Neue Studie zum Insektensterben: „Ökologisches Armageddon“

insektensterben
Foto: CC0 / Unspalsh

In Deutschland ist seit mehreren Jahren ein drastisches Insektensterben zu beobachten. Eine neue Studie zeigt, wie stark die Populationen geschrumpft sind. Die Untersuchung betrachtet das Insektensterben dabei aus einem völlig neuen Blickwinkel.  

Es sind deutlich weniger Schmetterlinge zu sehen als noch vor zehn Jahren und weltweit sterben ganze Bienenvölker – das Insektensterben ist kein unbekanntes Phänomen. Eine neue Studie zeigt nun jedoch, wie drastisch der Insektenbestand in den letzten Jahrzehnten tatsächlich geschrumpft ist: Der Untersuchung zufolge nahm die Gesamtmasse der Insekten seit den 1990er Jahren um mehr als 75 Prozent ab.

Für die Studie hatten sich Experten aus den Niederlanden, Großbritannien und Deutschland zusammengetan und Insekten in Naturschutzgebieten in Deutschland analysiert. Ihre Untersuchung ist eine der bislang umfangreichsten Langzeitstudie zum Insektenbestand.

Alle flugfähigen Insekten

In der Regel beziehen sich Untersuchungen zum Insektensterben immer auf eine konkrete Art: So gibt es beispielsweise viele Studien zum Bienensterben. Das internationale Forscherteam analysierte nun jedoch die Veränderungen der gesamten Biomasse aller flugfähigen Insekten.

Die Experten nutzten dafür Daten des Entomologischen Vereins Krefeld. Der Verein hatte seit 1989 sogenannte Malaise-Insektenfallen aufgestellt und die gefangenen Insekten gewogen. So hatte das internationale Forschungsteam Werte aus 27 Jahren zur Verfügung.

Katastrophe für unser Ökosystem

Das Ergebnis: In den vergangenen 27 Jahren ist die Biomasse an fliegenden Insekten um 76 Prozent zurückgegangen. In Hochsommer-Monaten stieg die Zahl sogar auf bis zu 82 Prozent weniger Insektenmasse. Die Untersuchung zeigt damit: Nicht nur einzelne Gruppen wie Schmetterlinge oder Bienen werden weniger, sondern fliegende Insekten insgesamt.

Insektensterben - Bienensterben
Das weltweite Bienensterben kann ernste Folgen haben. (Foto: bellaluna / photocase.de)

Der Rückgang ist dabei drastischer, als vielfach angenommen. Für unser Ökosystem ist das eine Katastrophe. Die fliegenden Insekten spielen nämlich eine wichtige Rolle – als Beutetier für Vögel oder als Bestäuber von Wild- und Nutzpflanzen.

„Insekten machen etwa zwei Drittel allen Lebens auf der Erde aus. Wie es scheint, machen wir große Landstriche unbewohnbar für die meisten Formen des Lebens, und befinden uns gegenwärtig auf dem Kurs zu einem ökologischen Armageddon. Bei dem derzeit eingeschlagenen Weg werden unsere Enkel eine hochgradig verarmte Welt erben“, erklärte einer der Co-Autoren der Studie laut dem britischen Guardian.

Weshalb sterben die Insekten?

Was die Gründe für den dramatischen Insektenschwund sind, kann die Langzeitstudie nicht beantworten. Die Wissenschaftler hatten zwar den Einfluss von Klimafaktoren, Pflanzenvielfalt und landwirtschaftlicher Nutzung untersucht. Allerdings konnten die Analysen keine eindeutigen Erklärungen liefern.

Die Forscher haben jedoch die Landwirtschaft und vor allem die Pestizide im Verdacht. Zwar hat die Studie nur den Zustand der Insekten in Naturschutzgebieten untersucht, allerdings könnten umliegende landwirtschaftliche Felder die Tiere negativ beeinträchtigt haben. Mehr Informationen: Die Studie im Fachmagazin „Plos One“

Hier zeigen wir euch, was ihr gegen das Insektensterben tun könnt:

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(3) Kommentare

  1. So, wer immer noch einen langweiligen „englischen Rasen“ ohne (heimische und nicht exotische oder hoffnungslos überzüchtete!) Blumen bzw. wild wachsende Flecken und kein Insektenhotel hat, sollte sich nun einmal ganz genau überlegen, ob er da für nächstes Jahr nicht doch ein wenig Handlungsbedarf sieht…

  2. Ich lebe mitten auf dem Land, und beobachte das seit Jahren. Früher waren zig Insekten in der Wohnung, sowie man nur das Fenster geöffnet hat. Und in den Morgenstunden war draussen von den singenden Vögeln ein dermassener Lärm, dass ich immer das Fenster schliessen musste, um weiter schlafen zu können.
    Seit ca. 5 Jahren verirrt sich kaum noch ein Insekt in die Wohnung, selbst im Dunkeln nicht, wenn bei Licht das Fenster offen ist – davor ein völliges no go! Und im Sommer sind morgens kaum noch singende Vögel zu hören. Und auch tagsüber ist das fehlende Insektensummen und die Abwesenheit von Vögeln absolut gespenstisch.

    Ich sehe da ganz eindeutig die Politik im Zwang. So wie es aussieht wird jedoch erstmal das Monsanto Gift für weitere 10 Jahre mit Hilfe der EU Lobby zugelassen. Woran ja nicht nur Insekten und Vögel sterben. Glyphosat ist inzwischen im Wasser und in allen Lebensmitteln nachgewiesen. Und dass jeder 2te EU Bürger an Krebs stirbt, ist sicherlich kein Zufall! Wenn man die gesundheitsschädigende Wirkung der Luftverschmutzung, die nicht bekämpfte Zahl der Toten durch Krankenhauskeime und den Rest durch von Pflanzenschutzmittel- und Zusätzen in der Nahrung getöteten und kranken Menschen betrachtet, ist einem klar was Politik macht. In den Konzernkassen klingeln die Taler, und die die diesen Profit möglich machen, sterben wie die Fliegen. Auch ein Weg die Überbevölkerung „in den Griff“ zu bekommen.
    Ich höre und sehe nicht, dass dafür irgendjemand zur Verantwortung gezogen wird.
    Aber wehe es gehen Menschen auf die Strasse und demonstrieren! Wasserwerfer und co. sind sofort da, und wer eine Flasche auf einen Polizisten wirft, geht für über 2 Jahre in den Knast.
    Der Rest kann weiter töten und die Gesundheit schädigen.
    Ich frage mich, wann die Leute das mal merken?!

  3. WAHNSINN!
    Das muss aufhören!
    Hier alle Petitionen zum Thema Pestizide, Glyphosat, Insektensterben, Agrarwende zum Mitklicken – falls noch nicht geschehen:

    http://www.SoliKlick.de
    fb.com/SoliKlick

    Vielen Dank!

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