Gegen Plastikmüll: dm testet Nachfüllstationen für Duschgel

Fotos: © Utopia und © dm

Plastikmüll zu vermeiden ist bei vielen Kosmetikartikeln gar nicht so einfach – aber Nachfüllstationen machen es möglich. Die Drogeriekette dm testet aktuell eine solche Station, allerdings nur für Nivea-Duschgele.

Das Prinzip von Nachfüllstationen ist simpel: Man bringt seine eigene Flasche mit, füllt das gewünschte Pflegeprodukt ein und bezahlt an der Kasse. So lässt sich vermeiden, mit jedem neuen Duschgel oder Shampoo eine Plastikflasche wegzuwerfen.

In verpackungsfreien Supermärkten haben sich solche Stationen schon lange bewährt. In den großen Drogerien und Supermärkten sind sie zumindest in Deutschland hingegen noch nicht angekommen. Das könnte sich nun ändern. Die Drogeriekette dm testet zurzeit eine Nachfüllstation für Nivea-Duschgel.

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So sieht die Nivea-Nachfüllstation bei dm aus. (Foto: © dm)

Nachfüllstationen in dm-Filialen in Hamburg und bei Karlsruhe

In der Station können Kund*innen zwei Sorten Duschgel auffüllen: „Creme Soft“ und „Creme Sensitive“. Sie dürfen dabei allerdings nur die dafür vorgesehenen Nivea-Flaschen verwenden – sie bestehen zu 96 Prozent aus recyceltem Plastik.

Während der Testphase muss man die Flaschen nach der dritten Befüllung abgeben: dm will sie auf Hygiene- und Qualitätsstandards untersuchen. Kund*innen erhalten dann ein neues Exemplar und eine kostenlose Nachfüllung.

„Wir bei dm nehmen wahr, dass unsere Kund*innen bewusster einkaufen und bereit sind, nachhaltigere Alternativen auszuprobieren“, sagt Sebastian Bayer von dm. Die erste Testphase soll zunächst sechs bis acht Monate dauern. Die Nachfüllstationen stehen allerdings nur in drei Filialen – zwei davon sind in Hamburg (Hoheluftchaussee 18 und Eppendorfer Landstraße 108), eine in der Nähe von Karlsruhe (Schöllbronner Straße 21).

Wenn der Test erfolgreich ist, könnten mehr Stationen kommen

Womöglich sind die Nivea-Nachfüllstationen nur der Anfang: „Je nachdem, wie unsere Kund*innen dieses Angebot annehmen, werden wir weitere Schritte gehen“, sagt Bayer. In Österreich testet dm schon länger entsprechende Stationen für Wasch- und Spülmittel – sie stehen bereits in 24 Filialen dauerhaft. (Welche dm-Märkte mit Abfüllstationen ausgestattet sind, steht in dieser Auflistung.) Konkurrent Rossmann startete Anfang des Jahres einen ähnlichen Test in Tschechien, mit Auffüllstationen für Waschmittel, Weichspüler, Geschirrspülmittel, Shampoos, Duschgele und Handseife.

Utopia meint: Hoffentlich bewähren sich die Nachfüllstationen, sie sind eine gute Möglichkeit, Plastikmüll zu reduzieren. Wenn große Discounter und Supermärkte solche Stationen auffüllen, ist der Effekt groß – dort kaufen täglich hunderttausende Menschen ein. Schade allerdings, dass dm für die Testphase Nivea ausgewählt hat – zertifizierte Naturkosmetik wäre uns lieber gewesen.

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