Präsentiert von:

Jagdtouristin erschießt seltene Giraffe – was sie jetzt dazu sagt, ist unfassbar

Screenshot: Facebook, Tess Talley

Weil sie in Südafrika eine seltene Giraffe getötet hatte, hat eine US-Amerikanerin letztes Jahr international einen gewaltigen Shitstorm geerntet. Zum Umdenken hat sie die massive Kritik aber offenbar nicht gebracht: Jetzt prahlt die Jägerin im US-Fernsehen mit ihrer erlegten Beute.

Vor fast genau einem Jahr ging das Bild einer US-amerikanischen Touristin in den sozialen Medien viral: Auf einem Foto posiert die Trophäenjägerin Tess Talley stolz vor einer getöteten Giraffe. In der einen Hand hält sie ein Gewehr, die andere streckt sie triumphierend in die Luft.  Das Bild hatte sie bereits 2017 auf ihrem Facebook-Account veröffentlicht. Nachdem es im Juni 2018 von dem afrikanischen Netzportal AfricaDigest aufgegriffen wurde, brach ein gewaltiger Shitstorm über Talley herein – Menschen aus aller Welt kritisierten sie massiv für das Foto.

Auch ein Jahr später zeigt Talley keine Einsicht

Schon damals war sich Talley keiner Schuld bewusst. Und auch heute zeigt sie keine Einsicht, ganz im Gegenteil: Eine aktuelle Reportage des US-Senders CBSN begleitet Talley bei der Gnu-Jagd. In dem Beitrag äußert sie sich zudem zu ihrer Giraffenjagd 2017: Die Giraffe sei „köstlich“ gewesen, erklärt sie dem Reporter mit einem Lachen. In einer anderen Szene hält Talley eine Gewehrhülle in die Kamera, die sie aus der Haut des seltenen Tieres habe fertigen lassen. Zudem habe sie Kissenbezüge machen lassen, „die alle lieben“.

Talley erklärt, dass alle Jäger Fotos mit ihrer Beute machen. Das sei schon immer so gewesen und „daran gibt es nichts auszusetzen.“ Sie hält die Jagd zudem sogar für sinnvoll. Im US-amerikanischen Frühstücksfernsehen erklärt sie: „Ich sehe das als Hobby, als etwas, das ich liebe.“ Mit der Jagd – und insbesondere mit dieser Giraffenjagd – steuere sie die Zahl der wildlebenden Tiere und erhalte so das Gleichgewicht der Tierwelt. „Wir sind Jäger und wir sind stolz darauf, Jäger zu sein“, sagt sie den Moderatoren der Sendung „CBS This Morning“.

Afrikanisches Netzportal macht auf grausame Trophäen-Jagd aufmerksam

Tierschützer und andere Gegner der Großwildjagd sehen das etwas anders. Weil die Regierungen vieler afrikanischer Staaten nichts gegen die Großwildjagd unternehmen, ruft AfricaDigest seine Leser auf, selbst aktiv zu werden. Immer wieder rief das Portal deshalb in der Vergangenheit dazu auf, die Tweets der sogenannten „Trophäenjäger“ zu teilen, um auf den brutalen Jagd-Tourismus aufmerksam zu machen.

„Wenn unsere sogenannte Regierung sich nicht um unsere Wildtiere kümmern will, dann ist es Zeit, dass wir uns einsetzen und Verantwortung für unseren Kontinent, unsere Länder unsere Ressourcen und unsere Wildtiere übernehmen. Teilt, teilt, teilt! Und lasst uns gemeinsam gegen die Plünderung Afrikas unsere Stimme erheben, es ist das einzige Zuhause, das wir haben.“

Immer wieder tauchen im Netz Bilder von Hobbyjägern auf, die vor erlegten Giraffen, Löwen, oder Tigern posieren. Prominente „Trophäenjäger“ in den USA sind zum Beispiel auch die Söhne von Donald Trump.

Warum ist der Jagd-Tourismus legal?

Für viel Geld dürfen wilde Tiere bis heute legal in Südafrika, Sambia, Namibia und Simbabwe gejagt werden. Laut der Tierschutzorganisation Pro Wildlife gehen alleine in Afrika jedes Jahr über 18.000 Ausländer auf Trophäenjagd und töten dabei mehr als 100.000 Wildtiere. Spitzenreiter sind dabei Jäger aus den USA, gefolgt von Schützen aus Spanien. An dritter Stelle stehen deutsche Jäger. Von Tierschützern wird diese Praxis scharf kritisiert.

Gründe dafür, dass solche Jagd-Reisen erlaubt sind, sind laut Weltnaturschutzunion IUCN Nachhaltigkeit und das Management der Tierzahlen.

Das Problem: Nicht alle Reiseveranstalter sind seriös. Ein weiteres Problem besteht, wenn seltene, geschützte Tierarten in Jagdgebiete laufen. Das sei offenbar bei der schwarzen Giraffe der Fall gewesen, die von der US-Amerikanerin erlegt wurde, sagen Tierschützer. Laut IUCN ist der Bestand dieser Giraffenart in den letzten 30 Jahren um etwa 40 Prozent gesunken.

Import von Jagdtrophäen erlaubt

Westliche Staaten unterstützen das System, indem sie den Import von sogenannten Trophäen erlauben. Die USA etwa hoben wegen Trump ihr Importverbot im März 2018 wieder auf – Großwildjäger dürfen Elefantenschädel, Elfenbein und sonstige Trophäen wieder ins Land einführen.

Die Situation in Deutschland ist nicht besser. Auch bei uns gibt es laut Pro Wildlife kein Importverbot von Jagdtrophäen. Die Einfuhr solcher Trophäen gilt als „Privatvergnügen“ und als „nicht kommerziell“ – deswegen sei sie mit entsprechender Genehmigung erlaubt. Dutzende Reiseveranstalter würden den Abschuss von Löwe, Elefant, Nashorn und anderen Wildtieren ganz legal auf spezialisierten Jagdreisen anbieten.

Weiterlesen auf Utopia.de:

Gefällt dir dieser Beitrag?

Vielen Dank für deine Stimme!

Schlagwörter:

(37) Kommentare

  1. Kein Wunder, dass diese Person – wenn auch nur im übertragenen Sinne – nun selbst auf der Abschussliste steht. Schade, dass man diesen hirnlosen Jägern und Jägerinnen nicht deren eigenes Fell über die Ohren ziehen und anschließend als Trophäe an die Wand hängen kann. Sensationsgier und selbstherrliche Eigendarstellung sind bestimmt die niedersten Beweggründe, die man sich vorstellen kann, um einem Tier nach dem Leben zu trachten. Sich nach der Tötung eines so wundervollen Lebewesens noch damit zu brüsten und sich feiern lassen zu wollen, als hätte man eine Heldentat begangen, ist wirklich in höchstem Maße ebenso armselig wie abstoßend.
    Solche Menschen haben ein gewaltiges Problem, anstelle einer Jagderlaubnis sollte man ihnen einen Behandlungsschein für eine Therapie bei einem Psychiater aushändigen. Verdient hätte sie meines Erachtens lebenslange Alpträume, in denen sie von Raubtieren verfolgt wird, die sie jede Nacht erneut zur Strecke bringen.

  2. du sprichst mir, wie alle hier, aus der Seele….

    Dieser weibliche Mensch kann nur maßlos bewußtlos, selbstherrlich, überheblich, unempathisch und deshalb eiskalt Tieren gegenüber sein.

    Dass sie auch noch diejenigen anführt, die ebenso denken und sind wie sie und bei ihr keinerlei, nicht die geringsten Bedenken bei ihr hervorrufen und auslösen oder um ihr Handeln auch nicht eine Sekunde lang in Frage zu stellen, zeugt von einer nicht mehr zu überbietenden, himmelschreienden Einfältigkeit.

    Nichts aber auch gar nichts, könnte dieser oder anderen, zerstörerischen Personen, anderen Lebewesen gegenüber, Einhalt gebieten, solange dies keine Straftaten in diesen Ländern sind und das Wertvollste, das sie besitzen, nicht bewahren und beschützen.

    Das ist das Skandalöse!

    Das Bild, deren Pose und ihre Bemerkung zur Kritik von Andersdenkenden und Andersfühlenden, lösen Fassungslosigkeit, Ohnmacht und einen überaus üblen Brechreiz bei mir aus.

  3. Da kann man sich jetzt schön entrüsten, sowas machen wir natürlich nicht.

    Wenn auf dem Teller ein Bio-Hähnchen liegt, ist auch ein Tier getötet worden und das hat, selbst wenn es aus der Bio-Massentierhaltung kommt, vorher kein so schönes Leben gehabt.

    Von Empathie seh ich da auch nicht viel.

  4. Ich kann mich sigrebe nur anschließen! Schade, dass die TIere nicht zurückgeben können, wie mit ihnen umgegangen wird. Vielleicht würden manche gewaltverherrlichende Typen doch noch was begreifen??

  5. Diese grandiosen Geschöpfe mit Präzisionsgewehren zu erschießen und mit dieser ‚großartigen Tat‘ sein eigenes Ego aufzubauen ist wahrlich erbärmlich. Das hat auch nichts mit einer wissenschaftlich begründeten Regulierung zu tun. Hier zählt einfach nur das Geld und beim Jäger….
    Nehmt euch doch eine Kamera und schießt die Tiere mit Teleobjektiven. Ihr habt doch offenbar das Geld für ein teures Equipment. Dann könnte ein Tier von vielen ‚Jägern‘ geschossen werden und könnte trotzdem überleben.
    Und wenn diese Bilder gepostet werden erntet auch niemand einen Shitstorm…

  6. dieses armselige weibliche Wesen braucht einen Kick, und mit viel Geld kann sie sich das erkaufen. Denn im Gegensatz zu unserer Auffassung sind diese Leute in den dortigen Ländern willkommen, weil es viel Geld bedeutet. Die Geisteskranken gehen in die geldgierigen Länder, ist doch bestens. Die Tiere bleiben auf der Strecke. Zum Heulen.

  7. Kühe sind weder selten noch vom Aussterben bedroht. Im Gegenteil werden Sie zum Töten (und Essen) gehalten und gezüchtet. (genauso wie das von rosa_dorn erwähnte Bio-Hühnchen.
    Dazu kann man ablehnend stehen oder auch nicht.
    Der Vergleich mit der Jagd auf seltene Widtiere ist trotzdem unangemessen.
    Wenn letztere aussterben, sind sie weg – endgültig und für immer. Sie fehlen in Ihrem Ökosystem, was nicht absehbare Folgen haben kann….und außerdem bleiben dann auch viele Touristen weg…

  8. Also ist es entscheidend, ob ein Tier selten und seine Art bedroht ist, ob wir Empathie empfinden oder nicht?
    (Die Viehhaltung in ihren aktuellen Ausmaßen hat übrigens auch Auswirkungen auf unser Ökosystem)

  9. Das ist doch nur pure Jagdlust in einem fernen Land gewesen und sonst nichts! Wenn ich mich nicht irre.
    Da muss man sich nun keine Kuh vorstellen, denn die tötet man auch nicht nur um des reinen Tötens wegen…..

    Ich denke schon, dass darin ein gewisser „kleiner“ Unterschied besteht.

  10. Ich sehe aber auch eine Gemeinsamkeit. Beide Tötungen haben einen gewissen Nutzen. Die Jägerin bekommt vermutlich ein (für sie sicher) wahnsinnig tolles Erlebnis, eine Trophäe, Anerkennung unter Gleichgesinnten, etc. Bei der Kuh wird deren Körper verwertet, hauptsächlich um gegessen zu werden, wobei wir v.a. das Geschmackserlebnis schätzen.
    Ist unser Motiv denn so viel edler um die Tötung zu rechtfertigen?

  11. @phlogiston
    Mein Mitgefühl ist tatsächlich mit der Giraffe größer als mit irgendeiner hypothetisch gejagden Kuh. Vermutlich weil es von letzterer Millionen gibt und diese industriell produziert werden. Vielleicht aber auch nur weil ich gerade das Bild von einem zerschossenen Haufen Giraffe hinter einer Jägerin gesehen habe.

    Ist die Massentierhaltung eine ökologische Katastrophe? Ja! Das ist aber nicht Gegenstand des Artikels über Jagdtrophäen, wurde von mir auch nicht gutgeheißen.

    Gibt es bei der Giraffenjagd und der Kuhschlachtung Gemeinsamkeiten? Ja!
    Auch zwischen Äpfeln und Birnen gibt es kleinere Gemeinsamkeiten. Trotzdem gibt es immense Unterschiede! Hier im Motiv und in der Verwendung des toten Tieres. Fleisch ist schließlich vor allem Nahrung (zumindest für Millionen Nichtvegetarier) nicht nur (Geschmacks-)Erlebnis.

    Weder habe ich die Giraffenjagd noch die Kuhschlachtung versucht zu rechtfertigen !!!
    Ich habe lediglich Deine Frage „Hätte überhaupt jemand Notiz genommen?“ aufgenommen und darauf hingewiesen, dass der Vergleich hinkt.
    Als wenn Äpfel mit Birnen verglichen worden wären…..

  12. Danke für deinen/ihren Beitrag. Ich versuche zu verstehen, warum Trophäenjagd in einer Gesellschaft, die ganz selbstverständlich Tiere tötet, als so anstößig empfunden wird. Als entscheidenden Unterschied für dich/sie nehme ich mit:
    – Seltenheit des Tieres
    – Motiv der Tötung (Trophäe = inakzeptabel, Nahrung = ok)
    Habe ich das richtig verstanden?

  13. In diesem Fall ist es hauptsächlich die Art der Selbstinszenierung, die mir die Tränen in die Augen treibt.
    Über manche Kommentare muss ich mich schon sehr wundern. Ich bin auch nicht glücklich darüber, dass wir Massentierhaltung im großen Stil betreiben und bei uns viele Tiere leiden müssen, weil es Menschen gibt, die nicht auf Fleisch verzichten wollen. Auch darüber habe ich in der Vergangenheit meinen Protest bereits zum Ausdruck gebracht. Das eine schließt ja das andere nicht aus. Wer sagt denn, dass man keine Empathie für Kühe empfindet, nur weil man sich über die sinnlose Tötung von seltenen Wildtieren empört.
    Zu @protest: Ich bin ganz deiner Meinung! Die Jägerin macht ja offensichtlich keinen Hehl daraus, dass sie Spaß am Töten hat, ganz im Gegenteil, sie zelebriert es sogar.
    Ich zumindest habe noch von keinem Schlachter gehört, der seinen Beruf deshalb ausübt, weil er Lust am Töten empfindet und spätestens für den Fall, dass jemand das öffentlich zugibt und mit einer toten Kuh posiert, wäre wohl auch in diesem Fall mit einem berechtigten Shitstorm zu rechnen. Die oben gezeigten Bilder sind vermutlich deshalb so extrem verstörend, weil sie – zusätzlich zu der beschämenden Tat an sich – durch die aufgesetzte Pose auch noch einen demütigenden Eindruck gegenüber dem Tier vermitteln, was zurecht jedem Tierfreund an die Nieren geht.
    Davon abgesehen: Auch Giraffen haben genügend natürliche Feinde, Raubtiere wie Leoparden, Löwen und Hyänen. Da muss sich nicht auch noch der Mensch zu seinem privaten Vergnügen und aus purer Langeweile einmischen, nur weil er nichts Besseres mit seinem Leben und seinem Geld anzufangen weiß, noch dazu, wenn er selbst aus einem anderen Erdteil stammt. Das offenbar überflüssige Geld lieber für den Tierschutz auszugeben, wäre dagegen eine noble Tat und es wäre weniger anrüchig, sich anschließend mit den entsprechenden lebendigen Tieren fotografieren und feiern zu lassen.
    Zu @nopra: Danke für deinen zutreffenden Kommentar, mit dem du es auf den Punkt gebracht hast: Die Touristen sollten sich in der Tat generell damit begnügen, lediglich Fotos von den Tieren zu „schießen“!
    Es ist traurig mit anzusehen, wie verzweifelt Einwohner und Tierschützer Afrikas um den Bestand ihrer Wildtiere kämpfen, während sich die vielen Staaten und Regierungen, die so etwas zulassen, obwohl sie etwas daran ändern könnten, einfach taub und stumm stellen.

  14. Danke für deinen Beitrag. Ich hoffe doch, mit meiner Frage niemandem unterstellt zu haben, keine Empathie für Kühe zu haben. Das war nicht meine Absicht.
    Tatsächlich bin ich verwundert über das Ausmaß an Empörung, wo das Töten von Tieren doch in unserer Gesellschaft eigentlich absolut selbstverständlich ist und von einer großen Mehrheit akzeptiert wird (damit meine ich, dass Tierprodukte gekauft werden). Ich möchte verstehen, was für die Leute den Unterschied macht und den Ausschschlag für die gezeigten Reaktionen ausmacht.
    Wenn ich dich richtig verstanden habe, verurteilst du beide (oder gar jegliche?) Arten der Tötung. Bekommt die trophäengejagte Giraffe aufgrund der respektlosen Inszenierung mit der Jägerin denn mehr Empathie als das vakuumverpackte Rindersteak?

  15. Selbstverständlich empfinde ich gleichermaßen Empathie für eine Kuh wie für eine Giraffe, das macht für mich persönlich grundsätzlich keinen Unterschied. Eigentlich dachte ich, ich hätte mich schon klar genug ausgedrückt, dass es vor allem die Lust am Töten ist, die mich abschreckt und die ich für verabscheuungswürdig und verachtenswert halte, insbesondere wenn sie noch mit selbstverherrlichenden Aktionen in Verbindung gebracht wird. Auf die Tierart kommt es mir dabei nicht an. Aber für viele Menschen macht es nun mal einen Unterschied, ob man ein fremdes Land bereist, um dort zum Vergnügen seltene Tiere zu schießen und deren Ausrottung zu begünstigen, oder ob im eigenen Land Tiere geschlachtet werden, die für den Konsum gezüchtet wurden.
    Auch in letztem Fall kann ich persönlich nicht viel tun, außer selbst auf Fleisch zu verzichten und meinen Protest zum Ausdruck zu bringen, wie beispielsweise in meinen Songtexten
    (Beispiel: https://community.utopia.de/foren/thema/protestsongs-zum-thema-tierschutz-tiertransporte/#post-3250).
    Es ist aber nun mal nicht von der Hand zu weisen, dass es sich bei der Jagdlust inkl. Selbstinszenierung eindeutig um niedere Beweggründe handelt, das kann man auf die Schlachtung eines Tieres zum Verzehr nicht unbedingt im Verhältnis 1:1 übertragen.
    Auch wenn ich persönlich nicht nachvollziehen kann, wie jemand den Beruf des Schlachters bzw. Metzgers überhaupt ausüben kann, besteht meines Erachtens schon ein kleiner, aber dennoch wesentlicher Unterschied zum Jagdtouristen. Das Töten von Rindern wird einfach deshalb eher von unserer Gesellschaft akzeptiert, weil ein Großteil der Menschen gerne Fleisch verzehren möchte, und warum nun sollte ein Teil dieser Menschen nicht etwas dagegen haben, dass seltene Tiere abgeschossen werden? Und wie ich außerdem in meinem letzten Kommentar schon angedeutet habe, würden es bestimmt auch viele Menschen verurteilen, wenn jemand eine Kuh einfach nur so zum Spaß erschießen würde, um sich anschließend heldenhaft neben dem toten Körper zu präsentieren.
    Was ich grundsätzlich in unserer Gesellschaft als kritisch ansehe, ist die zunehmend fehlende allgemeine Achtung vor dem Leben.

  16. phlogiston, du sagst es:
    eine trophäengejagdte (!) Giraffe, aufgrund der respektlosen (!) Inszenierung mit der „Jägerin“, muss unweigerlich mehr Empathie hervorrufen, als das vakuumverpackte Rindersteak, denn so wie du es darstellst, geht es um 2 völlig unterschiedliche Bilder.
    Das wundert dich ?
    Die Giraffe wird nicht „gekauft“, die wurde lustvoll getötet.

    Wenn du durch eine gewisse „Provokation“, eine Gesellschaft die im Laufe der Zeit gedankenlos Fleisch zu ihrem Hauptnahrungsmittel gemacht hat, damit zum Nachdenken anregen möchtest, dann solltest du besser auf all die gesundheitlichen Schäden für den Mensch und die ekelerregende, nicht tiergerechte, oft quälerische Massentierhaltung von Tieren und diesbezüglich auf die Folgen der Umweltzerstörung hinweisen, die unser bewußtloses Handeln hervorrufen.
    Die „Rechnung“ dafür, erhalten wir unausweichlich!
    Ich bin überzeugt, damit erreichst du (hoffentlich) mehr, als hier ein gewisses „Verwirrspiel“ zu betreiben, während du die Beiträge eben nicht (!) wirklich verstanden hast, bzw., die willst du gar nicht verstehen.

  17. Nur ein Satz, aber der hat es in sich: „Gründe dafür, dass solche Jagd-Reisen erlaubt sind, sind laut Weltnaturschutzunion IUCN Nachhaltigkeit und das Management der Tierzahlen.“
    Aha, es gibt also einen Grund dafür das die Jagd erlaubt ist?

    Gucken wir doch mal nach: „Today there is more wildlife in Namibia than at any time in the past 150 years, with latest estimates putting the national wildlife herd at just over 3 million animals.“
    Danach wird von den Zusammenhängen zwischen der Niederschlagsmenge, und den daraus folgenden Veränderungen im Umgang der Bauern mit den Böden gesprochen.

    Drei Dinge nun dazu:

    • 1. Es gibt gute Gründe die Jagd zu erlauben. Sehr gute Gründe. Lesen bildet auch hier.

    • 2. Reflexartige Verdammung der Wildtierjagd hilft den Tieren nicht. Ganz im Gegenteil. Menschen die sich reflexartig äussern, ohne die Zusammenhänge zu kennen (und die sie sich offensichtlich auch nicht aneignen wollen, weil sie ihre Meinung ja schon haben) sind an den Stellen, an denen Schutz von Tier und Umwelt wirklich wichtig ist kontraproduktiv. Reflexartige Reaktionen von Menschen mit geringem Wissen lassen die Glaubwürdigkeit derer sinken die sich tatsächlich für Natur und Umwelt einsetzen.

    • 3 Ich hätte mir gewünscht das die Autorin diese Zusammenhänge deutlicher aufgearbeitet hätte. Stattdessen wurde ein plumper Aufreger publiziert, der die gewünschten Reflexe hervor ruf. Sorry Stefanie Jakob, den einen Satz einzufügen und zu hoffen der Leser werde sich schon informieren funktioniert nachweislich nicht. Die BILD zeigt das dies schon seit mindestens dem 24. Juni 1952 nicht funktioniert. Die machen das jeden Tag, und werden zurecht dafür angeprangert.

    Also bitte, erst denken, dann empören. Das die Dame ein sehr seltenes Exemplar getötet hat ist extrem bedauerlich. Wahrscheinlich wusste sie das nicht mal. Eine engere Betreuung von Wildpflegern ist da wünschenswert. Das der Tierbestand „gepflegt“ werden muss leuchtet mir zwar ein, aber weil ich Gewalt abscheue fühle ich mich nicht wohl dabei. Ich wünschte die Natur dürfte das für sich regeln. Allerdings müsste dazu der Mensch aus der Gleichung verschwinden. Also, alles nicht so einfach. Naturschutz muss auch den Menschen einschließen.

    Was gar nicht geht ist wie ein strunzdoofer Doofmanns-Gehilfe durch das Internet zu grasen und dem Rückenmark erlauben andere Leute öffentlich anzuprangern. Das machen nur standhafte Bildungsverweigerer. Hoffe ich zumindest …

  18. Grabredner, du bist nun genau und bestens über dieses Bild und die Person, die vor der von ihr erlegten seltenen Giraffenart freudestrahlend posiert, dass es sich hier um nichts anderes, als eine Wildtierpflegerin handelt?
    Nach den für den Leser und Betrachter erhaltenen Informationen, denke ich, hat jeder hier auf seine Art und Weise „gedacht und gefühlt, mitgefühlt“.
    Ist doch erlaubt, oder?

    Eine Wildtierpflegerin, so wie du es darzustellen versuchst, hat also “ nicht mal gewußt“, wen und was sie weshalb zu „schießen“ hat?
    „Künstlerpech“ für die seltene Giraffenart?

    Wen meinst du denn mit „strunzdoofen Doofmanns-Gehilfen“ die durch das Internet grasen…usw.usw..?
    Wen prangerst denn du hier nun an?
    Und das aber geht schon und dir sehr leicht über die Lippen….?

  19. Textverständnis ist jetzt nicht so Deine unmittelbare Stärke, oder? Muss ja nicht, macht aber einen fruchtbaren Austausch wenn nicht unmöglich, so doch mindestens schmerzhaft.

    Mein Tipp: Schutzschilde runter, noch mal lesen.

  20. Ich habe deswegen die für den einen oder anderen irritierenden Fragen gestellt, weil es für mich in erster Linie darum geht, dass Lebewesen getötet werden. Ich emfinde den in beiden Fällen (für mich gleichermaßen) mitschwingenden Mangel an Respekt vor Leben als viel wesentlicher als die jeweils subjektive Begründung.
    Dass viele Leute da einen großen Unterschied sehen wundert mich nicht mehr, seit dem ich von „Carnismus“ als weitverbreitetem Wertesystem unserer carnivoren Mitmenschen gehört habe. Ich versteh’s einfach nicht und halte es für eine Katastrophe auf dem Weg zur Selbstzerstörung, aber das führt hier zu weit und ist nicht das Thema.

    @protest: Die Menschen auf Gesundheitsschäden, Umwelt- und ethische Probleme hinzuweisen verläuft nach meiner Erfahrung immer auf eine von zwei Arten ab. Entweder sie glauben einem nicht und sind auch nicht an Belegen interessiert, oder sie wissen eigentlich ganz gut Bescheid, sind aber trotzdem nicht gewillt ihr eigenes Verhalten anzupassen. Abgesehen davon will ich niemanden missionieren, es muss schon jeder selbst entscheiden (dürfen). Und genau da setzt halt mein Verständnis aus. Wie kann man nur selbst knietief im Blut stehen und gleichzeitig mit dem Finger auf jemanden zeigen, die halt mal aus niederen Motiven ne Giraffe erschossen hat?

  21. phlogiston,
    nun haben wir, danke von mir, alle erfahren, was dich letztlich tatsächlich am Meisten bewegt und dass es deine Intuition war, bewußt zu irritieren.

    Hier hat nun jeder sein Mitgefühl für die erlegte Giraffe und somit auch den Respekt vor dem ausgelöschten Leben des Tieres, bezeugt.

    Was dir vorschwebt und was sich so mancher wünschen würde,
    im reinen Geist eines Paradieses zu leben.

    Vielleicht sind wir ja auch deshalb hier „gestrandet“, um uns tiefere Gedanken darüber zu machen, wie wir eigentlich hier leben wollen, was uns wichtig ist, was wir letztlich verwirklichen wollen.

    Soweit kann ich es schon „verstehen“, weshalb wir immer noch so sind, wie wir eben sind.
    Es war ja ein langer Prozeß, der uns so „werden“ lies, wie wir wurden.

    Wenn für dich das Eine, den Menschen auf irgendeine Art und Weise etwas Nahe zu bringen, sowieso in den Wind gesprochen ist und bleibt, was willst du da denn dagegen tun?

    Wieso glaubst du, du würdest dabei gleich Jemanden „missionieren“
    weil du (oder ich z.B.) von deinen Ansichten oder deiner Meinung sprichst?
    Alles was diesbezüglich intensiv und immer vermehrt in den Medien und von Fachleuten, die sich ebenfalls ihre Gedanken dazu machen darüber verbreitet wird, ist das auch für dich „missionieren“?

    Du bist einerseits so tolerant, dass jeder schon selbst entscheiden soll (dürfen) und gleichzeitig setzt dann dein Verständnis dazu aus?

    Und argumentierst, dass „WER“ (?) nun aller knietief selbst im Blut
    steht…………..usw……
    Also was willst du von uns allen?

    Dass wir uns wie die „3 Affen“ dem Bild z.B. gegenüber verhalten:

    „nichts sehen, nichts hören, nichts sprechen“?
    Und, sofern sich nicht jeder sofort ändern wird, knietief im Blut stehend, wie nun fühlen sollen?
    Wenn du gerade mit zwei Zungen sprichst: „……gleichzeitig mit dem
    Finger auf Jemanden zeigend, weil die halt mal aus niederen Motiven ne Geraffe erschossen hat“?
    Das kommt bei mir, tut mir leid, wie trauriger und anklagender Zynismus an.

  22. „Wenn für dich das Eine, den Menschen auf irgendeine Art und Weise etwas Nahe zu bringen, sowieso in den Wind gesprochen ist und bleibt, was willst du da denn dagegen tun?“

    Versuchen es selbst besser zu machen, indem ich z.B. vegan lebe, ansonsten jammern und leiden.

    „Wieso glaubst du, du würdest dabei gleich Jemanden „missionieren“
    weil du (oder ich z.B.) von deinen Ansichten oder deiner Meinung sprichst?
    Alles was diesbezüglich intensiv und immer vermehrt in den Medien und von Fachleuten, die sich ebenfalls ihre Gedanken dazu machen darüber verbreitet wird, ist das auch für dich „missionieren“?“

    Gute Frage. Ich denke nicht, dass ich irgendwen missioniere, die Reaktion von vielen Menschen auf eine Diskussion über Veganismus endet meist sehr schnell in dem Vorwurf man versuche andere zu missionieren. Daher wohl mein unbewusster, präventiver Reflex mich davon distanzieren zu wollen.

    „Und argumentierst, dass „WER“ (?) nun aller knietief selbst im Blut
    steht…………..usw……
    Also was willst du von uns allen?“

    WER -> Wir als westliche Gesellschaft
    Ich fände mehr Bewusstsein in Bezug auf das eigene Verhalten und mehr Selbstreflexion total super. Und da finde ich, dass dieses Bild von der toten Giraffe und der Jägerin einen tollen Ansatz bietet. Da kommt in den Reaktionen nämlich jede Menge Empathie und Wertschätzung für Leben. Behaltet das mal alles im Kopf und im Herzen wenn ihr das nächste mal zum Mittagessen geht.

    „Und, sofern sich nicht jeder sofort ändern wird, knietief im Blut stehend, wie nun fühlen sollen?“
    Finde ich ne interessante Frage, wie geht’s dir denn damit?

    Es deprimiert mich, zu sehen, wie alles was wir über Massentierhaltung, Fleischkonsum, etc. wissen, einfach an uns vorüberzieht und wir weiteressen wie bisher. Als ob nix wär. Das hat mich wohl ein wenig zynisch werden lassen… 🙁

  23. @phlogiston, ist das wirklich dein Ernst? Das nenne ich Verharmlosung pur!
    Leider macht deine Aussage deutlich, dass du noch immer nicht verstanden hast, worum es hier tatsächlich geht. Was meinst du mit „…gleichzeitig mit dem Finger auf jemanden zeigen, die halt mal aus niederen Motiven ne Giraffe erschossen hat?“ Glaubst du denn ernsthaft, diese Giraffe sei ihr erstes Opfer? Diese Wildlife-Terroristin zeigt sich in verschiedenen Siegerposen auf Facebook mit zahlreichen Fotos aus ihrer Großwild-Karriere, wobei auch Kängurus und Zebras zu ihren Jagdtrophäen zählen. Sie genießt gleichermaßen die unsäglichen Taten selbst, als auch die positiven Reaktionen, die ihr durch die Öffentlichkeit zuteil werden. Soll man denn ihr Bemühen, anderen zu vermitteln, dass das Töten Spaß macht, etwa unkommentiert hinnehmen? Sie setzt damit doch eindeutig ein falsches Signal, denn sie stachelt damit auch andere an, es ihr gleichzutun. Was glaubst du, wie sich das auf junge, noch nicht gefestigte Menschen auswirkt? Manche könnten die Jagd zwangsläufig als erfüllendes, ja sogar rühmliches Hobby ansehen, wodurch man an Ansehen gewinnt.
    Soll man über solche Missetaten einfach hinwegsehen und es somit gleichzeitig gutheißen, dass sie andere Menschen mit ihrer Jagdlust inspiriert? Es gibt schon viel zu viele Menschen, die statt mit Kritik mit Applaus reagieren, da kann man nicht stillschweigend zuschauen, sofern man ein Gewissen hat. Selbst manche Kinder folgen schon ihrem schändlichen Beispiel und haben sich diesem fragwürdigen Hobby verschrieben. Man könnte sagen, dass sie ihr ganzes Herzblut in die Tötung von Wildtieren hineinstecken. Das ist wohl kaum eine wünschenswerte Entwicklung!
    Und außerdem gebe ich noch eines zu bedenken:
    Wenn du einem Kind vermittelst, dass es nicht nur vollkommen in Ordnung ist, ein Wildtier abzuschießen, sondern darüber hinaus auch noch richtig Spaß macht, weil du dich anschließend wie ein kleiner Held fühlen und feiern lassen kannst, dann frage ich mich doch:
    Wie willst du dieses Kind jemals dazu bewegen, überhaupt erst einmal darüber nachzudenken, ob es akzeptabel ist, dass ein Nutztier (z.B. eine Kuh) dafür sterben musste, damit die Fleischmahlzeit auf dem Esstisch landet?
    Und noch einmal zu den Fotos: Ich finde Bilder dieser Art gleichermaßen entwürdigend für Opfer und Täter, also sowohl für das betroffene arme Tier als auch für den verstandesarmen dazugehörigen Menschen und ich wünschte, es gäbe noch viel mehr Leute, die das genauso sehen!

  24. Ich kann deinem Aufschrei und deinem Entsetzen absolut und aus vollem Herzen zustimmen und ich finde es absolut verwerflich, was die Frau getan hat!

    Mit dem Satz, an dem du hängen geblieben bist, ging es mir um die Relation zu dem Massaker das täglich in unseren Schlachthöfen stattfindet. In Deutschland werden jährlich über eine Milliarde Tiere getötet und eine überwältigende Mehrheit unterstützt, akzeptiert und finanziert das alles, indem sie Fleischprodukte kauft. Für mich ist das ein absolut überwältigendes Level an Empathielosigkeit und vom Standpunkt dieser omnipräsenten Empathielosigkeit betrachtet, ist das Erschießen einer wilden Giraffe halt nur ein Klacks. Ich glaube nicht, dass sich hier nur Vegetarier empört haben. Und an all die Fleischesser war meine Frage gerichtet, wie könnt ihr nur selbst knietief im Blut stehen und gleichzeitig mit dem Finger auf jemanden zeigen, die halt mal aus niederen Motiven ne Giraffe erschossen hat?

  25. phlogiston @ 29.06.

    Ich habe großen Respekt davor, dass du vegan lebst.

    Stell dir vor, alle! würden Veganer werden sollen, nachdem du mit jedem getöteten Tier mitleidest.
    Ich bin sicher, mit dieser Umstellung wären wohl „einige“ erstmal restlos „überfordert“.
    Vor allem muß man seine Ernährungsumstellung auch aus Überzeugung ändern wollen.

    Man muss sich von einem guten Ernährungsberater/in beraten lassen, um auf lange Sicht keine Ernährungsmangelerscheinungen heraufzubeschwören und damit Krankheiten zu erleiden.

    Vor allem bei Kindern im Wachstumsalter, ist darauf besonders zu achten!

    In der Wildnis oder freien Wildbahn, leben viele Tiere von ihren Artgenossen.

    Wesentlich weniger Fleischverzehr und wenn, nur mit Achtung und Bedacht gegessenes Biofleisch,

    von übermäßigem Wurstverzehr sollte sowieso abgesehen werden,

    dann wäre dem Mensch geholfen und den Tieren schon ein riesengroßes Stück entgegengekommen.

    Völliger Verzicht auf Fleisch oder eine bewußte vegane Ernährung, wäre natürlich der Idealfall!

    Was das „Missionieren“ anderer angeht, sollte man sich nicht „jeden Schuh“ von anderen anziehen lassen und deshalb sehr wohl dazu mehr Selbstbewußtsein an den Tag legen.

  26. „White American Savage“ – Das halte ich für unversteckten Rassismus im Tweet-Style eines Trumps.
    Im Speziellen diese Dame, die wohl bewusst böse „Farbe“ ins tödliche Spiel bringt, als auch im Allgemeinen, wie wir Industriestaaten Afrika auslöschen von Natur, Tieren, Rohstoffen, Menschen und Menschenrechten.

    Petition: Stoppt Trumps Elefanten-Massaker!
    https://soli-klick.blogspot.com/2018/03/petition-stoppt-trumps-elefanten.html

** Links zu Bezugsquellen sind teilweise Affiliate-Links: Wenn ihr hier kauft, unterstützt ihr aktiv Utopia.de, denn wir erhalten dann einen kleinen Teil vom Verkaufserlös.