„Das ist wirklich alarmierend“: Bergsteiger entdeckt neuen See am Mont Blanc

Foto: © Bryan Mestre / Instagram

Auf dem höchsten Berg der Alpen hat ein französischer Bergsteiger kürzlich eine erschreckende Entdeckung gemacht: In über 3000 Metern Höhe ist am Mont Blanc offenbar ein See entstanden, wo eigentlich Schnee und Eis sein sollten – ein alarmierendes Zeichen dafür, wie schnell die Gletscher schmelzen.

Der Mont Blanc („weißer Berg“) verdankt seinen Namen eigentlich seinen schnee- und eisbedeckten Höhen. Doch wie überall in den Alpen scheint auch dieses Eis im Zuge der Erderwärmung schnell zu schwinden: Innerhalb von nur zehn Tagen entstand diesen Sommer unterhalb des Gipfels Dent du Géant in der Mont-Blanc-Gruppe ein See.

See am Mont Blanc: „Es ist Zeit, Alarm zu schlagen“

Darauf aufmerksam machte der Bergsteiger und Kletterer Bryan Mestre mit einem emotionalen Instagram-Post: „Zeit, Alarm zu schlagen“, schreibt er zu seinem Post, der zwei Fotos desselben Gletscherrands zeigt – nach Angaben des Bergsteigers mit nur zehn Tagen Abstand aufgenommen. Das spätere Foto zeigt, dass am Rande des Gletschers ein See entstanden ist, der zuvor nicht da war. Mestre führt die rasante Schneeschmelze auf die extreme Hitzewelle in Europa Ende Juni zurück.

„Nur 10 Tage extremer Hitze waren genug, um am Fuß des Dent du Géant und der Aiguilles Marbrées [das Eis] zusammenbrechen zu lassen, zu schmelzen und einen See zu formen. Soweit ich weiß, ist das das erste Mal, dass so etwas jemals passiert ist“, schreibt Mestre dazu. „Das ist wirklich alarmierend, Gletscher auf der ganzen Welt schmelzen exponentiell schnell.“

In einem Kommentar zu seinem ursprünglichen Post schreibt der Kletterer, dass er „über die Jahre mehre Male dort oben“ war, so etwas aber noch nie gesehen habe.

Der Gletscherforscher Ludovic Ravanel sagte im Interview mit dem Radiosender Radio Mont Blanc, das Schmelzen des Eises am Mont Blanc sei seit 2015 ein jährliches Phänomen und dass diese Art See „durchschnittlich 10 Meter Breite und 30 Meter Länge“ habe.

Um zu beweisen, dass das Bild entgegen einiger Behauptungen in Kommentaren kein „Fake“ ist, postete Mestre zusätzlich ein Video.

Ein Warnsignal für die Klimakrise

Das Foto des Bergsteigers ist ein alarmierendes Signal: Die Klimakrise ist auch bei uns in Mitteleuropa längst angekommen. Schon seit längerer Zeit lässt sich in den Alpen ein massiver Rückgang der Gletscher beobachten.

Bryan Mestre postete auf seinem Instagram-Account kürzlich mehrere beeindruckende Vorher/Nachher-Fotos, die zeigen, wie stark die Gletscher an manchen Stellen der Alpen bereits zurück gegangen sind.

Vor einigen Monaten prognostizierten Forscher aus der Schweiz, dass bis 2050 die Hälfte der Gletscher in den Alpen geschmolzen sein werden. Selbst, wenn es gelänge, die globale Erwärmung bis Ende des Jahrhunderts auf unter zwei Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen, würden bis dahin über zwei Drittel der alpinen Gletscher verschwunden sein, so die Studie.

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