Coca-Cola und Nestlé: Konzerne verraten zum ersten Mal, wie viel Plastik sie produzieren

Foto: CC0 Public Domain / Pixabay und "pollution" von Kate Ter Haar unter CC-BY-2.0

Coca-Cola, Fanta, oder Vittel: Konzerne wie Coca-Cola oder Nestlé verkaufen jede Menge Getränke – die meisten davon in Plastikflaschen. Nun haben mehrere Unternehmen im Rahmen einer Transparenzinitiative erstmals öffentlich gemacht, wie viel Plastik sie herstellen.

Coca-Cola ist die weltweit erfolgreichste Softdrink-Getränkemarke – dass sie für ihre Flaschen extrem viel Plastik verbraucht, wird kaum jemanden wundern. Die konkrete Zahl ist trotzdem erschreckend: Coca-Cola produziert nach eigenen Angaben drei Millionen Tonnen Plastikverpackungen pro Jahr. Laut dem britischen Guardian entspricht das 108 Milliarden Flaschen jährlich – oder unfassbare 200.000 Plastikflaschen pro Minute.

Coca-Cola wollte die Zahlen früher nicht preisgeben

Coke-Life-Einwegflaschen beim Discounter
Coca-Cola-Flaschen (Foto: Utopia.de/aw)

Es ist das erste Mal, dass der Konzern Zahlen zu Plastikverpackungen bekannt gibt – bislang hatte Coca-Cola sich geweigert, diese Informationen zu veröffentlichen. Nun stehen sie für jeden einsehbar in einem Bericht der Ellen MacArthur Foundation, einer Wohltätigkeitsorganisation, die sich für die Kreislaufwirtschaft engagiert.

Die Stiftung hatte Unternehmen dazu aufgefordert, Auskunft über ihren Plastikverbrauch zu geben. Mehr als 30 Firmen haben daraufhin Daten zu ihrem Umgang mit Plastik preisgegeben. Die Stiftung wertet das als „wichtigen Schritt für mehr Transparenz“. Die meisten angefragten Unternehmen hielten ihre Zahlen weiterhin geheim. Dazu gehören zum Beispiel H&M, L’Oréal und PepsiCo.

So viel Plastik verbraucht Nestlé

Neben Coca-Cola haben unter anderem auch Nestlé, Danone und Unilever verraten, wie viel Plastik sie für ihre Produkte verwenden. Bei Nestlé sind es 1,7 Millionen Tonnen jährlich, bei Danone 750.000 Tonnen und bei Unilever 610.000 Tonnen.

Coca-Cola ist mit den drei Millionen Tonnen Plastik jährlich also absoluter Spitzenreiter. Weltweit werden dem Guardian zufolge 500 Milliarden PET-Flaschen pro Jahr hergestellt. Mehr als ein Fünftel davon stammt allein von der Coca-Cola-Company.

Coca-Cola, Nestlé und Co. sind in der Verantwortung

Die Zahlen machen einmal mehr deutlich, wie groß das globale Plastikproblem wirklich ist. Coca-Cola, Nestlé und die anderen Konzerne liefern in viele Länder, in denen die Müllverwertungs- und Recycling-Systeme nicht besonders effizient sind. Sie sind mit den schieren Mengen Plastikmüll überfordert – weshalb vieles davon verbrannt wird oder in der Umwelt landet. Und auch bei uns wird nur ein Bruchteil des weggeworfenen Plastiks recycelt.

Hersteller wie Coca-Cola und Nestlé sollten mehr Verantwortung für den Müll übernehmen, den sie produzieren. Das findet auch die Ellen MacArthur Foundation – in ihrem Bericht geht es daher auch darum, was die Konzerne unternehmen, um ihre Produkte und Verpackungen nachhaltiger zu gestalten. Wichtig wäre vor allem, unnötige Verpackungen zu reduzieren und Mehrweg-Lösungen zu entwickeln.

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(8) Kommentare

  1. Kreislaufwirtschaft, bzw. Cradle to Cradle ist die Zukunft.

    Wir können und müssen viel sinnvoller mit den endlichen Rohstoffen unserer Erde umgehen. Mehr Kreislaufwirtschaft in allen Bereichen. “Nutzloser Müll” darf überhaupt nicht erst entstehen.

    Cradle To Cradle ist ein Designkonzept, das die Natur zum Vorbild hat. Alle Produkte werden nach dem Prinzip einer potentiell unendlichen Kreislaufwirtschaft konzipiert.
    Homepage: https://epea-hamburg.com/cradle-2-cradle/
    Video – Was ist Cradle to Cradle? – https://www.youtube.com/watch?v=g1tIGLy3PHw
    Artikel: Ist eine Welt ohne Müll möglich? – https://dubito-magazin.de/2019/01/07/ist-eine-welt-ohne-muell-moeglich/
    Michael Braungart im TEDx Talk – Cradle to Cradle – Ökoeffektivität: https://www.youtube.com/watch?v=iY4OeqwKp-c

  2. Interessanter Artikel.
    Die Produzenten sollten definitiv auch in die Verantwortung genommen werden, wie ich finde.
    Doch sollten auch wir Verbraucher uns an die eigene Nase fassen. Coca-Cola, etc. würden nicht so viel Plastik produzieren, wenn die Nachfrage nicht so hoch wäre.
    Ich erwische mich ja auch noch immer wieder dabei, wie ich Müll produziere, der nicht nötig gewesen wäre. Wenn aber jeder einfach mal auf zB die Tüte, die Plastikflasche, den Imbiss nebenan verzichtet, was man da sparen könnte.
    Immer öfters denke ich daran, gute Alternativen mitzunehmen und freue mich dann, weil ich selbst ein wenig für die Umwelt getan habe 😊

  3. Meisten kann man auf Plastikmüll Namen und Adresse der Verbreiter erkennen.
    Wir benötigen ein Gesetz, das festlegt, dass diese Verbreiter für die Müllbeseitigung herangezogen werden, ob sie jetzt Coca-Cola, Nestlé oder P&G heissen.
    Die Müllbeseitigung von Plastik, das nicht zugeordnet werden kann, wird aus einem Fonds bezahlt, in den alle Plastikproduzenten einzahlen.
    Aus dem Fonds könnten alljene bezahlt werden, die Plastik aus der Natur einsammlen, vom Strandsammler (per kg) bis zu großen Einsammlern (per Tonne). Das zieht jene heran, die für den Müll verantwortlich sind – und schafft Arbeitsplätze.

  4. fesaJP
    Es scheint inn zu sein, Schuldige zu finden, für das Leben was man selbst führt?
    Ich bin mir sicher, dass Jeder der die Verantwortung für sich und sein Leben übernimmt und dazu auch noch fähig und breit ist, mehr für die Allgemeinheit, die Natur und die Schöpfung tut, als durch Delegation von Verantwortlichkeiten.
    Das fängt schon damit an, keine ungesunden und süchtig machenden Lebensmittel (dazu zähle ich auch die Softdrinks) zu verzehern.
    Schon da setzt eine Aufwärtsspirale ein.
    Demenstprechend brauchen wir uns nicht mehr um die Verpackung von unnützten, ja schädlichen Getränken zu kümmern.

    Die große Gefahr bei der Suche nach Verantwortlichen ist die, dass man sich dabei (damit) aus der Verantwortung für sich und sein Leben stiehlt.

    Und genau das wird unterstützt, durch Kampagnen für Gesetzesänderungen wie diese.

    Nieder mit den Lemmingen!
    War nur Spaß, aber ein Funke Wahrheit…

  5. Sehe Coca-Cola und Nestle nur bedingt in der Verantwortung.
    Bedingt, weil sie ungesunde Produkte verkaufen, die süchtig machen.
    Die eigentliche Verantwortung trägt aber jeder selbst, der solche Dinge konsumiert.
    Es ist traurig und beängstigend, wie viele Menschen zuckersüchtig sind (von den anderen Süchten mal ganz zu schweigen).
    Es ist auch traurig, wie viele Menschen sich von Werbung für solche Produkte und natürlich auch von Werbung im Allgemeinen beeinflussen lassen.
    Leider sehe ich mich in meinem gewohnten Umfeld auf verlorenem Posten.
    Es schmerzt, so etwas mitzubekommen.

    Mir scheint, dass ein Mensch besonders anfällig für Sucht ist, wenn er aufgegeben hat, also hoffnungslos ist.
    Da befinde ich mich im Konflikt, weil ich angesichts der Großen Masse, die jede Hoffnung aufgegeben hat, selbst drauf und dran bin zu verzweifeln.

    Manchmal glaube ich dass es nicht mehr lange so weiter gehen kann.

    Die große Gefahr bei der Suche nach Verantwortlichen ist die, dass man sich dabei (damit) aus der Verantwortung für sich und sein Leben stiehlt.

    Und genau das wird unterstützt, durch Kampagnen wie diese.

  6. Das ist wie beim Energieverbrauch:
    1. Müllvermeidung. Klar. / So wenig Energieverbrauch wie möglich.
    2. Cradle to Cradle oder Recycling. Auch klar. / Wenn Energie, dann 100% Erneuerbar.
    Aber dennoch finden wir überall in der Natur die Überreste der Plastikunkultur. / Das macht den vorhandenen Atommüll und das vorhandene CO2 nicht weniger.
    Hierfür muss eine Lösung gefunden werden. Und wenn die Produzenten das bezahlen müssen, steigen die Preise für Plastikverpackung – und vielleicht setzt damit auch an der Quelle das Nachdenken über Alternativen ein. Zurzeit ist das Vermüllen für die Konzerne halt die billigste Alternative. Und für das Einsammeln fühlen sie sich meist nicht zuständig, denn die weggeworfene Plastikflasche spart Recyclingkosten. Und die Käufer / Wegwerfer werden auch über die Kosten der Flasche am Sauber machen beteiligt.

  7. Ich glaube auch, dass man über den Preis sehr viel regeln könnte. Steuern auf ungesunde und nicht nachhaltig produzierte Lebensmittel und Verpackungen, überhaupt auf nicht nachhaltig produzierte Produkte. Denn wer trägt die Kosten für all das? Der Steuerzahler. Wir subventionieren alle die Zersstörung unserer Lebensgrundlagen.
    Ich meine auch, dass wir hauptsächlich selbst verantwortlich sind und uns an der eigenen Nase packen müssen. Aber offensichtlich, (bei diesen Zahlen!) hapert es daran bei der großen Mehrheit. Also ist auch die Politik gefordert.
    Ich wäre für eine Sammelklage vor dem europäischen Gerichtshof, wegen Zerstörung unserer Lebensgrundlagen, wegen massivem Angriff auf unsere Gesundheit, wegen Tierquälerei.

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