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Dieter Nuhr hat eine neue Zielscheibe: Luisa Neubauer

Screenshot: ARD

Dieter Nuhr kann es nicht lassen. In seiner Sendung „Nuhr im Ersten“ kritisierte er erneut die Klimabewegung. Anstelle von Greta Thunberg nahm der Comedian diesmal aber Luisa Neubauer ins Visier.

Mehrere Male wetterte Dieter Nuhr bereits öffentlich gegen Greta Thunberg und Fridays for Future. Dafür kassierte er nicht nur Buh-Rufe im Publikum, sondern auch einen Shitstorm. Nuhr macht trotzdem weiter – doch anstelle von Greta Thunberg hat er es nun auf die deutsche Klimaaktivistin Luisa Neubauer abgesehen.

Dieter Nuhr wirft Luisa Neubauer „Klimahysterie“ vor

In seiner Sendung „Nuhr im Ersten“ sprach der Comedian am Donnerstag (16.1.) über Neubauers Vorhaben, die Bundesregierung für ihr Klimapaket zu verklagen.

„Liebe nachfolgende Generation, wenn ihr jemanden verklagen wollt, versucht es auch mal in China oder Indien“, witzelte er. Und weiter: „Wenn Luisa Neubauer bei [Markus] Lanz davon erzählt, dass sich die Kinder in Zukunft auf heißem Asphalt die Füße verbrennen werden, dann passt das Wort „Klimahysterie“ nicht so schlecht.“ Er kenne da eine großartige Erfindung, die das Problem löst: „Schuhe“.

Nuhr wolle die Erderwärmung nicht kleinreden. Er betonte: „Ich glaube nur, dass Hysterie nicht hilft“.

Von wegen Hysterie: Wissenschaft stützt Neubauers Klage

Wieso Neubauer und diverse Umweltverbände die Regierung verklagen, darauf ging Nuhr nicht ein. Tatsächlich geht die Aktivistin damit gegen das Klimapaket der Bundesregierung vor, welches in ihren Augen nicht ausreicht, um die Klimaschutzziele von Paris zu erreichen. Eine Meinung, die auch Wissenschaftler wie die Gruppe Scientists for Future teilen.

Verpassen wir diese Klimaziele, kann das schlimme Folgen haben: Eine 2016 von der European Geosciences Union veröffentlichte Studie zeigt: Ein globaler Temperaturanstieg von mehr als 1,5 Grad könnte bereits zu extremer Hitze und Dürren sowie zu Ernteverlusten führen. „Schuhe anziehen“ wird diese Probleme nicht lösen.

Mehr Informationen: 11 Mythen zum Klimawandel – Ursachen und Folgen im Check

„Meine Oma ist keine Umweltsau“

Dieter Nuhr teilte am Donnerstag nicht nur gegen Luisa Neubauer aus. Auch zum Umweltsau-Lied des Kinderchors des WDR gab er einen Kommentar ab. „Kinder werden ja gerne heute vorgeschickt“, so der Comedian. Seine Oma sei jedenfalls keine Umweltsau. „Ökologischer als meine Oma geht gar nicht, sie ist tot. Sie hat seit Jahrzehnten nicht mal mehr geatmet. Das ist CO2-neutral.“

Außerdem sei die Generation seiner Großeltern nicht mit dem Motorrad durch den Hühnerstall gefahren. Sein Großvater sei stattdessen zu Fuß zurück von Russland. „Von heißem Asphalt konnte der nur träumen.“

Utopia meint: Das sind natürlich beides keine echten Argumente, sondern nur Witze zum Thema Umweltsau, das schon seit Wochen durch die deutschen Medien wandert. Dass ein einfaches Satire-Lied solch eine Wirkung hat, ist erstaunlich. Und dass nun auch Dieter Nuhr als Comedian auf diesen Zug aufspringt, ist eigentlich nachvollziehbar.

Die Tatsache, dass sich Nuhr wieder einmal Fridays for Future – und nun auch im Speziellen Luisa Neubauer – zur Zielscheibe nimmt, ist allerdings enttäuschend. Dabei geht es nicht darum, dass Satire so etwas nicht „darf“ – aber statt die Klimaschutzbewegung zu verspotten, könnte er sich auch einen mächtigeren Gegner suchen (wie es gute Satire tun würde): die Bundesregierung und ihr halbherziges Klimapaket. Mehr dazu: Ja, er darf das – doch Dieter Nuhr macht es sich mit Greta-Spott zu einfach.

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