„Nicht jeden Unsinn anbieten“: Edeka-Kunde zeigt, was in Supermärkten schiefläuft

Foto: Utopia, Facebook/ Michael Matzke

Bei Edeka gibt es geschälten, verpackten Spargel zu kaufen – das zeigt ein Foto eines Facebook-Users. Der Supermarkt versuchte daraufhin, sein Produkt zu verteidigen. Doch der Nutzer brachte auf den Punkt, worauf es wirklich ankommt.

Spargel ist eigentlich schnell zubereitet: Die weißen Stangen muss man lediglich waschen und schälen, bevor sie in den Kochtopf können. Doch die Supermarktkette Edeka will es ihren Kund:innen scheinbar noch leichter machen – wie ein Foto eines Facebook-Users zeigt.

Kunde konfrontiert Kette wegen geschältem, verpackten Spargel

„Echt jetzt, EDEKA?“, beschwerte sich vergangenen Mittwoch ein User auf Facebook. „Ihr schält Spargel, um ihn dann in Plastikschalen zu verpacken? Geht’s eigentlich noch?“ Dazu postete er ein Foto einer Plastikschale mit Folie, in der geschälte, weiße Spargelstangen steckten.

spargel edeka
Das Foto eines Facebook-Nutzers zeigt: Edeka bietet geschälten, verpackten Spargel an. (Screenshot: Facebook/ Michael Matzke)

Das Socialmedia-Team der Supermarktkette antwortete daraufhin, das Angebot sei für Kund:innen gedacht, die es bevorzugen, Spargel in geschälter Form zu kaufen. „Als Vollsortimenter sehen wir es als unsere Aufgabe an, die Wünsche unserer Kunden bestmöglich zu erfüllen“, lautete die Rechtfertigung. „Viele Kunden wünschen sich bereits verarbeitete Produkte oder teils verarbeitete Produkte zu kaufen, um sich einen Arbeitsschritt zu Hause zu ersparen.“

Der Facebook-User, der das Bild geteilt hatte, lies sich nicht so leicht überzeugen. „Ich könnte mir vorstellen, dass es ein ziemlich vorrangiger Wunsch eurer Kunden ist, auch in Zukunft noch in einer halbwegs intakten Welt zu leben“, erklärte er. „Als Unternehmen tragt ihr dafür Mitverantwortung und auch als Vollsortimeter kann man sich durchaus dafür entscheiden, nicht jeden Unsinn anzubieten, nur damit sich jemand einen Arbeitsschritt spart.“

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Vorgeschälter Spargel: Das meinten andere User:innen dazu

Andere Facebook-Nutzer:innen waren geteilter Ansicht bezüglich des Edeka-Produkts: „Wie saufaul muss man sein, dass man nicht 10 Sekunden pro Spargel (maximal) verwendet?“, kommentierte ein User unter dem Post.  „Vielleicht auch noch hartgekochte Eier ohne Schale? Oder Kartoffeln ohne Schale?“.

Andere verteidigten das Konzept: „Super, dann muss ich mich nichtmehr dahinstellen! Danke für den Tipp“, schrieb zum Beispiel eine Userin.

Lebensmittel erst schälen und dann einpacken – das ist absurd

Utopia meint: Produkte wie der vorgeschälte Spargel von Edeka mögen für Menschen mit körperlichen Einschränkungen eine gute Lösung sein. Die meisten von uns sind aber nicht darauf angewiesen und wählen sie aus Bequemlichkeit.

Dabei ist es absurd, ein Lebensmittel erst von seiner natürlichen, biologisch abbaubaren Verpackung zu befreien, um es in eine synthetische zu stecken. Ebenso absurd wie die Tatsache, dass Supermärkte solche Produkte anbieten, und gleichzeitig immer wieder betonen, wie wichtig es ihnen sei, Verpackungen zu vermeiden und Ressourcen zu schonen.

Der Nutzer, der das Foto gepostet hat, hat Recht: Supermärkte tragen eine Mitverantwortung dafür, wie die Zukunft von uns und zukünftigen Generationen aussehen wird. Genau wie die Politik, die Industrie – und wir selbst. Denn es ist ja so: Wenn niemand geschälten Spargel kaufen würde, würde er auch nicht angeboten.

Tipp: Wer Spargel selbst schält, kann auch die Schale gleich mitverwerten – zum Beispiel als leckere Spargelsuppe.

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(5) Kommentare

  1. Wer ißt im Mai Kukuruz (Mais), verschweißt in Plastik und aus dem Senegal? Ich bin überzeugt niemand und er wird dann weggeworfen. Birnen aus Südafrika und Chile oder Peru, keine hiesigen. Äpfel aus Österreich muß man suchen. San Lucar beherrscht den Markt, auch im Sommer, Pfirsische und Marillen aus Spanien, während sie bei uns reif sind. Jetzt auch die geschmacklosen Erdbeeren!

  2. Hallo, ich hab mal (auf einem Internetfoto) geschälte BANANEN(!!) in Plastikverpackung gesehen! Das setzt doch dem Thema die Krone auf – während hartgekochte geschälte Eier oder Kartoffeln nicht ganz unüblich sind.
    Aber das ist ein politisches Problem. Solche Auswüchse wird es solange geben, als sie nicht verboten werden, weil eben die Ansicht vorherrscht, der Kunde müsse alles bekommen was er möglicherweise haben wolle. Dabei werden viele Bedürfnisse durch blödsinnige und umweltschädliche Angebote überhaupt erst geweckt…

  3. wenn man keine Lust hat Spargel zu schälen: auf Wochenmärkten bieten Gemüsehändler kostenloses Schälen an, die Schalen bekommt man, wenn man das möchte, auch mit.

  4. Man kann sich auch über alles aufregen….
    Es gibt auch ungeschälten Spargel in Plastik eingeschweist.

    Außerdem, es ist sehr praktisch für Leute, die nicht so fit sind, oder Körperlich eingeschränkt, und nicht schälen können, aber trotzdem Spargel wollen.

    Nicht jeder kann auf den Wochenmarkt.

    Das Internet ist mal wieder voll von Leuten, die aus Ihrer eigenen unbeeinträchtigten Position heraus, anderen vorschreiben wollen, wie man zu leben hat.

    Wie eingebildet kann denn einer sein??

  5. LIeber eingebidet als tot, möchte ich meinem Vorredner mitgeben. Meiner Meinung nach müssen noch viel mehr Dinge gesetzlich geregelt werden, solange eine solche Ignoranz herrscht.