Vier Wochen kein Fleisch: Galileo sendet spannendes Experiment aus einer Kleinstadt

Foto: Screenshot ProSieben Mediathek

Wie verändert sich eine Stadt, wenn ihre Bewohner:innen kein Fleisch mehr essen? Die Prosieben-Sendung Galileo wollte es wissen – und startete ein Experiment in Weida in Thüringen. Neben einem Teil der Bürger:innen machten auch Vereine, eine Firma und Restaurants mit.

Thüringen ist laut Galileo das Bundesland mit dem höchsten Pro-Kopf-Fleischkonsum in Deutschland – für die Sendung also der perfekte Ort für das Experiment. Die einzigen Regeln: Die Teilnehmenden dürfen vier Wochen kein Fleisch und keinen Fisch essen.

Mehrere hundert Einwohner:innen entschieden sich laut Galileo, bei dem Experiment mitzumachen, darunter auch der Bürgermeister. Die kompletten vier Wochen schafften allerdings nur 126 Personen. Galileo konnte außerdem eine Firma, mehrere Vereine, den Wochenmarkt und eine Schule überzeugen, vegetarische Mahlzeiten anzubieten.

Vier Wochen ohne Fleisch – mit verschiedenen Schwerpunkten

Ein bisschen veganer: Fleischersatz
Würstchen und Co. gibt es auch vegetarisch oder vegan. (Foto: CC0 Public Domain / Unsplash – LikeMeat)

Das Fernsehteam begleitete vier Familien in ihrem fleischfreien Alltag. Jede der Familien hatte einen besonderen Schwerpunkt: Eine setzte sich zum Ziel, durch die Ernährungsumstellung abzunehmen, die andere testete Fleischalternativen. Die dritte Familie betreute ein Ferkel, das später geschlachtet werden sollte. Eine besonders sportliche Familie sollte überprüfen, wie sich die vegetarische Ernährung auf ihre Leistungsfähigkeit auswirkt.

Die Bilanz nach vier Wochen war positiv:

  • In der Familie, die abnehmen wollte, verlor jedes Mitglied durchschnittlich zwei Kilogramm Gewicht. Auch Cholesterinwerte sanken.
  • Die sportliche Familie konnte ihre Muskelmasse erhalten und stellte keinen Leistungsabfall fest.
  • Fleischersatzprodukte aus Soja, Seitan und Co. schmeckten den Tester:innen – allerdings gab es je nach Produkt deutliche Unterschiede. Wurstalternativen kamen beispielsweise besser an.

Vegetarische Mahlzeiten verkauften sich schlechter

Aber das Galileo-Experiment funktionierte nicht überall: Die Feuerwehr veranstaltete ein vegetarisches Grillfest – das hatte jedoch kaum Besucher:innen. Ein Imbiss, der zum ersten Mal auch vegetarische Mahlzeiten anbot, verkaufte keine einzige davon. Einige Einwohner:innen ärgerten sich über die Aktion, es gab sogar eine Demonstration. Die Protestierenden aßen demonstrativ Wurstbrote und trugen T-Shirts mit der Aufschrift „Von wegen ‚Weida Fleischlos‘!!! Nicht mit uns“.

Am Ende des Experiments wartete noch eine besondere Herausforderung auf die vier Familien: eine Hausschlachtung. Sie mussten zusehen, wie ein Schwein erst elektrisch betäubt und dann per Halsschnitt getötet wird. Für alle Anwesenden war dieses Erlebnis ein Schock – viele weinten. Ein Familienvater erklärte, ab jetzt keine Wurst mehr zu essen.

Wie ging es nach dem Experiment weiter?

Alle vier Familien erklärten im Nachhinein, dass die fleischfreie Ernährung gar nicht so schwierig war, wie sie zunächst angekommen hatten. Sie zogen allerdings unterschiedliche Konsequenzen aus dem Experiment: Eine Familie freute sich, wieder Schnitzel und Co. essen zu dürfen, eine andere erklärte, weiterhin auf Fleisch verzichten zu wollen.

Die Sendung lief am Sonntag (15.11.) auf ProSieben und ist in der Mediathek verfügbar.

Utopia meint: „Willkommen in Fleischlos“ – so hat Galileo die Sendung mit dem Experiment genannt. Eine ganze Stadt, die vier Wochen lang ohne Fleisch lebt? So ganz geklappt hat das nicht, nur etwas über 100 Menschen haben tatsächlich auf fleischfreie Ernährung umgestellt. Die Sendung lässt also keine Rückschlüsse darauf zu, was sich in einer vollkommen vegetarischen Stadt alles ändern würde. Es ist trotzdem interessant zu beobachten, wie sich die vier Familien auf die neue Lebensweise einstellen. Sie alle hatten zuvor viel Fleisch gegessen, teils sogar mehrmals am Tag. Trotzdem fiel ihnen der Umstieg nicht allzu schwer. Auch wenn das Experiment aus unserer Sicht nicht ganz geglückt ist – die Sendung liefert gute Impulse, den eigenen Fleischkonsum zu überdenken.

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