„Wie Camping auf einer Achterbahn“: So lief Gretas erste Woche auf hoher See

Screenshot: Twitter/ Greta Thunberg

Greta Thunberg hat etwa die Hälfte ihrer Atlantik-Überquerung geschafft. In den letzten sieben Tagen legte sie etwa 3.000 Kilometer zurück. Wir haben die wichtigsten Ereignisse ihrer Reise zusammengefasst.

Greta Thunberg überquert derzeit mit dem Segelboot „Malizia II“ den Atlantik. Mit an Bord: Ihr Vater Svante Thunberg und der Hamburger Segelsportler Boris Herrmann. Auch Pierre Casiraghi, der Enkelsohn von Fürst Rainier III. von Monaco und der Fürstin Gracia Patricia (auch bekannt als Grace Kelly) sowie der Filmemacher Nathan Grossman reisen zusammen mit Greta über den Atlantik.

Vor einer Woche, am 14. August gegen 17:00 Uhr, hatte das Segelboot im Hafen der englischen Stadt Plymouth abgelegt. Die Reise soll etwa 14 Tage dauern. Seitdem hat die Malizia II etwa 1.500 Seemeilen zurückgelegt – das sind rund 3.000 Kilometer. 1.700 Seemeilen hat das Schiff noch vor sich.

Das Ziel: New York. Dort will Greta im September am UN-Klimagipfel teilnehmen. Die 16-Jährige reist per Segelboot, weil sie dem Klima mit einer Flugreise nicht zusätzlich schaden will. Damit ihre Fans wissen, wie die Reise verläuft, postet Greta täglich Updates auf Twitter und Instagram. Wir haben die Ereignisse während der ersten Woche auf hoher See zusammengefasst (eventuell musst du zuerst die Ansicht aktivieren, um die Tweets im Artikel sehen zu können):

Sonnenschein und raue Tage auf hoher See

„Tag 7. Ungefähr halb über den Atlantik. Sehr angenehme Bedingungen“, twitterte Greta heute morgen. Dazu schickte sie ein Bild von sich selbst an der Reling des Schiffes. Das Wetter sieht gut aus, das Meer wirkt ruhig.

Auch in den Tagen davor hatte sich die Crew der Malizia II über gute Wetterbedingungen freuen können. Greta berichtete am Dienstag von „Sonnenschein nördlich der Azoren“ und am Montag von einem „sonnigen Tag mit angenehmem Wind“.

Nur die ersten Tage der Reise hatte die Crew mit schlechtem Wetter zu kämpfen. Skipper Boris Herrmann schrieb auf seiner Webseite von einer wackligen und rauen ersten Nacht. Trotzdem habe fast die gesamte Besatzung zumindest ein wenig schlafen können. Auch den Freitag beschrieb er als einen grauen, sehr windigen und ziemlich unbequemen Tag auf hoher See.

„Das Leben auf Malizia II ist wie Camping auf einer Achterbahn.“

Obwohl die Reise lange dauert, scheint die Crew Spaß auf hoher See zu haben. Am vierten Tag der Reise twitterte Greta: „Das Leben auf Malizia II ist wie Camping auf einer Achterbahn.“ Außerdem schlafe sie gut und leide nicht an Seekrankheit.

Wie die Besatzung ihre Freizeit verbringt, zeigen verschiedene Posts von Boris Herrmann. Auf einem Video sieht man, wie Greta Kniebeugen macht. Ein anderes Bild zeigt die Passagiere beim Brettspielen.

Greta und die anderen haben auch Wetten darüber abgeschlossen, wann das Segelboot New York erreicht. Greta schätzt, dass das Boot am 28. August um 13 Uhr ankommen wird. Ihr Vater ist optimistischer – er glaubt, dass sie New York schon am 27. August erreichen. Boris Herrmann, unter dessen Kommando sie segeln, tippt sogar auf den 26. August.

Wäre ein Flug klimafreundlicher?

Viele Medien diskutieren derzeit darüber, ob Gretas Reise mit dem Segelboot wirklich klimafreundlicher als ein Flug ist. Laut der TAZ habe der Pressesprecher von Boris Herrmann erklärt, dass nach der Ankunft fünf Mitarbeiter in die USA fliegen würden, um die Yacht in Empfang zu nehmen und auf ihr zurückzusegeln. Auch Herrmann selbst würde nach der Überfahrt mit dem Flugzeug nach Europa zurückreisen. Insgesamt wird es also sechs Langstreckenflüge zwischen Europa und den Vereinigten Staaten geben.

Von der Diskussion hat auch die Besatzung der Malizia II erfahren. Skipper Boris Herrmann äußerte sich dazu gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa): „Unsere Flüge ändern nichts daran, dass Greta emissionsfrei nach New York kommt“, erklärte er. Die Diskussion um ihre Reise findet er sehr kurzfristig, wenn man darüber nachdenke, was die Intention ist. „Natürlich wäre es umweltschonender gewesen, nicht darauf aufmerksam zu machen, dass wir dringend etwas tun müssen gegen die Klimakrise. Aber wenn keiner darauf aufmerksam macht, dann tun wir auch nichts.“ Herrmann gab zu bedenken, dass er Teil eines Rennteams ist und sonst in dieser Zeit trainieren und auch fliegen würde.

Thunbergs Reise hat in gewisser Weise Symbolcharakter und macht grundsätzlich darauf aufmerksam, wie problematisch Fliegen ist. Darüber hinaus symbolisiere die Überfahrt zwei Dinge, sagt Herrmann: „Dass es nicht einfach ist, fossile Brennstoffe zu ersetzen, und dass das Meistern dieser Herausforderung ein großartiges Abenteuer sein kann.“

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(5) Kommentare

  1. Hier sind mit dem monegassischen Adel aber wirklich die falschen Leute von der Partie, oder hat Monaco die Formel 1 inzwischen nicht mehr im Portfolio?
    (Falls doch: Ferrari und Co. rasen für das Klima wie die Bekloppten?)

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