Plastikfrei: Rossmann testet Abfüllstationen für Waschmittel, Duschgel, Spülmittel und mehr

Foto: © Rossmann

Kund*innen von Rossmann können sich seit kurzem verschiedene Reinigungs- und Pflegeartikel in eigene Plastikflaschen einfüllen – zumindest in Tschechien. Die Drogeriekette will damit versuchen, den Plastikverbrauch in ihren Filialen zu reduzieren.

Wer plastikfrei einkaufen will, kommt bei Reinigungs- und Pflegeprodukten schnell an seine Grenzen: Spülmittel, Duschgel oder Bodylotion stecken in der Regel in Plastikflaschen. Dass es auch anders geht, zeigen verpackungsfreie Supermärkte: Dort kann man sich Duschgel und Co. in eigene Flaschen abfüllen.

Dieses Konzept testet nun auch Rossmann: Laut der „Lebensmittel Zeitung“ stehen in fünf Städten in Tschechien seit November entsprechende Abfüllstationen (in Prag, Pardubice, Liberec, Brno und České Budějovice). Dort gebe es Persil-Waschmittel, Weichspüler, Geschirrspülmittel, Shampoos und Duschgele der Marke Nature Box und Handseife von Fa.

Abfüllstationen: Rossmann kooperiert mit Henkel

Für die Abfüllstationen hat sich Rossmann mit Henkel zusammengetan. Alle Reinigungs- und Pflegeprodukte stammen daher von Marken, die zum Konzern gehören. Wer sich Shampoo, Geschirrspüler und Co. abfüllen möchte, muss einmalig die dafür vorgesehene Flasche kaufen – und kann diese immer wieder verwenden.

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Abfüllstation bei dm (Österreich) (© dm / Marco Riebler)

Rossmann ist nicht der erste Drogeriemarkt, der ein solches Angebot macht: In Österreich hat dm in 24 Filialen Abfüllstationen aufgestellt. Dort gibt es jeweils zwei Sorten Wasch- und Spülmittel der österreichischen Marke Planet Pure zum Abzapfen. Eine Ladung Spülmittel kostet 2,95 Euro, Waschmittel 5,95 Euro. Laut Lebensmittel Zeitung ist das fünfte Mal Nachfüllen umsonst. Der Bio-Supermarkt Basic bietet Wasch- und Spülmittel der Marke Sodasan zum Abfüllen an.

Abfüllstationen bei Rossmann und dm in Deutschland?

Ob wir auch in Deutschland mit Abfüllstationen bei Rossmann und dm rechnen dürfen, ist unklar. Rossmann wolle das „nicht verraten“, schreibt die Lebensmittel Zeitung. Utopia hatte vergangenes Jahr bei dm nachgefragt – und nur eine vage Antwort erhalten: „Wir bei dm in Deutschland stehen mit unseren Kolleginnen und Kollegen in Österreich im engen Austausch, um die Rückmeldung der Kund*innen zu erfahren. Für die dm-Märkte in Deutschland prüfen wir derzeit die Optionen.“

Utopia meint: Das Pilotprojekt in tschechischen Rossmann-Filialen ist ein guter Schritt, um Plastik zu reduzieren. Noch besser wäre es, wenn Rossmann dabei nicht nur konventionelle Marken anbieten würde, sondern auch Öko-Wasch- und Spülmittel sowie Pflegeprodukte in zertifizierter Naturkosmetik-Qualität. Prinzipiell ist es aber erfreulich, dass die Abfüllstationen inzwischen nicht nur in Unverpackt- oder Bio-Läden stehen, sondern auch in großen Drogerieketten. In den Ketten kaufen deutlich mehr Menschen ein – das Potenzial, Plastik einzusparen, ist hier also viel größer.

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(2) Kommentare

  1. Guter Ansatz, aber wohl auch eher greenwashing bzw ein sich „schmücken“ mit guten Dingen.
    Henkel ist ja nun auch kein Vorreiter in Sachen Umweltschutz oder Arbeitsbedingungen….
    Ich hatte im November eine kleine Korrespondenz mit Rossmann. Mich interessierte warum die Plastikfreien Q-Tips der Eigenmarke ein Plastikfenster in der Verpackung haben. Mit einer Antwort tat man sich sehr schwer und verwies letztendlich darauf, dass das Plastikfenster im Karton einen hygienischen Grund hat….
    Ich habe dann einfach ein Foto der DM Eigenmarke geschickt – die haben kein Plastikfenster 🙂
    Wie siehts denn mit mittlerweile mit den Arbeitsbedingungen bei Rossmann aus? Da gab es ja vor ein paar Jahren auch Meldungen die an guten Absichten des Unternehmens Zweifel aufkommen ließen…

  2. Norbert-Brummer,
    um kurz auf die Arbeitsbedingungen einzugehen, die waren bei Rossmann noch nie schlecht, ebenfalls werden die Mitarbeiter mehr als ordentlich bezahlt und bekommen noch andere Vergütungen in Form von zb großzügigen Warenrabatt-gutscheinen. Es ging sich damals um eine Fremdfirma die für einige Rossmann-Filialen die Ware eingeräumt haben, mit denen gab es einen Werkvertrag und es gab den Verdacht der illegalen Arbeitnehmerüberlassung aber der hat sich nicht bestätigt. Diese Herrschaften wurden von der Firma schlecht bezahlt und das hat m. M nach nichts mit Rossmann zu tun um es plump zu sagen, als Leiharbeiter wird man auch schlechter bezahlt!