Unbequeme Bilder: Wie Disney-Plakate aussehen müssten, wenn wir so weitermachen

Bild: S.I. Newhouse School of Public Communications

Von „König der Löwen“ bis „Findet Nemo“: In vielen Disney-Klassikern spielen Tiere die Hauptrolle. In der Realität ist die Tierwelt jedoch in Gefahr, der Mensch zerstört ihren Lebensraum. Hält die Menschheit das Artensterben nicht auf, müssten viele Disney-Plakate ganz anders aussehen – wie eine originelle Werbekampagne zeigt.

Beeindruckende Landschaften, prachtvolle Wälder, Ozeane voller bunter Fische: In Disney-Filmen herrscht eine Idylle, die es nur noch an wenigen Orten der Welt gibt. Denn die Ozeane sind überfischt, immer mehr Waldflächen abgeholzt und zahlreiche Tiere verschwinden. Aktuell sind so viele Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht wie noch nie zuvor.

Die „Newhouse School of Public Communications” im US-Bundesstaat New York hat eine kreative Kampagne entworfen, die auf das Artensterben aufmerksam machen soll. Sie nutzt Filmplakate von beliebten Disney-Klassikern, um zu zeigen, wie eine Disney-Welt ohne Tiere aussehen würde.

„Legendäre Geschichte eines einzelnen Steines“

Die Kampagne besteht aus Plakaten von drei Filmen: Der König der Löwen, Das Dschungelbuch und Findet Nemo. Auf den ersten Blick sehen die Bilder aus wie die Original-Plakate. Schnell fällt aber auf, dass etwas nicht stimmt.

An dem Ort, an dem der Affe Rafiki eigentlich das Löwenbaby Simba dem Tiervolk präsentiert, fehlen sämtliche Tiere. Mogli sitzt alleine im Dschungel und kein einziger Fisch schwimmt im Ozean.

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Eine berühmte Szene aus König der Löwen – ohne Tiere. (Bild: S.I. Newhouse School of Public Communications)
Disney, Tiere, Artensterben, Dschungelbuch
Disney, Tiere, Artensterben, Dschungelbuch (Bild: S.I. Newhouse School of Public Communications)
Disney, Tiere, Artensterben, Findet Nemo
Disney, Tiere, Artensterben, Findet Nemo (Bild: S.I. Newhouse School of Public Communications)

Die Disney-Filme haben für die Kampagne außerdem neue Namen bekommen:

  • „Das löwenlose Königreich“. Mit dabei steht außerdem: „Eine legendäre Geschichte eines einzelnen Steines in der afrikanischen Sahara.“
  • Das Dschungelbuch wurde zu „Der karge Dschungel“. Ein Junge muss in einem Dschungel ohne Tiere überleben, heißt es außerdem.
  • Statt „Findet Nemo“ heißt der dritte Film „Findet niemanden“. Es handelt sich um eine „Geschichte von einem Ozean ohne Fisch“.

Eine Million Tier- und Pflanzenarten sind bedroht

Dass sich die Macher:innen der Kampagne genau diese drei Filme ausgesucht haben, ist kein Zufall. Auf den Bildern erklären sie jeweils, wie gravierend die Lage der Tiere aus den Filmen ist: In den vergangenen 20 Jahren habe sich der Löwenbestand in Afrika um 90 Prozent reduziert. Im tropischen Regenwald sterben täglich dutzende Tierarten aus. Mehr als die Hälfte der im Meer lebenden Arten werden bis zum Jahr 2100 wahrscheinlich nicht mehr existieren.

Die Student:innen der „Newhouse School of Public Communications” haben die Plakate zwar für die Umweltschutzorganisation WWF konzipiert, es handelt sich aber nicht um eine offizielle Kampagne. Die Bilder wurden lediglich auf der Webseite „adsoftheworld.com“ veröffentlicht. Sie sind ein gutes Beispiel dafür, wie sich mit originellen Mitteln auf Umweltprobleme aufmerksam machen lässt.

Dass das dringend nötig ist, zeigen die Zahlen: Etwa eine Million Tier- und Pflanzenarten sind aktuell vom Aussterben bedroht, Expert:innen sprechen vom „sechsten Massensterben“. Schuld daran ist der Mensch – vor allem die Landwirtschaft und der Klimawandel zerstören Ökosysteme. Um das Artensterben aufzuhalten, braucht es Maßnahmen gegen die Klimakrise, mehr ökologische Landwirtschaft und Schutzgebiete für Tiere. Auch jede:r Einzelne ist gefragt: 6 Dinge, die du gegen das Massensterben tun kannst

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(1) Kommentar

  1. Sehr interessant gemacht. Aber ausgerechnet der WWF prangert das an? Unter den Mitgliedern findet sich eine nicht unerhebliche Anzahl reicher, teils adliger Großwildjäger, die durchaus auch schon dadurch auffielen, daß die sich um die Erhaltung der Arten einen feuchten Kehricht kümmern… Ich habe meine Mitgliedschaft 1992 beendet, als man beim WWF auf die Idee kam, die Trophäenjagd in Grenzen zu tolerieren – wobei die Frage ist, wo diese Grenze eigentlich ist. Und ich war nicht das einzige Mitglied, das hinwarf.
    Seither ist die Organisation für mich unglaubwürdig und erledigt.