#FlattenTheCurve: Jetzt sind wir alle gefragt, das Coronavirus zu bremsen

Screenshot: Bundesministerium für Gesundheit

Der Hashtag #FlattenTheCurve trendet gerade auf Twitter. Der Grund ist das Coronavirus. Warum wir jetzt alle gefragt sind, etwas gegen die Ausbreitung des Virus zu unternehmen – und wie das geht.

Unter dem Hashtag #FlattenTheCurve twittern derzeit tausende Menschen und rufen dazu auf, das Coronavirus einzudämmen. Warum das nichts mit Panikmache zu tun hat, sondern wichtig ist, erklärt zum Beispiel die Süddeutsche Zeitung in einem ausführlichen Beitrag.

Coronavirus breitet sich exponentiell aus

Die Ausbreitung des Coronavirus verläuft exponentiell – und nicht linear. Lineare Prozesse könne der Mensch begreifen, weil er an sie gewöhnt sei, heißt es in dem Beitrag. Bei linearem Wachstum kommt in festen Zeitabständen eine feste Anzahl hinzu. Mit exponentiellem Wachstum verhält es sich anders. Es erfolgt deutlich schneller, weil sich die Fälle in einem festen Zeitraum jeweils verdoppeln.

Derzeit gibt es in Deutschland 1.218 infizierte Menschen. Christian Althaus, Leiter der Epidemologischen Forschungsgruppe der Uni Bern geht gegenüber der Süddeutschen von einer Verdopplungszeit von sechs bis sieben Tagen aus. Demnach könnten am 19. Mai bereits 1.247.232 Menschen infiziert sein in Deutschland – wenn sich das Virus ungebremst verbreiten kann.

In einem Schaubild bildet ein solches exponentielles Wachstum eine steile Kurve nach oben ab. Wird das Virus gebremst, wird diese kurve flach gehalten – und das ist momentan das Ziel.

Zum Verständnis veranschaulicht das Gesundheitsministerium den Sachverhalt in einem Video:  

„Lasst uns solidarisch sein“

Bei den meisten Infizierten verläuft die Krankheit zwar harmlos – weil sie keine Vorerkrankungen haben oder ein starkes Immunsystem. Doch etwa jeder fünfte muss im Krankenhaus behandelt werden. Oft handelt es sich dabei um Menschen mit Vorerkrankungen und ältere Menschen. Um Letztere zu schützen, ist es wichtig, dass jeder mithilft, die Verbreitung des Virus einzudämmen.

Auf Twitter rufen deshalb derzeit viele Menschen unter dem Hashtag #FlattenTheCurve dazu auf, die Kurve flach zu halten, also das Virus einzudämmen.

So fordert Silke Gebel von den Grünen, „Lasst uns solidarisch sein und gemeinsam ‚FlattenTheCurve‘ schaffen.“ Genauso die Autorin Natascha Stroble, die schreibt: „Wir machen das jetzt mit der Solidarität, ok?“

Auch Greta Thunberg ruft zu Solidarität auf und gibt sich gewohnt vernünftig: „Wir jungen Menschen sind am wenigsten betroffen. Doch es ist essenziell, dass wir uns solidarisch zeigen mit jenen, die am gefährdetsten sind und dass wir uns im besten Interesse der Gesellschaft verhalten.“

Maßnahmen, um die Ausbreitung zu bremsen

Wie effektiv dabei ganz einfache Maßnahmen sein können, zeigt das Beispiel der Spanischen Grippe, die sich in den Jahren 1918 und 1919 unter anderem in den USA ausbreitete. Anders als die Stadt Philadelphia hat St. Louis damals frühzeitig Maßnahmen ergriffen und konnte die Ausbreitung des Virus damit eindämmen.

Schon ein paar einfache Maßnahmen helfen, sich selbst und damit auch andere Menschen vor dem Virus zu schützen:

  • Häufiges und gründliches Händewaschen. Mindestens 20 Sekunden lang, rät die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Also einfach bis 20 zählen während des Händewaschens – oder zweimal hintereinander Happy Birthday singen. Wem das zu langweilig ist: Die Kolleg*innen von Zett haben Refrains herausgesucht, die um die 20 Sekunden lang sind. Unsere Favoriten: Bungalow von Bilderbuch und Oops … I did it again von Britney Spears.
  • Zwei Meter Abstand halten zu Personen mit Grippesymptomen.
  • In die Armbeuge niesen oder in ein Einmaltaschentuch, das dann in einem verschließbaren Mülleimer entsorgt wird. Und sich beim Niesen wegdrehen.
  • Fahrstuhlknöpfe, Handläufe, Türgriffe in öffentlichen Gebäuden nicht mit der Hand betätigen, sondern mit dem Ellenbogen oder Knöchel.

Übrigens:

  • Ein Mundschutz ist meistens überflüssig und hilft nicht gegen Ansteckung. Aber er schützt andere, wenn man selbst erkrankt ist.
  • In unserem Artikel erklären wir, dass viele Desinfektionsmittel nicht helfen – und welche es tun.
  • Wer Grippe-Symptome entwickelt, sollte den Arzt anrufen und sicherheitshalber die Öffentlichkeit meiden. Zudem sollte man nicht unangemeldet zum Arzt gehen, um andere Menschen nicht zu gefährden.

Weitere Methoden, um dem Coronavirus vorzubeugen, haben die Kolleg*innen von Öko-Test in einem ausführlichen Artikel zusammengestellt.

Bitte lies unseren Hinweis zu Gesundheitsthemen.

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(3) Kommentare

  1. Atemschutzmasken sollten alle tragen und Handschuhe auch.
    Zumindest Menschen an den Ladenkassen, Theken, in Restaurants sollten sich abschirmen.
    Nicht, dass diese nun alle infektiös wären, nein, aber diese Leute sind extrem gefährdet, weil diese extrem viel Menschenkontakt haben und deshalb potenziell höchst „viral“ wären.

    Nicht nur per Luftübertragung durch Tröpchen, also Spucke, sondern erst recht durch Geld!
    Bargeld geht durch viele Hände am Tag, also ist Papier- und Münzgeld am ehesten „infiziert“ und „ansteckend“, bzw. das Virus verbreitend.
    Man kann das Geld ja nicht „waschen“ oder einsprühen, desinfizieren.

    Dass Türklinken, vor allem öffentliche, extreme Virenschleudern sind, dürfte wohl klar sein.

    Deshalb braucht es ebenso Schutz-Handschuhe, damit man sich selbst und andere nicht ansteckte.

    Der Corona-Virus hat nach Infektion eine gewisse Infektionszeit bis zum Krankheitsausbruch von vllt 5 Tagen.
    ABER ob das Virus auch sofort ansteckend, infektiös sei, DAS weiß anscheinend niemand.
    Ob man nach überstandener Krankheit immun sei, weiß anscheinend auch niemand.

    Also könnte diese Pandemie noch schlimmer werden durch mgl. sofortige Gefährlichkeit oder Reinfektion.
    So könnte der CoViD19-Virus vllt sogar endemisch werden… o_O

  2. Der beste Schutz vor einer viralen Atemwegsinfektion ist ein Vitamin-D-Spiegel im Blut von mindestens 50 ng/ml. Im Winter ist das nur durch Supplementierung zu erreichen. Man kann seinen Spiegel testen lassen und dann je nachdem täglich eine entsprechende Dosis Vitamin D3 einnehmen, möglicherweise 5000 IU oder mehr, bei Kindern entsprechend dem Gewicht weniger.