Kindermatratzen: Jede zweite kann für Babys lebensgefährlich werden

Kindermatratzen im Test
Foto: CC0 Public Domain / Pixabay / congerdesign

Matratzen können für Babys lebensbedrohlich werden. Nämlich dann, wenn das Gesicht des Kindes in einer weichen Matratze zu weit einsinkt. Stiftung Warentest hat Baby- und Kindermatratzen getestet. Erschreckend: Sieben Matratzen haben den Test aus Sicherheitsgründen nicht bestanden.

Babys sind in den ersten Lebenswochen noch nicht in der Lage, ihren Kopf zu heben oder zu drehen, wenn sich das Gesichtchen in eine zu weiche Matratze gräbt. Eine Situation, die lebensgefährlich werden kann: Das ausgeatmete Kohlendioxid sammelt sich und wird wieder eingeatmet. Dadurch kann es zu einem Sauerstoffmangel kommen, der im schlimmsten Fall tödlich enden kann. Das Risiko ist besonders hoch, wenn die Matratze nicht fest genug ist.

Besonders gefährlich: weiche Kindermatratzen

Die Stiftung Warentest hat jetzt 14 Matratzen für Babys und Kinder getestet. Bei fünf Matratzen sind Eltern auf der sicheren Seite, die Matratzen schnitten mit ‚gut‘ ab. Sieben Matratzen bekamen aber in Punkto Sicherheit (und damit auch im Gesamturteil) nur ein ‚mangelhaft‘. Bei sechs dieser Matratzen wurde beanstandet, dass sie zu weich sind.

Test rät: „Kinder, die jünger als ein Jahr sind, sollten vorsichtshalber nicht auf einer dieser Matratzen schlafen“.

Der Test zeigt: Gute Qualität hat nichts mit einem hohen Preis zu tun. Zahlreiche teure Matratzen schnitten im Test schlecht ab, darunter Matratzen von MFO, Pinolino, Träumeland, Waschbär, Julius Zöllner und Alvi.

Zu den preiswerten Alternativen, die mit ‚gut‘ bewertet wurden, gehören beispielsweise ‚Skönast‘ von Ikea (70 Euro) und der Testsieger ‚Jonas‘ vom Dänischen Bettenlager (100 Euro). Auch ‚Lena‘ von Hessnatur und ‚Kati Plus‘ von Prolana (**erhältlich bei Dormando)  gingen mit einem ‚gut‘ aus dem Test heraus.

Einige Händler haben bereits reagiert und die betroffenen Matratzen vom Markt genommen: Die Anbieter Pinolino und Wasch­bär teilten mit, dass sie die Problem-Produkte nicht länger verkaufen, bereits gekaufte Modelle zurück­nehmen und den Kauf­preis ersetzen. Auch ein Umtausch ist möglich.

Was Stiftung Warentest getestet hat

Im Mittelpunkt des Tests von 14 Matratzen stand die europäische Sicherheitsanforderung für Kindermatratzen, die seit 2017 gilt. Mit Hilfe des „Kugeltests“ wird simuliert, wie der Kopf eines Babys in die Matratze einsinkt, wenn sich das Kind in Bauchlage dreht.

Darüber hinaus wurden Liegeeigenschaften, Haltbarkeit, Bezug und die Handhabung getestet.

Testergebnisse im Einzelnen

Du möchtest wissen, wie die Matratzen im Detail abgeschnitten haben? Der Test der Kindermatratzen ist in der Oktoberausgabe von test nachzulesen oder online abrufbar unter www.test.de/kindermatratzen.

Noch mehr Matratzen im Test

Auch Ökotest hat kürzlich Kindermatratzen getestet – allerdings andere Modelle. Hier die Testergebnisse:

Das mindert das Risiko des plötzlichen Kindstods

  • Dein Baby sollte immer in Rückenlage schlafen.
  • Im Bett sollten sich keine Kissen und kein Kuscheltier befinden. Auch ‚Nestchen‘ gelten als gefährlich.
  • Babys sollten im ersten Lebensjahr am besten im Schlafsack schlafen.
  • Die optimale Temperatur im Kinderzimmer liegt bei ca. 18 Grad.
  • Lass dein Kind nicht auf einer zu weichen Matratze schlafen.
  • Britische Wissenschaftler haben festgestellt, dass ein Schnuller die Gefahr des plötzlichen Kindstods um 90 Prozent senken kann.
  • Auch Rauchen gehört zu den großen Risiken für den plötzlichen Kindstod. Deshalb: Verzichte zum Schutz deines Kindes darauf.

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