Amazon Smile: Foodwatch kritisiert „unverschämte Irreführung“

Amazon Smile Foodwatch
Foto: "Streik Amazon Rheinberg03-2015_07" von DIE LINKE Nordhrein-Westfalen unter CC- BY-SA 2.0

Auf Amazons Spendenplattform „Amazon Smile“ können Kunden ihren Einkauf mit einer Spende verbinden: Für jeden Kauf erhält eine wohltätige Organisation einen Teil des Einkaufspreises. Amazon-Kunden haben über diesen Weg auch an Foodwatch gespendet – Foodwatch lehnt die Spende jedoch ab.

„Einkaufen und Gutes tun“ – mit diesem Slogan wirbt Amazon für sein Wohltätigkeitsprogramm „Amazon Smile“. Über die Plattform können Kunden eine Organisation auswählen, an die Amazon 0,5 Prozent des Einkaufspreises spendet.

Die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch warnt jedoch vor dem Programm: Mit Amazon Smile werde der Kunde in die Irre geführt, denn das Geld lande nicht immer bei der Organisation, für die sich der Kunde entschieden hat.

Amazon Smile ohne Zustimmung der Organisationen

Amazon Smile führt eine Liste wohltätiger Organisationen, aus der die Kunden den Empfänger für ihre Spenden auswählen können. Foodwatch stand bis vor wenigen Tagen selbst auf dieser Liste – und das, obwohl die Organisation nicht zugestimmt oder sich registrieren lassen hat.

Im Mai diesen Jahres erhielt Foodwatch eine Mitteilung von Amazon: Kunden hätten insgesamt 83,15 Euro für die Organisation gut geschrieben. Foodwatch passt das gar nicht: Die Organisation nimmt grundsätzlich keine Spenden von Unternehmen, die in der Lebensmittelbranche tätig sind.

(Es muss nicht immer Amazon sein: Finde hier Alternativen zu Amazon.)

Kleine Spende – großer Umsatz bei Amazon

Auch wenn die Spendensumme von 83,15 Euro vergleichsweise niedrig ist – dahinter steckt ein hoher Umsatz bei Amazon: „Entspricht dieser Betrag tatsächlich 0,5 Prozent des Einkaufswertes, so stünde ihm ein Umsatz von 16.630 Euro für Amazon gegenüber – ein Umsatz, der unter dem Eindruck entstanden ist, mit dem Geld könne Foodwatch unterstützt werden“, schreibt Foodwatch.

Den Kunden wird also für einen gewissen Zeitraum suggeriert, dass sie an eine bestimmte Organisation spenden, während dort gar kein Geld ankommt. Wenn eine Organisation nicht Teil des Amazon-Spendensystems sein möchte, landen „ihre“ Spenden letztendlich bei einer anderen Organisation. Laut Foodwatch kann Amazon Smile bei den betroffenen Organisationen durch dieses Vorgehen großen Schaden anrichten. Menschen, die denken, sie hätten beispielsweise Foodwatch bereits über Amazon unterstützt, würden womöglich auf anderem Wege nicht mehr spenden. (Wichtige Tipps und Ratschläge zum Thema Spenden findest du in unserem Spenden-Ratgeber.)

Schreiben an Amazons Geschäftsführer

In einem Brief an den Geschäftsführer von Amazon beschwerte sich Foodwatch nun über die „unverschämte Irreführung“. Amazon hat Foodwatch daraufhin aus der Liste von Amazon Smile entfernt. Die Verbraucherschutzorganisation fordert Amazon dazu auf, den Kunden gegenüber klar zu stellen, welche Organisationen sich tatsächlich am Smile-Programm beteiligen.

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(4) Kommentare

  1. Sehr geehrte Damen und Herren,

    als Kundin von Amazon, die das Amazon-Smile-Programm in Anspruch nimmt, möchte ich hierzu Stellung nehmen.
    Es liegt hier keine bewusste Irreführung von Seiten Amazons gegenüber den Kunden vor. Ich weiß, worauf ich mich einlasse und dass ich über die Amazon-Smile-Website bestelle, ist bewusst von mir gewählt. Das sehe ich als Ergänzung an zu meinen eigentlichen Spenden.
    Wenn Foodwatch kein Geld von Amazon will, so hätten ein Brief und eine Rücküberweisung genügt. Das in der Presse derart breitzutreten, ist absolut lächerlich und wirft ein sehr schlechtes Bild auf Foodwatch. Für mich wirkt das so, als wolle diese Organisation mit dieser Presseaktion unbedingt Aufmerksamkeit auf sich selbst ziehen, sich wichtig machen und letztendlich dadurch für sich Werbung machen. Das ist der subjektive Eindruck, der sich mir hierzu unbedingt aufdrängt.
    Tatsächlich wurden sie bereits vom Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde als unseriös und effektheischend kritisiert.
    Glücklicherweise habe ich keine Spenden für Foodwatch generiert, sondern für eine andere Organisation. Sonst käme ich mir nämlich von Foodwatch gründlich verarscht vor. Denn für jede einzelne Bestellung muss ich selbst bewusst die Smile-Website anwählen anstatt der „gewöhnlichen“ Amazon-Website. Wenn ich mir diesen Mehraufwand mache, so sollte die Organisation das zu schätzen wissen und nicht mit Füßen treten.
    Dass ich von Amazon Smile erfahren habe, ist auch eher Zufall, denn massive Werbung wird für dieses Programm nicht betrieben, wie von Foodwatch behauptet.
    Und nur weil Amazon ein paar Erdnüsse verkauft, gehört es noch lange nicht zur Lebensmittelbranche, da es keinerlei Lebensmittel herstellt und der Verkauf dieser nur einen äußerst minimalen Teil seiner Umsätze darstellt. Da verkauft prozentual jede Tankstelle mehr Lebensmittel. Aral, Esso & Co. werden meines Wissens (noch) nicht von Foodwatch heimgesucht.

    Viele Grüße
    Ursula Donner

  2. Frau Donner, Sie mißverstehen.

    Foodwatch will sich abgrenzen. Will keine Partnerorganisation von Amazon sein.

    Von Amazon ungefragt als Partner genannt zu werden ist Irreführung, Foodwatch ist damit nicht einverstanden.

    Ernenne Sie, Frau Donner, hiermit als Werbepartner der Utopia GmbH, ungefragt, ihr Namen taucht ab sofort auf jeder Tankstellen Werbung von Utopia auf. Ach, das haben Sie nicht gewollt? Sie wissen das nicht zu schätzen, aber sie haben doch einmal in einem Beitrag von Erdnüssen gesprochen und sich positiv zu Amazon geäussert?!

    Sie wollen sich etwa nachträglich von dieser Partnerschaft abgrenzen, gar Utopia heimsuchen, sich am Ende nur wichtigmachen?

    Nachvollziehbar? Ich fürchte für Sie ist das nicht der Fall, sie haben die Zusammenhänge von anfang an fehl gedeutet.

    Der BLL ist ein Vertreter der Industrie, der „Lebensmittelwirtschaft“. Klar haben die ein Problem mit Foodwatch. 😉

    Ein Amazon Fan muss sich überhaupt nicht rechtfertigen. Alles gut, einfach Foodwatch und Kritiker solcher Art ignorieren und ungestört dem Konsum frönen.

  3. 0,5 Prozent ist wirklich lächerlich gering, dafür dass man jetzt immer mit dieser Smile-Meldung genervt wird. Schon allein damit hat sich Amazon bei mir unbeliebter gemacht, dann hat Amazon letztens noch meine negative Rezension des Fire-TV Sticks als parteiisch abgelehnt, wohl weil ich gesagt hab, dass ich enttäuscht bin und lieber andere Anbieter nehme… Tja so kann man auch seine Rezensionen frisieren, woanders werden auch fleißig andere Anbieter empfohlen, aber wehe bei Amazons Schrott-Sticks.

  4. Also ich finde es schon reichlich bigott und unverschämt, auf ein an sich positives Konzept in einem solchen Ton zu reagieren – wenn man was geschenkt bekommt, bedankt man sich normalerweise und läßt sich die Details im Hinterzimmer erklären, wenn man daran etwas nicht gut findet… schonmal was von Anstand und gutem Benehmen gehört? Meine Spendenbereitschaft für eine derart militante Organisation ist dadurch mit Sicherheit nicht gestiegen!

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