Hart aber fair: Chef von Fleischverband redet sich um Kopf und Kragen

links: Heiner Maten, Vorsitzender des Verbandes der Fleischwirtschaft (VDF), rechts: Max Straubinger, CSU-Politiker (Foto: Screenshot WDR-Mediathek)

Bei „hart aber fair“ ging es am Montag um die Zustände in der Fleischindustrie. Spätestens seit der Corona-Krise ist bekannt, dass diese nicht nur Tiere, sondern auch Menschen ausbeutet. Die Talkgäste lieferten erschreckende Zahlen – der Chef des Verbandes der Fleischwirtschaft war überfordert.

Mehr als 1.200 Arbeiter*innen haben sich in deutschen Schlachthöfen mit dem Coronavirus infiziert – die Zahlen steigen womöglich noch. Grund für die vielen Infektionen sind die Zustände, unter denen die Angestellten solcher Betriebe arbeiten und wohnen. Moderator Frank Plasberg verglich die Bedingungen bei „hart aber fair“ am Montag mit Käfighaltung.

Die Journalistin Anette Dowideit stimmte dem Vergleich zu: Die Arbeiter*innen in den Schlachthöfen seien vor allem Menschen aus ärmeren südosteuropäischen Ländern, die für ein paar Monate zum Arbeiten nach Deutschland kämen. Sie werden in Kleintransportern nach Deutschland geholt und in Massenunterkünften untergebracht.

„Das können Kasernen sein, aber auch stillgelegte Bauernhöfe, richtige Schrott-Immobilien teilweise, wo sie dann auf engstem Raum zusammen wohnen.“ Es sei üblich, dass drei oder vier Personen in einem Zimmer wohnen, sagte Dowideit. Abstandsregeln ließen sich in den Unterkünften nicht einhalten.

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Die Talkrunde bei hart aber fair am Montag (Foto: Screenshot WDR-Mediathek)

Keine klaren Antworten vom Verband der Fleischwirtschaft

Ein weiterer Teilnehmer bei „hart aber fair“ war Heiner Manten, der Vorsitzende des Verbandes der Fleischwirtschaft (VDF). Ihm fiel die Diskussion in der Runde sichtlich schwer. Plasberg wollte zunächst von ihm wissen, wie überrascht er angesichts solcher Arbeitsbedingungen über die hohen Corona-Infektionszahlen sein konnte. Seine Antwort: „Also, zunächst einmal, die, äh, die Infektionszahlen…wie soll ich sagen …“ Plasberg unterbrach ihn: „Sie könnten sagen, dass Sie nicht überrascht waren.“

Das wollte Manten allerdings nicht eingestehen: „Nein, bitte geben Sie mir Gelegenheit, zunächst ein bisschen mich zu sammeln, mich zu finden. Also, die Infektionszahlen alleine, in den, äh, ja – oder Medien, Entschuldigung, ich hab bisschen den Faden verloren.“

Aber auch anschließend wurde es nicht besser: Manten sprach von den kalten Temperaturen in Schlachthöfen und Corona-Fällen in Irland und den USA – und wollte von fragwürdigen Wohn- und Arbeitsbedingungen zunächst nichts wissen: „In den Unterkünften, dass da drei, vier Leute zusammenwohnen, kann ich mir so nicht vorstellen. Kenn ich so nicht, hab ich so auch nicht gesehen.“

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Fleischzerteilung in einem Fleischbetrieb. (Foto: xy / stock.adobe.com)

70-Stunden-Woche für 1.200 Euro brutto

Wie prekär die Bedingungen für die Angestellten sind, bestätigte aber auch Manfred Götzke, Journalist bei Deutschlandfunk und spezialisiert auf Recherchen zu Schlachthöfen. Götzke spricht Rumänisch und hat persönlich mit Schlachthof-Arbeiter*innen gesprochen. Seine Berichte sind erschreckend:

„Die Leute mit denen ich gesprochen habe, die haben so 1.100/1.200 Euro bekommen – brutto. Allerdings nicht für 40 Stunden die Woche, sondern 60 bis 70 Stunden. […]  Zum Teil stehen die um halb zwei auf, stehen um drei Uhr morgens am Band und sind dann erst um 15 Uhr wieder zu Hause. Das sechs Tage die Woche.“

Von dem Lohn werde zusätzlich Geld für das Bett in der Sammelunterkunft abgezogen, Götzke sprach von 220 Euro pro Monat. Auch die Fahrten zum Betrieb und Arbeitskleidung zahlen die Arbeiter*innen von dem Lohn. Am Ende bleiben dem Journalisten zufolge höchstens 600 bis 700 Euro übrig.

Fleisch
Damit Fleisch billig verkauft werden kann, muss es billig produziert werden. (Bild von Karamo auf Pixabay / CC0 Public Domain)

Wir müssen weg von Billigfleisch

Den Präsidenten des Fleischwirtschaftsverbandes überzeugen diese Zahlen nicht: „Die 1.200 Euro, Herr Götzke, hatten sie die Möglichkeit, in so eine Lohnabrechnung reinzuschauen? […] Ich hätte dann gerne noch gewusst: Ist das Bruttolohn, Nettolohn? Und wenn Nettolohn, welche Steuerklasse?“ Erst etwas später in der Sendung gibt Manten zu: „1.200 Euro brutto wäre ein klarer Verstoß gegen das Mindestlohngesetz. Das lehne ich vollständig ab, ganz ganz klar.“

Utopia meint: Werkverträge abschaffen, einen Mindestpreis für Fleisch einführen oder gleich ein kompletter Systemwechsel: In der hart-aber-fair-Sendung von Montag haben die Talkgäste viele interessante Lösungen für die Fleischindustrie diskutiert. In Erinnerung bleibt aber vor allem der Auftritt von Heiner Manten. Seine Weigerung, die Missstände in Schlachtbetrieben einzugestehen, zeigt wie festgefahren die Branche ist. Es wäre Aufgabe der Fleischwirtschaft, Verbesserungen zu entwickeln. Damit sich etwas ändert – und weder Menschen noch Tiere in den Betrieben ausgebeutet werden – ist aber auch die Politik gefragt. Und nicht zuletzt die  Konsument*innen: Sie müssen bereit sein, mehr für Fleisch zu zahlen. Die miesen Arbeitsbedingungen in den Schlachthöfen sind auch ein Resultat der hohen Nachfrage nach Billigfleisch.

Die komplette Sendung von hart aber fair von Montag gibt es in der Mediathek.

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(18) Kommentare

  1. Sehr schöne Sendung! Nur leider war Frau Klöckner nicht zugegen.
    Nicht, dass es böse Absicht wäre, wie immer ihrer Verantwortung aus dem Weg zu gehen. Wahrscheinlich bleibt einfach zu wenig Zeit zwischen den ganzen Lobbyistenveranstaltungen.

    Trotzdem, so mein Eindruck, eine wirkungsvolle Sendung.
    Neben den sehr treffenden und zuweilen bissigen Kommentaren von Frau Dowideit (Wie kann der Fleischerzeuger diese Zustände mit seiner christlichen Ethik vereinbaren?) hat Herr Plasberg konsequent bei den Vertretern der industriellen Fleischwirtschaft nachgehakt, Herr Heil endlich ein Ende dieser ausbeuterischen Werksverträge angekündigt und Herr Habeck gleich wieder das ganze falsche System in Frage gestellt 👍
    Ein Schritt näher an etwas mehr Tier- und Menschenwohl 🙂
    Aber es gibt noch viel zu tun!
    Vor allem die Wirtschaft in vernünftige Bahnen zu lenken, denn der einfache Konsument kann nicht für alle vertuschten, systemisch bedingten Missstande gerade stehen!
    Faire Löhne in der gesamten Produktionskette, ökologisch angemessene Transportkosten und natürlich eine 100% umweltverträgliche Herstellungs- und Wiederverwertungskette sollten die Voraussetzungen sein, damit überhaupt ein Produkt angeboten werden darf!
    Zu undurchsichtig sind die Methoden der modernen Profitmaximierung, zu raffiniert und betrügerisch die Werbeversprechen für den gutgläubigen „Normalbürger“.

    Eine Frage am Rande: Warum schließen sich links und grün eigentlich nicht zusammen?
    Soo viele Unterschiede gibts da doch gar nicht mehr und mMn ist das auch die richtige Richtung in eine Zukunft, die auch morgen noch die essenziellen Grundlagen für alles Leben bietet, wie auch unserer „Zivilisation“ eine echte Chance auf Entwicklung ermöglicht.

  2. „denn der einfache Konsument kann nicht für alle vertuschten, systemisch bedingten Missstande gerade stehen!“ Darf man fragen weshalb nicht?

    Sind die Konsument*innen doch die Auftraggeber*innen der Tierqualindustrien, damit diejenigen, die all das unfassbare und unsägliche Leid der Tiere, infolge all die verheerend katastrophalen Folgen, wie da wären („nur“ ein kleiner Auszug): Klimakrise-/katastrophe; Verseuchung der Grundwässer und Böden mit Nitrat, Gülle, Pestiziden & Co und anderen Toxinen; Vogel-, Insekten-, Artensterben; Schmelzen der Eisflächen von Arktis/Antarktis, der weltweiten Gletscher und Tauen der weltweiten (Sibirien, Alaska, Kanada…) Permafrostböden (Stichwort: CH₄); Welthunger (jährlich beinahe 1 Milliarde hungernde und 15-20 Millionen verhungerte Menschen); Zerstörung der Biosphäre… des ganzen Planetens, Lebensgrundlagen allen Lebens; Zerstörung von Lebensgrundlagen anderer Abermillionen Menschen-> Flüchtlingsströme; Verseuchung des ganzen Planeten mit antibiotikaresistenten Keimen (postantibiotisches Zeitalter), Superbugs, Viren, Zoonosen-> katastrophale Pandemien mit katastrophalen ökonomischen (sekundären) Folgen-> Weltwirtschaftskrise, Rezession, völlige Überlastung der weltweiten Gesundheitssysteme; gigantische Kosten für die Gesundheitssysteme; gigantische wirtschaftliche Schäden: x Billionen €/$; usw., usw… und eben, allem voran: unvorstellbares, billionenfaches Tierleid.. durch Kauf und Konsum jeder Tierqual„produkte“ (Fleisch, Milch/Milchprodukte, Eier, Fisch, Tierhaut: Leder, Pelz, Federn, Wolle…) in Auftrag geben!!!

    „Ich wusste es nicht“, nicht im 21. Jahrhundert!!! Tipp: Earthlings / Earthlings 2, Dominion 2018, Cowspiracy, What the health, Philip Wllen

  3. Werter Herr Unbequeme Wahrheit,
    Aber natürlich dürfen Sie 😉
    Erst einmal vielen Dank für Ihren unerbittlichen Einsatz für das Tierwohl!
    Das ist gerade in der heutigen Zeit echt lobenswert und Sie haben damit natürlich auch in vielen Punkten Recht, aber komplett alles tierische zu verteufeln halte ich auch nicht für den besten Weg.
    Wir haben schließlich die Verantwortung nicht nur für unser Leben und für die Umwelt, auch für alles was unsere Familie insbesondere in der Schwangerschaft der Frau und auch die Kinder für ein gesundes Aufwachsen brauchen.
    Dieser Verantwortung sollte sich ein Mann stellen, auch wenn’s vielleicht schwer fällt 😉

    Woher soll der Otto-Normal-Verbraucher denn im Geschäft wissen, was er kaufen kann ohne dabei auf Werbelügen reinzufallen?
    Der Preis ist schon lange kein sicheres Kriterium mehr für bessere Haltung, Qualität oder preiswerte weil saisonale Angebote.
    Von den Punkten, die sie aufgezählt haben steht natürlich nichts auf der Verpackung.
    Also, worüber reden wir hier?! Richtig, Verbrauchertäuschung!
    Aber gut, da ich stark davon ausgehe, dass Sie schon aus Prinzip alles ablehnen, was auch nur im geringsten mit einem Zusammenleben mit Tieren zu tun hat, auch wenn es zum gegenseitigen Nutzen geschied, glaube ich eine Diskussion führt an dieser Stelle zu nichts. Schade eigentlich, denn wir müssen weg von dieser Schwarz-Weiß-Denkweise.
    Wie können wir sonst schützen, was wir nicht sehen oder nutzen können?

  4. Prinzipiell sprechen Sie mir aus dem Herzen, die genannten Filme kenne ich auch alle (habe es aber bis heute nicht geschafft, Earthlings komplett zu sehen – zu grausam…). Allerdings gebe ich Randolf recht, wenn er schreibt, dass der Verbraucher oft getäuscht wird. Klar, ein Stück Fleisch ist ein Stück Fleisch, auf das kann man verzichten. Auch auf die Milch. Aber ich wusste beispielsweise bis vor kurzem nicht, dass u. a. Fleischabfälle in vielen Weichspülern verwendet werden (benutze ich eh nicht, ist nur ein Beispiel). Oder dass Auto(-Fahrrad-)reifen nicht vegan sind. Ebenso unzählige andere Produkte aus allen möglichen Sparten. Wer sich nicht gezielt intensiv damit auseinandersetzt oder zufällig eine entsprechende Reportage sieht, ahnt nichts davon. Und selbst wenn man es dann weiß und es einem NICHT egal ist, so ist es fast unmöglich, ein in unserer Gesellschaft „normales“ Leben zu führen/zu gestalten ohne Produkte, die irgendwie Tier enthalten, an Tieren getestet, mit Hilfe von Tier(sekreten) hergestellt wurden oder einfach auf andere Weise Tieren aller möglicher Coleur Schaden zufügen. Man kann nur versuchen, den Schaden nach bestem Wissen und Gewissen zu begrenzen. Also ist auch der Hersteller, die Industrie und die Politik gefragt, und zwar in durchaus erheblichem Maße. Leider – denn aus diesen Ecken ist nicht viel Verbesserung zu erwarten.

  5. @Petra M.
    Liebe Petra M. richtig, alles bis ins kleinste Detail an Leid, Verseuchung und Zerstörung auf diesem Planeten und dieses Planetens zu vermeiden, ist sicherlich nicht gänzlich möglich – auch wenn es sehr schön und erstrebenswert wäre, wenn möglich – darum geht es auch überhaupt NICHT. Vielmehr geht es darum, sich zunächst nicht mehr der primären Taten (inkl. aller verheerenden Folgen), sprich Vergewaltigung, Qual, Folter, Säuglingsraub-/mord (Kalb, Ferkel, Lamm, Zicke, „Küken“…) und Mord von jährlich 900.000.000… ja, richtig gelesen, 900 Millionen / jährlich – rund 11 Mal die gesamte Bevölkerung Deutschlands, schuldig zu machen: durch Kauf/Konsum jedweder Tierqual“produkte“. Denn DANN ist schon SEHR VIEL erreicht! DAS ist erst einmal das primäre Ziel und die Philosophie des Veganismus. Der verheerend katastrophalen (sekundären) Folgen, siehe mein vorheriger Kommentar – darin „nur“ einige wenige Folgen omnivorer/vegetarischer Ernährung/Lebensweise aufgeführt, macht man sich dann ganz von allein / automatisch nicht mehr schuldig!

    Wie erwähnt: „Ich wusste es nicht“, WIE bitteschön sollte dies im 21. Jahrhundert, mit nahezu grenzenlosen Informationsmöglichkeiten, möglich sein???… wird leider zu oft vorgeschoben, um sich nicht den Spiegel vorzuhalten zu müssen, sich somit der eigenen Verantwortung zu entziehen, zudem nicht vom schlechten Gewissen und der Kognitiven Dissonanz „zerfressen“ zu werden, weshalb: „Ich wusste es nicht“ in den allermeisten, um nicht zu sagen zu 100% aller Fälle, NICHT der Wahrheit entspricht!

    Nochmal: gäbe es keine Auftraggeber*innen der Tierqualindustrien, gäbe es all das Leid nicht, all die (sekundären) katastrophalen Probleme in einem wohl verschwindend geringem, ja vernachlässigbarem Maße, daran besteht wissenschaftlicher Konsens!!! Nachzulesen bspw. hier: https://www.provegan.info/de/

    Es ist eigentlich ganz einfach, sich zu informieren, man muss es nur wollen. Wenig hilfreich sind dabei dann, gelesen in einem anderen Kommentar hier, Dinge wie „Kinder für ein gesundes Aufwachsen brauchen“. Dies sind leider solche oberflächlichen Fehlinformationen, welche durch Vertreter der Tierqualindustrien gestreut werden, insbesondere durch die DGE (mehr als 70% der Gremien werden durch Vertreter der Tierqualindiustrien besetzt).

    Bei Kindern, die bereits im frühen Alter m. Tierqual“produkten“ gefüttert wurden, sind alle Weichen für spätere Zivilisationskrankheiten gestellt, Stichwörter: BMMF, IGF-1, mTOR, microRNA, BLV, etc.

  6. @Petra M. Ergänzung: „Leider – denn aus diesen Ecken ist nicht viel Verbesserung zu erwarten.“ So war es, so ist es! Resümee: wer bleibt dann übrig? Korrekt, der/die Auftraggeber*in! Wo keine Auftraggeber*in, da kein Leid, keine Verseuchung, keine Zerstörung… NICHT wegschauen und NICHT ignorieren!!!

    Bei den Tierqualindustrien (inkl. der Politik, insbesondere jenen die der C-Parteien zugehören, betreiben ~70% selbst aktiv Tierqualindustrie… was soll da zu erwarten sein) geht es NUR um eins: Profitmaximierung!

    Vielleicht mal, sagen wir 10 Jahre, rückblickend betrachten was sich zum Positiven für die Tiere, dei hungernden, verhungernden, verhungerten Menschen, dem Klima und dem ganzen Planeteen getant hat: nahezu nichts, ganz im Gegenteil: das Leid, die Verseuchungen und Zerstörungen haben immer verheerendere Ausmaße angenommen und nehmen immer verheerendere Ausmaße an. Selbst durch die Corona-Krise, die ebenfalls durch die Tierqualindustrien ausgelöst wurde, dabei ist der Ursprung völlig irrelevant, findet, allenfalls rudimentär, kaum ein Umdenken statt. Die PRIMÄRE Ursache auch dafür, wird vehement ignoriert und verschwiegen! Eine Katastrophe in der Katastrophe! Die Folgen der unmittelbar global bevorstehenden Klimakrise-/katastrophe, werden bei WEITEM verheerdender sein, als jene die durch die Corona-Krise verursacht wurden. Gegenwärtig ist es die Corona-Krise… welche Krise durch welchen weiteren Virus, ebenfalls durch die Tierqualindustrien zu verantworten, wird wohl folgen? Auch wenn es bakteriell ist, Stichwort: antibiotikaresistente Keime! Dazu ein weiteres Stichwort: postantibiotisches Zeitalter. Fazit: es gibt nahezu keine (anthropogene) katastrophale Folge / Katastrophe, sei es ethisch, moralisch, ökologisch, ökonomisch und nicht zuletzt gesundheitlich (>70% aller Zivilisationskrankheiten: Krebs, Diabetes, Hypertonie, kardiovaskuläre Erkrankungen, Atherosklerose , Herzinfarkt, Schlaganfall, Osteoporose, Allergien, MS, Arthrose, Gicht… um nur einige aufgeführt zu haben – der „Grundstein“ wird bei Kindern, die mit Tierqual“produkten“ gefüttert werden, bereits im frühen Alter gelegt), welche durch Konsum nicht von Tierqual“produkten“ verursacht, respektive von den Tierqualindustrien verantwortet werden.

    Alle Informationen wären mit schier unzähligen Quellen zu ergänzen. Dies alles hier aufzuführen, würde den Platz- und Zeitrahmen bei Weitem sprengen. Daher ein kurzer Verweis hierher: https://www.provegan.info/de/studien/alle-studien/

  7. Die schrecklichen Missstände bei der zunehmenden Industrialisierung in der Tierwirtschaft sind da, das bezweifelt ja auch Keine/r. Aber auch durch noch so viele Wiederholungen Ihrer extrem veganen Sichtweise, werden Sie nicht alle Menschen vom Veganismus überzeugen können. Ganz einfach weil Extreme in die andere Richtung auch niemals gut für uns sind 😉
    Vielleicht mal das Leben wieder in die eigene Hand nehmen und selber denken, statt immer nur zu rezitieren.

    Was gehört alles zu einem natürlichen Gleichgewicht und wie kommt man als Selbstversorger an alles Notwendige für ein gesundes Leben???
    Wie bringt man Kindern Wertschätzung bei, wenn man alles tierische aus dem Leben verbannt?

    Bei allem Respekt, ich glaube wir hier sind die letzten, denen man die Schuld für das Versagen von Politik und Wirtschaft in die Schuhe schieben sollte!

  8. @Randolf „extrem veganen Sichtweise“

    An einer veganen Sichtweise, respektive Lebensweise, ist in der Tat alles extrem, extrem positiv.

    Resümee: Veganer*innen = Sicht-/Lebensweise mit extrem positiven Folgen für Tier, Mensch und Umwelt. Nichtveganer*innen = Sicht-/Lebensweise mit extrem(st) negativen Folgen für Tier, Mensch und Umwelt (einige wenige Beispiele: siehe vorheriger Kommentar)… upps!

  9. Ja, die vielen negativen Seiten gibt es und diese sind zunehmend systemisch bedingt. Dadurch geraten die vielen positiven Effekte leider immer mehr in den Hintergrund, wie z.B. „der Bauernhof- oder Stall-Effekt“ -> symbiotische und regionale Kreislaufwirtschaft, dadurch effektivere Mehrfachnutzung -> Resilienz -> allgemeine Gesunderhaltung, Wertschöpfung und Wertschätzung … Unabhängigkeit und nicht zuletzt die Gewissheit alles für die Tiere getan zu haben, damit auch sie Freude am Leben haben 🙂

  10. @Randolf wenn Tiere ausgebeutet, gegen ihren Willen geschwängert (vergewaltigt), ihnen ihre Säuglinge geraubt und ermordet, und sie zuletzt selbst ermordet werden, von den katastrophalen Folgen durch jedwede Tierausbeutung (Tierqualindustrien) an dieser Stelle mal abgesehen, wie kann dann von „positive Effekte“ gesprochen werden? Bitte jetzt nicht irgend welche Pseudoargumente wie „der Bauer an der Ecke mit drei glücklichen Hühnern, Kühen, Schweinen & Co…“!

  11. Unbequeme Wahrheit – sorry sorry, ich wollte Ihnen antworten und habe versehentlich auf die Meldetaste gedrückt! Weiß aber nicht, wie man das rückgängig machen kann?!
    Ich gebe Dir in fast allem recht. Leider scheint es ein Überbleibsel der Evolution zu sein, dass die Schicksale anderer einen im Allgemeinen immer weniger berühren, je weiter weg sie sind/zu sein scheinen. Dies wurde auch schon psychologisch untersucht und bestätigt. Je entfernter der Ort, die Zeit, die Bekanntschaft, die Verwandtschaft (auch die der verschiedenen Spezies), desto weniger Mitgefühl. In KZs wurden Menschen ermordet? Ist aber doch schon lange vorbei, HEUTE ist das Geschichte. Unter dem Klimawandel leiden meine Urenkel? Die lerne ich doch eh nicht mehr kennen, ich fliege JETZT in Urlaub. In Indien arbeiten Kinder in Textilfabriken? Aber ich will doch HIER die coole FastFashion. In China wird ein Fuchs lebendig gehäutet? Tja, HIER ist aber ein superschöne Jacke mit Pelz für mich. Ein lebendiges Schwein strampelt im Brühbad? Ist doch nur ein Schwein, und ich will JETZT leckere Würstchen essen….. Und so weiter, und so fort.
    Dieses Verhalten ist nicht nur bedauerlich (wäre es nicht so ernst, könnte man fast drüber lachen: Menschen maßen sich an, als einzige Spezies ihre Entscheidungen ethisch/moralisch hinterfragen zu können – aber meistens tun sie es nicht), es wird durch seine weitreichenden Konsequenzen auch immer lebensbedrohlicher für unzählige Arten einschließlich der eigenen. Von dem unbeschreiblichen Leid der unzähligen von uns ausgebeuteten Tiere ganz abgesehen.
    Und ein Umdenken findet – weltweit gesehen – NICHT statt, bzw. in den Ländern, wo es stattfindet, geht es viel zu langsam.

  12. Genau deshalb brauchen wir eine grundlegende Agrar-Wende.
    Damit man auch wieder guten Gewissens einkaufen kann und nicht alles selber machen muss 😉
    Sie wissen ja selbst, was in der Industrie alles getan wird, um uns Verbraucher, genau wie das liebe Vieh auszunutzen und mit Halbwahrheiten und falschen Tatsachen in die Irre zu führen.

    Also meinen Tieren kann ich ein glückliches Leben garantieren und bekomme auch jeden Tag positives Feedback zurück.
    Tja, das was einem wichtig ist, hält man sich auch nahe am Herzen
    🙂

  13. Übrigens, da sich immer wieder auf die „hohe Nachfrage nach Billigfleisch“ bezogen wird:
    Es ist mir wirklich neu, dass sich der Markt nach den Preisvorstellungen der Kunden richtet. Hab es noch nie erlebt, dass der Preis der Produkte an der Ladentheke eine Verhandlungsbasis für den Endverbraucher darstellt.
    Aber die Lebensmittelketten haben diese Verhandlungsbasis! 😉
    Ansonsten, wie immer ein toller Artikel von Frau Ayoub 👍
    Vielen Dank!

  14. „Frau Klöckner – nicht, dass es böse Absicht wäre….“ Stimmt absolut, besser konnte man es nicht ausdrücken :)) Was die „hohe Nachfrage nach Billigfleisch“ betrifft… es ist doch verwunderlich, welche Mengen an abgelaufenen (Fleisch-)waren täglich aus den Supermärkten aussortiert werden. Einfachstes kaufmännisches Prinzip: Geringes Angebot + große Nachfrage = hoher Preis. Riesiges Angebot + geringe Nachfrage = niedriger Preis. Für wie dumm „verkauft“ uns die Fleischwirtschaft.

  15. Das hört man gerne, Vielen Dank Petra 🙂
    Ganz genau. Die Verschwendung an allen Ecken und Enden zahlt der Verbraucher am Ende auch noch mit – natürlich ungefragt.
    Der Preiskampf und Konkurrenzdruck in der Wirtschaft führt zu diesen unverschämt niedrigen Preisen und dazu noch die steigenden Exporte, auf deren Preise wir noch weniger Einfluss haben…

  16. Ich habe es so satt, dass es immer wieder heißt, die Konsument/Innen müssten ihr Verhalten ändern, oder die Konsument/Innen w o l l e n das so. Hat je ein Kunde gesagt, er wolle billiges Gammelfleisch von gequälten Tieren, dass von osteuropäischen Arbeitssklaven zerlegt wurde? Das, was da vor sich geht, ist der Verdrängungswettbewerb der Anbieter. Natürlich geht der Kunde da hin, wo es für ihn am Günstigsten ist. Das nutzen die Konzerne seit Jahrzehnten aus, und sie fördern es noch mit aggressiver Werbung. Nicht der Verbraucher ist gefragt, Änderungen herbeizuführen, sondern die Politik, die klare Vorgaben machen muss, mit denen dann die Erzeuger, Händler und Verbraucher leben müssen, auch wenn es nicht allen gefällt und wenn die Politiker dann nach ihrer Amtszeit nicht den tollen Aufsichtsratsposten kriegen. Den Lockdown konnten sie ja auch beschließen oder die Maskenpflicht. Das will ich auch nicht, ebenso wenig wie ich möchte, dass mit meinen Steuergeldern die Automobilindustrie unterstützt wird, obwohl die ja gerade noch Dividenden ausschütten konnten, oder dass die Kohleindustrie Geld dafür bekommt, dass sie keinen Strom mehr liefern. Ich möchte auch nicht, dass TUI Geld bekommt oder Lufthansa oder dass Jogger auf zu engen Radwegen rumlaufen. Das alles liegt in der Verantwortung der Politiker, und ich muss mit deren Entscheidungen leben, obwohl ich dagegen bin, denn mein Einfluss ist zu gering, und andere wollen was anderes. Es wird Zeit, die Verantwortung für die Missstände in der Agrar- und Lebensmittelproduktion an die richtige Adresse zu leiten und das sind eindeutig unsere gewählten Volksvertreter. Frau Klöckner, machen Sie Ihre Arbeit!!!

  17. Du hast damit völlig Recht!
    Solch grundsätzliche Entscheidungen haben leider meistens andere schon vorher für uns getroffen. Oder hat jemand von uns schon mal einen Milliardenschweren Handelsvertrag für die verpflichtende Abnahme von abertausenden Tonnen Agrargüter aus USA oder Brasilien unterzeichnet?
    Aber statt auf die Forderungen der Mehrheit der Bürger einzugehen, vertritt die Politik immer nur die Interessen der Industrie, die sich mit fetten Buchstaben „deutsches Billigfleisch für die Welt“ auf die Fahne geschrieben hat.
    Und selbst wenn man das alles nicht unterstützen will, kommt man nicht drum rum, so verstrickt ist die globale Welt. Denn letztlich sind es unsere Steuergelder, die die Preise für billige Exportware nach unten drücken sollen, ob wir es wollen oder nicht.
    Genau, Frau Klöckner, machen Sie endlich Ihre Arbeit!!!

  18. „und weder Menschen noch Tiere in den Betrieben ausgebeutet werden“

    Nur zur Info: jährlich werden in Deutschland rund 900.000.000 Tiere (weltweit etwa 75.000.000.000), ja richtig gelesen: NEUNHUNDERT MILLIONEN (FÜNFUNDSIEBZIG MILLIARDEN), nicht „nur“ ausgebeutet, sondern immer und immer wieder vergewaltigt, ein Großteil – zig Millionen (weltweit Milliarden) – gequält, gefoltert und misshandelt, nahezu immer werden ihnen ihre Säuglinge geraubt und/oder ermordet, bis sie dann zuletzt – prinzipiell im Kindesalter (wenige Monate bis Ø max. 5 Jahre) und/oder Säuglingsalter – ermordet werden… Jahr für Jahr!!!

    WIE bitteschön kann man dann von „nicht ausbeuten“ sprechen??? War diese Formulierung nur irgend einer Gedankenlosigkeit geschuldet, oder aber purem Zynismus???