PLA: Wie nachhaltig ist der Kunststoff?

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PLA-Kunststoffe sind bio – aber sind sie damit auch umweltschonender als Plastik? Hier liest du, wie du die Biokunststoffe erkennst und wie nachhaltig PLA-Verpackungen wirklich sind.

PLA: Ein Kunststoff aus natürlichen Rohstoffen

Die drei Buchstaben PLA stehen als Abkürzung für Polylactid acid. Dies ist ein Kunststoff, der hauptsächlich auf Stärke (häufig aus Mais) basiert. Mikroorganismen aus der Milchsäure wandeln die Stärke zu einem Polymer um. Daher stammt auch die deutsche Bezeichnung Polymilchsäure. 

Das Umweltbundesamt bestätigt, dass PLA-Kunststoff biologisch abbaubar ist. In industriellen Verfahren entsteht aus nachwachsenden Rohstoffen ein Material mit ähnlichen Eigenschaften wie herkömmliches Plastik. Es lässt sich zu zum Beispiel zu Folie verarbeiten und ist fest und stabil.

PLA-Kunststoff dient unter anderem zur Herstellung von:

  • Bio-Plastiktüten und Beuteln im Haushalt
  • Trinkhalmen
  • Getränke- oder Jogurtbechern
  • Einwegbesteck

PLA-Kunststoffe erkennen – gar nicht so leicht

PLA-Kunststoff besteht aus Maisstärke.
PLA-Kunststoff besteht aus Maisstärke.
(Foto: CC0/pixabay/Couleur)

Ob eine Einkaufstüte oder ein Jogurtbecher aus PLA-Kunststoff oder aus einem anderen Biokunststoff bestehen, ist auf den ersten Blick meist nicht zukennen. Die Beschriftung auf der Verpackung kann dir Hinweise geben. Vielfach findest du solche Angaben in den Werbeaussagen zu dem Produkt. Aber diese können ungenau oder irreführend sein. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass es auch Biokunststoffe gibt, die nicht kompostierbar sind. Dagegen ist „biologisch abbaubar“ nicht gleichbedeutend mit biobasiertem Bioplastik. Auch Materialien aus Erdöl können biologisch abbaubar sein.

Ob ein Biokunststoff wie PLA auch biologisch abbaubar ist, erkennst du oftmals an aufgedruckten Logos:

  • Das DIN-Norm Logo.
  • Das „Keimling“-Logo für kompostierbare Biokunststoffe, dass einen im Kreis wachsenden Keimling darstellt.

Das Fraunhofer Institut berichtet, das diese beiden Logos in Deutschland üblicherweise kompostierbare Kunststoffe ausweisen. Eine einheitliche Kennzeichnung innerhalb der EU gibt es noch nicht.

Die DIN Norm EN 13432 setzt die Kriterien, ab wann sich ein Kunststoff biologisch abbaubar nennen darf. Beispielsweise muss das Material nach spätestens 180 Tagen zerfallen sein. Es darf keine Schadstoffe wie Schwermetalle enthalten.

Das Keimling-Logo ist von der European Bioplastics e.V. registriert. Verpackungen mit diesem Logo sind industriell biologisch abbaubar. Es richtet sich ebenfalls nach den Kriterien der genannten DIN-Norm.

PLA-Kunststoffe sind nachhaltig – oder?

PLA-Kunststoffe helfen nicht gegen die Müllberge.
PLA-Kunststoffe helfen nicht gegen die Müllberge.
(Foto: CC0/pixabay/Jasmin_Sessler)

PLA-Kunststoff und andere Arten von Bioplastik sollen die Umweltprobleme lösen helfen, die herkömmliches Plastik verursacht. Normales Plastik basiert auf Erdöl. In Form von Plastikmüll und Mikroplastik kann es die Umwelt mehrere hundert Jahre lang belasten.

Wie sieht es im Vergleich mit dem Kunststoff aus Polymilchsäure aus?

  • Nachwachsender Rohstoff – Der Nachteil daran: Ausgangsstoffe wie Mais oder Zuckerrohr sind Lebensmittel und beanspuchen wertvolles Ackerland. Die Pflanzen und die Äcker, die zur Herstellung von PLA-Kunststoff dienen, fehlen um Menschen zu ernähren. Die Deutsche Umwelthilfe äußert zudem den Verdacht, dass der verwendete Mais vielfach aus genmanipuliertem Anbau stammen könnte.
  • Biologisch abbaubar – Dein privater Kompost kann mit dem PLA-Kunststoffen nichts anfangen. Industrielle Kompostierbetriebe benötigen spezielle Verfahren, um die Vorgaben der DIN-Norm zu erfüllen.

Die Deutsche Umwelthilfe berichtet zudem, dass die Kompostierung von Biokunststoffen selbst größeren Betrieben Probleme bereitet: Viele Kompostieranlagen sind nicht auf die anspruchsvollen Biokunststoffe eingerichtet – mit der Folge, dass die Abfälle als Restmüll in der Verbrennungsanlage landen. Auf dieser Grundlage wendet die Umwelthilfe sich gegen irreführende Werbung. Auf ihre Initiative hin musste beispielsweise Danone eine Werbeaussage für den Activia-Jogurtbecher aus PLA-Kunststoff ändern. Den Becher als „umweltfreundlich“ zu bewerben, ist jetzt gerichtlich untersagt.

Der BUND Naturschutz spricht Biokunststoffen wie PLA die Nachhaltigkeit ab. Für Expert*innen des BUND steht jede Art von Plastik für die Wegwerfkultur. Sie fordern ein radikales Umdenken, um nachhaltig das Müllproblem anzugehen.

Die nachhaltigere Lösung – verzichte ganz auf Verpackungen.

  • Nimm deine eigenen Einkaufstaschen zum Einkaufen mit. Einen Jutebeutel kannst du schnell selbst nähen – oder ein Einkaufsnetz häkeln, mit dem du Obst und Gemüse transportieren kannst.
  • Unverpackt-Läden helfen dabei, die Müllflut einzudämmen.
  • Nachhaltige Thermobecher oder Trinkflaschen für unterwegs sind die bessere Alternative zu Getränken in Plastikflaschen.

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