieder zu beseitigen“, sagte Lidl-Deutschland-Chef Matthias Oppitz. Rewe-Geschäftsführer Lionel Souque sah das ähnlich: „Das ist nur eine kurzfristige Sache und wir werden mittelfristig überhaupt kein Problem mit der Warenversorgung in Deutschland haben.“

Chef von Aldi-Nord: Hamsterkäufe sind unsolidarisch

Supermarkt, Regale, Coronavirus
Leere Regale in den Supermärkten (Foto: Utopia)

Nicolas DeLope, Chef von Aldi Nord erklärte, warum bestimmte Artikel in den Geschäften fehlen. Die Nachfrage sei aus drei Gründen stark angestiegen: Erstens sei aktuell fast niemand im Urlaub – es kaufen also generell mehr Menschen ein als sonst.

Zum anderen sei der „Außer-Haus-Konsum“ gesunken. Weil die Kund*innen nicht mehr in Restaurants und Cafés gehen, brauchen sie mehr Lebensmittel als gewöhnlich. Die Hamsterkäufe vieler Kund*innen tun ihr Übriges.

Daher die Botschaft der Konzerne: Bitte nicht hamstern. Es sei nicht nur unnötig, Vorräte anzulegen, sondern auch unsolidarisch, sagte DeLope. „Deswegen unser Appell an die Kunden, wirklich das einzukaufen, was sie brauchen. […] Es wird genügend verfügbar sein.“

Auch Biomärkte erleben Hamsterkäufe

Die Corona-Krise ist auch für die Bio-Märkte eine Herausforderung. Alnatura etwa spricht von einer „stark erhöhten Nachfrage“ und einer „dementsprechend angespannten Liefersituation“. „Wir bemühen uns auf allen Ebenen, die Warenverfügbarkeit sicherzustellen“, sagt uns Miriam Szygula von Alnatura.

Bisher sei die Versorgungslage gut, die Hersteller würden ausreichend weiter produzieren. „Das Einräumen größerer Produkt-Mengen in die Regale braucht Zeit, deshalb kann es vorkommen, dass einzelne Produkte im Warenregal kurzzeitig nicht vorhanden sind.“

Utopia meint: Die Versorgung mit Lebensmitteln und Hygieneprodukten ist gesichert – das betonen Behörden und Supermärkte immer wieder. Am Am Donnerstag hatte sich auch die Drogeriekette dm ähnlich geäußert. Selbst bei Klopapier werde es keine Engpässe geben. Es ist also an der Zeit, mit den Hamsterkäufen aufzuhören. Die Panik im Supermarktregal bewirkt vor allem eines: mehr Stress für die Angestellten. Und bitte vergesst trotz allem nicht, bio fair und regional zu kaufen, soweit es euch möglich ist.

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