Bücher online kaufen: 4 faire Buch-Shops

Faire Buchhandlungen
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Bücher kauft man am besten beim lokalen Buchhändler. Doch es gibt auch beim Online-Kauf gute Alternativen zu den üblichen Shops: Online-Buchhandlungen wie Buch7, Ecobookstore oder Fairbuch sind genauso schnell und günstig – und unterstützen nebenbei nachhaltige Projekte.

Eines vorweg: natürlich ist der beste Weg, Bücher zu kaufen, der über den lokalen Buchhandel. Dort arbeiten Buchhändler mit Herzblut, und wer ein Buch im Laden bestellt, kann es meist schon am nächsten Tag abholen – genauso „ohne Versandkosten“ wie bei Amazon. Einfach mal nachfragen!

Wer Bücher online kauft, aber nicht bei den üblichen Konzernen bestellen möchte, kann als Alternative zu Amazon & Co. faire Online-Buchhandlungen nutzen. Utopia stellt vier „bessere“ Alternativen vor, die versuchen, ihre Angebote mit einem ökologischen oder sozialen Mehrwert auszustatten:

Faire Online-Buchhandlungen

  1. Buch7 Logo
    Buch7 (Logo: Buch7)

    Buch7

    5,0

    von 3 Bewertungen

    Utopia Empfehlung

    Buch7 bietet eine große Auswahl bestellbarer Bücher. Durch die Partnerschaft mit Libri können etwa 500.000 Titel direkt vom Lager versandt und schnell zugestellt werden. Buch7 ist eine komfortable Alternative zu Amazon, der man kaum anmerkt, dass es sich eigentlich um ein soziales Projekt handelt.

    • Bücher versandkostenfrei
    • teils auch eBooks verfügbar
    • spendet 75% des Gewinns
    • Spendenempfänger: soziale, kulturelle und ökologische Projekte
    Zum Angebot**: Buch7
    Preis: Bücher versandkostenfrei
  2. Ecobookstore Logo
    Ecobookstore (Logo: Ecobookstore)

    Ecobookstore

    4,3

    von 4 Bewertungen

    Utopia Empfehlung

    Fast sechs Millionen Artikel kann man bei Ecobookstore bestellen. Neben Büchern werden eBooks, Musik, Filme und Spiele angeboten. Mit seinem Gewinn unterstützt Ecobookstore den Verein „Rettet den Regenwald“. Das Unternehmen versucht auch, CO2-Emissionen zu reduzieren und hat eine Photovoltaikanlage.

    • Bücher versandkostenfrei
    • bietet auch eBooks an
    • unterstützt Tolino eReader
    • monatliche Spende, Spendenempfänger: „Rettet den Regenwald“
    Zum Angebot**: Ecobookstore
    Preis: Bücher versandkostenfrei
  3. Fairbuch Logo
    Fairbuch (Logo: Fairbuch)

    Fairbuch

    5,0

    von 2 Bewertungen

    Bei Fairbuch gibt es vor allem Bücher, eBooks, Musik und Hörbücher, aber auch Software und DVDs zu kaufen. Dank der Kooperation mit Libri sind insgesamt über 5 Millionen Artikel bestellbar. Mit zwei Prozent des Verkaufspreises unterstützt Fairbuch die Kindernothilfe.

    • Bücher versandkostenfrei
    • bietet auch eBooks an
    • spendet ca. 2% des Buchpreises
    • Spendenempfänger: Kindernothilfe
  4. Fairmondo Logo
    Fairmondo (Logo: Fairmondo)

    Fairmondo

    4,0

    von 10 Bewertungen

    Fairmondo wurde mit dem Ziel gegründet, eine Alternative zu den Riesenanbietern im Internet zu schaffen, was vor allem in der Kategorie Bücher gut gelingt. Anhand eines Filters können Kunden im Onlineshop nach ökologischen oder gebrauchten Artikeln suchen. Jeweils 1% vom Verkaufserlös spendet Fairmondo an Initiativen, die sich gegen Korruption einsetzen.

    • Online-Marktplatz, u.a. für Gebrauchtes
    • bietet auch eBooks an
    • transparente Darstellung der Einnahmen
    • 1% vom Verkaufspreis für den guten Zweck
    Zum Angebot**: Fairmondo

Hinweis zum Begriff „Spende“: Genau genommen dürfte nur der Ecobookstore das Geld, mit dem er Projekte unterstützt, als „Spende“ bezeichnen. Einen Prozentbetrag vom Buchpreis anzugeben ist hierfür rechtlich nicht zulässig. Buch7 und Fairbuch hingegen betreiben eigentlich „Sponsoring“.

Konditionen in fairen Buch-Shops

Es gibt keine Preisunterschiede zwischen Büchern von Amazon und denen von „faireren“ Online-Buchhandlungen (übrigens auch nicht zum stationären Buchhandel). Das liegt an der Buchpreisbindung: Bücher aus Deutschland kosten immer gleich viel, solange sie neu und keine „Mängelexemplare“ sind. Wer gerne „Mängelexemplare“ zum Schnäppchenpreis kauft, sollte bedenken: Autoren sehen hier vom Geld für das Buch keinen Cent – eigentlich unfair.

Die Auswahl an Büchern ähnelt sich bei allen Shops. Hierzulande beziehen Buchläden (lokal ebenso wie Amazon & Co. im Web) ihre Bücher nämlich meist über Zwischenbuchhändler, die mehr oder weniger ein identisches Sortiment anbieten. Eine Ausnahme sind zum Beispiel englischsprachige Bücher, wo die Sortimente durchaus mal Lücken aufweisen können und Onliner mehr bieten als stationäre Buchhändler. Eine andere Ausnahme sind selbstpublizierte eBooks, wo Amazon sich von Autoren Exklusivrechte zu besseren Konditionen sichert. Aus Autorensicht agiert Amazon hier meist „fairer“ als klassische Verlage.

Zum Thema Gebrauchte Bücher bieten sich spezielle Shops an. Lies dazu Gebrauchte Bücher kaufen & verkaufen.

Bei allen Anbietern außer Fairmondo kann man auch eBooks kaufen, sofern diese vom Verlag über normale Distributionskanäle angeboten werden (bei Fairmondo gibt es nur ganz wenige). Anders als bei Amazon stehen sie dann im Format EPUB zum Download bereit und können auf allen üblichen Readern außer Kindle gelesen werden („Kindle for PC“ kann aber EPUBs ohne Kopierschutz lesen und im Kindle-Format speichern). Ecobookstore.de bietet eine Verbindung zum Tolino-eReader an, so dass Kunden direkt am Gerät Bücher kaufen können.

Auch bei den Versandkosten können faire Online-Buchhandlungen mit allen anderen Onlineshops mithalten. Buch7, Ecobookstore und Fairbuch verschicken Bücher versandkostenfrei. Bei Fairmondo legt der jeweilige Versender die Versandkosten fest. Wichtig: In Wirklichkeit ist natürlich gar nichts „versandkostenfrei“ – anfallende Versandkosten drücken die Marge und werden eben andernorts eingespart. Allerdings wollen die meisten Kunden eben keine Versandkosten bezahlen. Und so haben sie letztlich auch die faireren Buchhandlungen gezwungen, auf Versandkosten zu verzichten.

Zur Bezahlung akzeptieren die meisten Amazon-Alternativen Lastschrift, Vorkasse, das System „Sofortüberweisung“ oder PayPal (und Kreditkarte per Paypal). Beim einfachen Lastschriftverfahren bleibt am wenigsten Geld bei Zahlungsdiensten hängen, daher sollte man dieses verwenden.

Bücher kaufen: Was machen faire Online-Buchhandlungen anders?

Der Unterschied zwischen herkömmlichen Buch-Konzernen und fairen Buch-Shops liegt in einem fairen oder ökologischen Mehrwert bei letzteren. Die hier vorgestellten fairen Online-Buchhandlungen geben beispielsweise einen Prozentsatz des Buchpreises oder einen Anteil ihres Gewinns an soziale oder ökologische Projekte weiter.

Online Bücher kaufen: geht auch bei fairen Online-Buchhandlungen
Online Bücher kaufen: geht auch bei fairen Online-Buchhandlungen (Model Foto: Colourbox.de)

Buch7 fördert mit 75 Prozent seiner Einnahmen verschiedene soziale und ökologische Projekte und fällt beim Stöbern als recht persönlich betriebener Buchshop auf. Buch7 fördert mit seinen Einnahmen verschiedene soziale und ökologische Projekte und gibt dafür „75 Prozent seines Gewinns“. Wer wie viel Geld erhält zeigt die Website hier. Buch7 nutzt Ökostrom sowohl für seine Server als auch für seine Räumlichkeiten und ist „grün versichert“.

Ecobookstore vermeidet CO2-Emissionen und unterstützt die Organisation „Rettet den Regenwald“. Ecobookstore.de wird von einem kleinen Familienbetrieb aus dem Allgäu betrieben. Das Unternehmen vermeidet aus Überzeugung CO2-Emissionen, versteht sich ausdrücklich als Amazon-Alternative und unterstützt die Organisation „Rettet den Regenwald“. Welche Gelder hierbei flossen, legt Ecobookstore hier offen. Ecobookstore bietet zum Schulanfang ein Schulbücher-Special.

Fairbuch ist seit 2006 Sponsor der Kindernothilfe. Was auch immer man bei Fairbuch.de kauft: „zwei Prozent des Verkaufspreises“ erhält die Kindernothilfe. Die Formulierung folgt den Wünschen des Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI), nach dem Aussagen wie „Wir spenden 50 % unserer Gewinne“ nicht erlaubt sind. Seine Spenden macht Fairbuch.de hier transparent. „Zwei Prozent des Verkaufspreises“ klingt nach wenig, allerdings sollte man sich vor Augen halten, dass beispielsweise auch Autoren nur 4 bis 6 Prozent des Buchverkaufspreises erhalten – es sind die Verlage, die wenig fair handeln.

Fairmondo ist eigentlich kein reiner Online-Buchhändler. Der Marktplatz wurde mit dem Ziel gegründet, eine Alternative zu den Riesenanbietern im Internet zu schaffen, was vor allem in der Kategorie Bücher gut gelingt. Dank eines Filters können Kunden im Onlineshop nach ökologischen Artikeln oder gebrauchten Artikeln suchen. Jeweils 1% vom Verkaufserlös spendet Fairmondo an Initiativen, die sich gegen Korruption einsetzen.

Der lokale Buchhändler ist auch im Internet

Eine gute Bezugsquelle für Bücher ist auch die naheliegende: Kaufe deine Bücher bei unabhängigen Buchhandlungen in deiner Nähe. So unterstützt du Menschen, die Buchhändler mit Leib und Seele sind, statt Konzerne mit fragwürdigen Geschäftspraktiken noch reicher zu machen und dein Geld bleibt in deiner Region.

Beim Buchhändler bekommst du im besten Fall eine richtig gute Beratung oder persönliche Empfehlungen, die keine Online-Buchhandlung bieten kann. Auf Buchhandel.de und Genialokal.de kann man Bücher online bestellen – kauft sie aber dennoch beim lokalen Buchhändler, den man auf der Seite über eine Karte bzw. eine Postleitzahl leicht auswählen kann. Allerdings müssen die Händler an solche Plattformen eine Gebühr entrichten.

Besser bleibt also, beim lokalen Buchhändler persönlich, telefonisch oder per Mail zu bestellen. In der Regel kannst du dein Buch am nächsten Tag dort abholen.

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(5) Kommentare

  1. Interessant, dass alle erwähnt werden, die an Büchern, die sie nicht geschrieben haben, mitverdienen bzw. profitieren (der Regenwald, die Waisenkinder und die Umwelt) – nur einer wird mit keinem Wort erwähnt: der Autor … (Der wird aber gerade beim pöhsen Amazon finanziell am besten behandelt, sofern er Self-Publisher ist – aber wen interessiert schon, wovon der Autor lebt …)

  2. Nicht nur, dass ich mit meiner Buchhandlung ein lokaler Anbieter bin und in der eigenen Stadt die Steuern zahle. Ich spende natürlich auch hier und unterstütze verschiedenste Projekte! Muss man das extra erwähnen oder als Geschäftsmodell herausstreichen? Ich bin mir sicher, dass das rechtschaffene Buchhändlerinnen und Buchhändler genauso machen. Mit anderen Worten: Die besondere Attraktivität und Nachhaltigkeit der genannten Versandfirmen erschließt sich mir gar nicht – tut mir leid.

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