Bettdecken-Test: Ikea, Paradies und Allnatura bei Öko-Test

Fotos: Ökotest

Im Bettdecken-Test hat das Verbraucher-Magazin Öko-Test 17 Decken aus verschiedenen Materialien geprüft: Baumwolle, Polyester, Lyocell (Tencel), Polymilchsäure (PLA) sowie eine Mischung aus diesen Stoffen. Durchgefallen ist im Test keine Bettdecke – „sehr gut“ ist aber auch keine.

Zwei bis vier Mal im Jahr sollte eine Bettdecke in die Wäsche, schreibt Öko-Test. Denn beim Schlafen schwitzen wir bis zu einem halben Liter Flüssigkeit. Allergiker*innen sollten sogar noch häufiger die Bettdecke in die Waschmaschine packen, um Hausstaubmilben von der Decke zu entfernen. Doch welche Bettdecke lässt sich problemlos waschen und ist frei von kritischen Problemstoffen?

Öko-Test hat 17 Bettdecken großer und kleiner Hersteller im Labor untersucht und einem Wasch-Test unterzogen. Das Ergebnis: Polyester (also Kunststoff) ist inzwischen nicht mehr der einzige Stoff, der sich problemlos waschen und trocknen lässt. Wer das problematische Polyester vermeiden will, findet gute Alternativen.

Bettdecken im Test: Gute Baumwoll-Decken bei Öko-Test

Auf Plastikdecken aus Polyester können Verbraucher*innen gut verzichten. Im Test haben plastikfreie Bettdecken mit einem Bezug aus Baumwolle und einer Füllung aus Lyocell (Markenname: Tencel) genau so gut oder besser abgeschnitten. Zwölf Decken hat Öko-Test mit „gut“ bewertet, darunter auch:

  • Allnatura Lyocell-Duo-Bettdecke Lyovita: Sie verpasst die Bestnote „sehr gut“, weil die Decke nach mehreren Wäschen schrumpft und ein paar Klumpen bildet. Kaufen** am besten direkt bei Allnatura.
  • Hefel Klimacontrol Fair Ganzjahresdecke: Diese Decke ist auch nach fünf Wäschen nicht geschrumpft, sondern hatte nur ein paar lichte Stellen in der Füllung. Im Bezug befinden sich jedoch optische Aufheller, kritisiert Öko-Test. Kaufen** u.a. bei Öko Planet.
  • Elza Tencel Duo-Steppbett: Nach fünf Waschgängen war die Decke etwas geschrumpft, aber nicht so stark wie die Decke von Allnatura. Und noch eine kleine Kritik: Das Pflege-Etikett ist nur schwer lesbar. Kaufen** u.a. bei Belama.

Die drei Bettdecken haben einen Bezug aus Baumwolle und eine Füllung aus Lyocell. Zudem stammt die Baumwolle der Deckenbezüge von Allnatura und Elza aus kontrolliert biologischem Anbau. Sie punkten alle drei durch eine gute Feuchtigkeitsaufnahme und sind recht atmungsaktiv.

Besonders die Hefel-Decke eigne sich auch für Menschen, die besonders viel schwitzen, meint Öko-Test. Das liegt auch am Lyocell. Denn der Stoff ermöglicht eine besonders gute Feuchtigkeitsregulation.

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Bettdecken von Ikea und Paradies im Test

Die Ikea-Bettdecke Stjärnbräcka (warm) besteht immerhin zur Hälfte aus Lyocell und zur anderen Hälfte aus recyceltem Polyester. Obwohl Polyester in den Waschtests meist überzeugen konnte, hat die Stoffmischung in der Ikea-Bettdecke die fünf Waschgänge nicht unbeschadet überstanden: Die Decke ist etwas geschrumpft und ist nun kürzer als vorher, sie hat weniger Volumen und einige lichte Stellen in der Füllung. Kaufen** direkt bei Ikea.

Besser hat im Waschtest die Paradies Hibea Bio Ganzjahresbettdecke abgeschnitten, die eine Füllung aus Polymilchsäure (PLA) enthält. Dabei handelt es sich um einen Bio-Kunststoff aus natürlichen Rohstoffen, der jedoch nur unter gewissen Bedingungen gut biologisch abbaubar ist. Etwas geschrumpft ist die Bettdecke nach fünf Waschgängen aber ebenfalls, und es hatten sich einige wenige Klumpen gebildet. Kaufen** u.a. bei Otto.

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Häufiger Problemstoff: Antimon in Polyester-Decken

In nahezu allen Bettdecken mit reiner Polyester-Füllung (aller Preisklassen) hat Öko-Test den Problemstoff Antimon entdeckt. Hierbei handelt es sich um einen Hilfsstoff, der bei der Herstellung von Polyester zum Einsatz kommt. „Studien zeigen, dass Antimonverbindungen die Haut und Schleimhäute reizen können“, erklärt Öko-Test. Antimon steckt zum Beispiel im Erwin Müller Hohlfaser Steppbett sowie in der Schlafstil Faserduodecke F300 Normal.

Optische Aufheller kritisiert Öko-Test ebenfalls im Bettdecken-Test – und das gleich in 13 Decken. Diese Weißmacher sind überflüssig, gelangen jedoch beim Waschen über das Abwasser in die Natur, sind kaum abbaubar und reichern sich daher in der Umwelt an. Die Folgen sind ungewiss.

Alle Details findest du in der Ausgabe 10/2020 von Öko-Test sowie online auf www.ökotest.de.

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