Schiffsunglück: Die absurden Ausmaße unseres Konsums

Container Schiff Plastik Niederlande
Foto: Instagram @byebyestraw

Nach einem Unfall in der Nordsee hat ein Frachter etwa 280 Container mit Schuhen, Spielzeug, Fernsehern und anderen Gütern verloren. Der Inhalt der Container ist zum Teil an Küsten gespült worden. Die Bilder von den Stränden sind skurril.

Die „MSC Zoe“ ist knapp 400 Meter lang und damit eines der größten Containerschiffe weltweit. Das Schiff war Anfang des Jahres auf dem Weg vom belgischen Antwerpen nach Bremerhaven. Vor der deutschen Insel Borkum geriet es in einen schweren Sturm – 281 Container gingen über Bord.

Turnschuhe, Fernseher, Ponys

Den Inhalt der Container konnte man wenig später auf den niederländischen Inseln Terschelling, Vlieland, Ameland und Schiermonnikoog begutachten: Strände voller Turnschuhe und Sandalen, große Flachbildfernseher im Sand, Ikea-Möbel und -Zubehör und jede Menge pinke Plastik-Ponys – die Bilder, die Anwohner in sozialen Medien posten, sind ziemlich skurril. (Um die Bilder zu sehen, musst du die Ansicht aktivieren):

Container mit Gefahrengut

Nur 18 Container wurden an Land gespült, die meisten anderen liegen noch auf dem Meeresboden. Wie t-online berichtet, konnten Behörden bislang 220 der 281 Behälter lokalisieren. Bis alle Container geborgen werden, können Monate vergehen.

Noch ein Problem: Mit an Bord waren t-online.de zufolge auch zwei Container mit Gefahrengut. Ein Container enthielt demnach 250 Säckchen mit toxischen Peroxiden in Pulverform. Einige Säckchen seien angespült worden. Der zweite Container enthielt 1400 Kilo Lithium-Batterien, er wurde noch nicht gefunden.

Das niederländische Ministerium für Infrastruktur und Wasserwirtschaft teilte mit, dass keine akute Gefahr für die Umwelt bestehe. Aber auch wenn die Gefahr nicht „akut“ ist, durch den Schiffsunfall schwimmt noch viel mehr Plastik und Müll im Meer als ohnehin schon.

Die eigentliche Katastrophe

Der Vorfall ist nicht nur eine Belastung für das Ökosystem im Meer, er zeigt auch, welche Ausmaße unser Konsum angenommen hat. Die Bilder von dem mit Möbeln und Schuhen übersäten Strand sind eine Erinnerung daran, dass jeden Tag hunderttausende Produkte um die Erde geschifft werden.

2017 importierte Deutschland Statista zufolge Schuhe im Wert von fast 11 Milliarden Euro. Der Transport zu uns benötigt viel Energie und verursacht jede Menge Emissionen – viel Aufwand dafür, dass die Schuhe oft im Regal verstauben oder nach kurzer Zeit ausgedient haben. Die eigentliche Katastrophe ist also nicht unbedingt das Schiffsunglück – sondern unser Konsumverhalten an sich.

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(30) Kommentare

  1. Der Wünsche werden stattgegeben… sehr traurig und dennoch – wie viele von solchen Unglücken wu/erden tatsächlich gemeldet; d.h. weltweit? Ich kannte mal einen Mann, der bei einer grossen Versicherung in der Schadensabteilung arbeitete. Wenn alles versicherungsmässig geklärt war, ging nicht mal eine Depesche an die Öffentlichkeit; d.h. NIEMAND wurde davon in Kenntnis gesetzt von den Nachrichtenagenturen… Und solche Schäden zogen sich durch ALLE Schäden – aber lassen wir das mal da stehen – vielleicht ist diese 3D-Welt gar nicht so wie sie scheint? – Vielleicht heissen wir alle Neo oder Trinity und Morpheus lässt uns weiterschlafen… einen schönen Tag noch – Denkenderbürger

  2. Da wäre auch wieder die Politik gefragt. Es gibt meldepflichtige Krankheiten, die in jedem einzelnen Fall an das Gesundheitsamt gemeldet werden müssen. Genauso sollte es meldepflichtige Schäden geben ungeachtet der Schadenshöhe. So hätte die Öffentlichkeit zumindest die Chance darauf zu reagieren und manche Konzerne müssten sich mit ihren Sicherheitskonzepten ganz anders auseinandersetzen.

  3. Ich drücke mich des Anstandes wegen mal etwas vornehmer aus: Ich kann gar nicht soviel essen, wie ich erbrechen möchte, wenn ich derartiges sehe.
    Zeigen und beweisen diese Bilder doch einmal mehr, wozu der größte Teil der ach so intelligenten Spezies Mensch wirklich taugt und was der Mensch in seinem Wahn aus dieser, unserer Welt innerhalb kürzester Zeit gemacht hat.
    Die Erde brauch uns nicht aber wir die Erde. Geht das irgendwie und irgendwann noch in die Köpfe rein?

  4. Ich befürchte genau das wird nicht passieren. Wir als zivilisierte Menschen wissen vielleicht, und das nicht mal alle, dass wir nur leben können wenn die Erde bestimmte Bedingungen aufweist. Aber empfinden wir das auch? Ich denke nicht. Wie oft wird vom Planeten retten gesprochen, als hätte das nichts mit uns zu tun, wer bezieht das tatsächlich auf uns retten?
    Ja die Erde kann gut ohne uns und wird das vermutlich, in für erdgeschichtlich betrachtet sehr kurzer Zeit, auch tun.
    Ob es wie seit zig Jahren noch immer 5 vor 12 ist kann keiner wirklich genau sagen. Wann und welche der tickenden Zeitbomben, in Form von absichtlichen oder unabsichtlichen Umweltgroßversuchen, zuerst hochgehen wird und was das mit uns machen wird kann keiner vorhersagen. Und so ganz nebenbei haben wir, dank transatlantisch-neoloberaler Geld- und Machtgier, ja auch wieder einen kalten Krieg.

  5. Nein, papaderschlumpf. Es geht n i c h t in die Köpfe der Menschen.
    Wenn das so wäre, müssten doch wenigstens einige Dinge in den Köpfen schon verankert, z..B. der „kopflose“ Konsum gedrosselt sein.
    Aber man sagt ja, dass die Hoffnung zuletzt stirbt.

  6. Eines ist trozdem verwunderlich:
    Wieso ruft niemand auf den einschlägigen Internet-Seiten (zu denen auch Utopia gehört) zu einer groß angelegten Aufräum-Aktion auf?
    Jammern kann bekanntlich jeder …

  7. @ Thorivee, @ papaderschlumpf

    Dann schaut mal in der Gruppe „Mobilität und Verkehr“, wer sich seit geraumer Zeit unter der Überschrift „Die verschlafene Katastrophe“ über einen fehlenden Bericht zu Thema beschwert hat.
    Und wenn ihr schon mal dort seit, dann lest auch gleich mal den Beitrag „Das vergessene Zugunglück von Mende“ – damit dürfte alles Weitere beantwortet sein.

  8. @ … buerger „Wieso ruft niemand auf …“
    Auf Schiermonnikoog sind jede Menge freiwilliger Helfer im Einsatz und jeder der kann und möchte fährt einfach hin. Ich denke, wenn du ins niederländische Netz schaust findest du deine Aufrufe.
    Als mündiger und selbständig denkender Bürger handelt man aber in solchen Fällen einfach und wartet nicht darauf, dass irgendwer Aufrufe startet.
    Wieso beklagst du dich über nicht erfolgte Aufrufe?
    Würdest du dann etwa hinfahren?
    Oder schreist du da auch wieder nach einem „logischen und in sich geschlossenen Konzept“, ehe du dich in die Niederungen des Handelns begibst?

  9. Ob Du es glaubst oder nicht:
    Ich war die Woche zwei Tage auf Borkum.
    Das Ganze mal live ansehen (Unfall-Geschichte ist seit 25 Jahren mein Hobby) und nebenbei noch etwas sinnvolles für die Umwelt tun.
    Und ich habe dort komischer Weise niemanden von den Hambi-bleibt-Schreiern, zivilen-Ungehorsams-Verfechtern, selbsternannten Klimarettern und sonstigen Weltverbesserern gesehen. Die haben allesamt den Schwanz eingezogen. Die Helfer vor Ort waren alles ganz normale Leute und weit überwiegend aus der Region.
    Und die waren sich hinsichtlich der Teilnahme der Hambi-bleibt-Schreier, selbsternannten Klimaretter und sonstigen Weltverbesserer auch mit mir einig:
    Die wollen großspurig das Klima und die Welt retten, aber wenn eine Katastrophe vor der eigenen Haustür stattfindet, machen diese Leute nichts.
    Samt und sonders Maulhelden, für die man sich schämen muß !!!

  10. Deine Befürchtung ist korrekt, du wirkst in vielen deiner Äußerungen hier nicht sehr glaubhaft (auf mich).

    Ob du es glaubst oder nicht:
    Die Menschen, die sich für den Hambacher Forst einsetzen s i n d „ganz normale Leute“ und ich finde es außerordendlich vermessen von dir, dass du glaubst dir anmaßen zu können einem Menschen seine Gesinnung, seine Haltung und das was er tut oder nicht tut ansehen zu können.

  11. @ no-way

    Ich sage Dir mal, was das Hauptproblem unserer Gesellschaft ist:
    Da lassen sich viele durch die Medien oder den Nachahmungs-Effekt zu blindem Aktionismus verleiten und sehen in ihrer Betriebsblindheit dann oft den Wald vor Bäumen nicht.
    Statt erst mal in Ruhe nachzudenken wird dann nach dem Motto gehandelt:
    Wir wissen zwar nicht was wir machen und wie wir es machen wissen wir auch nicht, aber wir machen erst mal.
    Und dann kommt das größte Chaos raus, in dem dann die Intitiative und die sinnvoll-berechtigten Ansätze völlig unter gehen.

    Schade, mit etwas mehr Ruhe, Sorgfalt und Überlegung könnte man aus so vielen Dingen so viel machen!

  12. Aber vielleicht hat die Passivität der Habi-bleibt-Aktivisten und sonstigen Weltverbesserer in diesem Fall auch eine ganz andere Ursache:
    Hier geht es ja nicht gegen das System Kapitalismus oder den Staat, sondern nur um die Umwelt.

    Ein Schalk, wer Böses dabei denkt …

  13. No-way

    Kann dir da nur zustimmen. Genau diesen Gedankengang hatte ich ebenfalls. Nicht rufen – handeln.

    Bin leider zu krank und zu alt um da mitzuwirken. Ich käme aber nicht auf die Idee erst einmal zu warten, bis jemand einen Aufruf startet.

  14. Das Hauptproblem, falls es das überhaupt so absolut gesehen gibt sind wohl eher Klugscheisser, die alles immer ganz genau wissen, aber selbst niemals handeln würden, sondern es sich hinter ihrer Tastatur bequem machen und anderen sagen wollen, was sie zu tun haben und wenn dann Schwierigkeiten auftreten trompeten sie aus dem Hintergrund: „Das hab ich doch gleich gesagt“ – während sie natürlich wieder nicht handeln.
    Es gibt zuviele Theoretiker und zuviele, die sich anmaßen andere zu beurteilen und zu verurteilen.

    So verschieden kann man „Hauptprobleme“ sehen.

  15. Genau deswegen handle ich ja auch – aber eben (weitgehend) mit Überlegung und nicht im blindwütigen Aktionismus.
    Oder anders gesagt:
    Bevor ich ins Wasser springe sehe ich mir das Wasser genau an.
    Und wenn ich dann im Wasser bin, behalte ich trotzdem immer das rettende Ufer im Auge.
    Hat sich bewährt und ich kann in jeden Spiegel sehen, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben. Und das reine Gewissen ist mir das Wichtigste.

  16. „… ich kann in jeden Spiegel sehen, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben. Und das reine Gewissen ist mir das Wichtigste.“
    Kleiner Hinweis am Rande: Selbstgefälligkeit wird gemeinhin n i c h t als Tugend angesehen.

  17. Wieso ihr denkenden Utopisten gebt ihr euch nur einen Moment dem völligen absurden Geschreibe von „Denkenderburger“ab?
    Der lügt, das sich die Balken biegen und provoziert ganz dreist, ansonsten trägt er nichts Sinnvolles zu irgendeinem Thema bei.

    Er schreibt, er hatte einen Schlaganfall und gleichzeitig schreibt er in einem anderen Beitrag, er wäre von ernstzunehmenden Krankheiten verschont geblieben.

    Mann oh Mann!

  18. Gegenfrage:
    Warum ersäufen sich die sog. Utopisten eigentlich ständig im Selbstmitleid?
    Weil viele von ihnen erkennen müssen, daß ihr teils unrealistischen Maximal-Forderungen nicht umsetzbar sind?
    Weil viele merken, daß ihr blinder Aktionismus nicht zu Ziel führt?
    Oder ist es der Neid, weil andere etwas haben, was für sie teilweise unerreichbar ist?

    Und so ganz nebenbei:
    Ich lese hier ständig Unmengen Wehklagen und Forderungen – konkrete und realisitsche Lösungsansätze, wie man die beklagten Probleme wirksam beseitigen und es anders und besser gehen könnte sind eine ausgesprochene Rarität.

    Aber wie sagte schon der russische Publizist und Gesellschaftskritiker Anatoli Iwanow:
    „Wir alle wissen, daß die Wahrheit bei denen liegt, denen wir den Mund verbieten.“

  19. Das Problem aus meiner Sicht ist halt, dass es vermutlich genügend Leser gibt, die noch nicht so erfahren und gefestigt sind und daher Gefahr laufen, auf seine hemmungslose Rabulistik und seine in Teilen schlicht falschen Behauptungen hereinzufallen, würde ihm niemand widersprechen und ihn widerlegen. Ich denke, darauf spekuliert er auch, und durch die schiere Masse seiner Kommentare versucht er, einer Widerlegung zu entgehen und die Deutungshoheit im Forum zu erlangen.
    Ansonsten gebe ich dir völlig recht.

  20. Schwingliesel, ja, WernerMax arbeitet das doch auch immer ganz gut heraus, was es mit diesem Bürger auf sich hat. Und wie er geschrieben hat, man muss es klar stellen für diejenigen, die neu auf diese Seite kommen und mit diesem unsäglichen Geschreibsel konfrontiert werden, das ja spamartig beinahe jeden Artikel wie ein Virus befallen hat.

  21. Und zum Thema nichts sinnvolles beitragen:
    Schau mal, wer unter der Rubrik „Die verschlafene Katastrophe“ schon vor fast einer Woche das Fehlen eines Beitrags zur Havarie der Zoe moniert hat.
    Bliebe die Frage, wer hier Behauptungen in den blauen Dunst hinein aufstellt!
    Das war ein Eigentor !!!

  22. Und wie es so meine Art ist, mußte ich zum Thema „sinnvolle Beitträge“ gleich noch mal einen nachsetzen. Ließ mal meinen Beitrag „Home-Offivce – Eine sinnvolle Alternative zu Weg in Büro“.
    Und wenn ich dazu nicht wenigstens einen Kommentar von Dir lese, hast Du die Glaubwürdigkeit Deiner Aussage selbst entwertet!

  23. Mal so nebenbei gefragt:
    Was mein Mäxchen Werner eigentlich mit „gefestigt“?
    Ist Utopia eine Sekte, bei der jeder auf Linie gebracht werden muß?
    Aussagen in dieser Art kenne ich noch aus DDR-Zeiten. Meine Pionierleiterin hat seinerzeit auch von der Festigung des Sozialismus gesprochen und genau in der Art einiger Utopia-Nutzer argumentiert:
    „Der Sozialismus steht für den Frieden. Deswegen müssen alle für den Sozialismus sein. Wer nicht für den Sozialismus ist, der ist auch nicht für den Frieden. Und wer nicht für den Frieden ist, der ist für den Krieg.“
    Die Argumentationskette entbehrt zwar einer gewissen äußeren Logik nicht, ist aber völlig neben der Sache. Erstaunlich, wie Verhaltensweisen und Argumentationen mittlerweile anfangen, sich zu gleichen …

  24. Utopia ist kein Beschäftigungstherapie-Zentrum, um dir deine Unterhaltung zu sichern.
    Du vermüllst alles mit deinen unerträglichen Äußerungen, die wirklich keinen interessieren.
    Du machst diese Seite zu einer Müllhalde.
    Wirst du dafür wenigstens bezahlt oder machst du das aus deiner einsamen Not heraus, weil sich sonst niemand für dich interessiert und auch nicht interessieren kann, da du nicht mal die kleinsten Umgangsformen eines guten Miteinanders beherrschst.

  25. „Was mein Mäxchen Werner eigentlich mit „gefestigt“?“
    Wenn du Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache in Wort und Schrift hast, dann besorg dir ein Wörterbuch, schau im Internet nach oder besuche den einen oder anderen Kurs der VHS. Auch für deine Umgangsformen wirst du bei der VHS das passende Angebot finden.

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