Lemonaid hat schon wieder Ärger, weil sie zu wenig Zucker enthält

Foto: © Lemonaid

Limonaden mit Bio-Zutaten aus fairem Handel: Lemonaid macht einiges besser als konventionelle Hersteller. Jetzt hat die Marke jedoch erneut Ärger mit den Behörden – weil eine der Limonaden zu wenig Zucker enthält.

Limette, Maracuja, Blutorange und Ingwer: Die Limonade von Lemonaid gibt es in vier Geschmacksrichtungen. Sie alle enthalten keine Farb- oder Zusatzstoffe, mit jeder verkauften Flasche werden außerdem fünf Cent an einen gemeinnützigen Verein gespendet.

Eines stört die Behörden jedoch: der niedrige Zuckergehalt der Getränke. Wie der „Stern“ berichtet, hat das Bonner Verbraucherschutzamt Lemonaid einen Brief geschickt, in dem es um den Zuckergehalt der Maracuja-Limonade geht. Eine Laboruntersuchung habe ergeben, dass in der Sorte nur 5,6 Prozent Zucker stecken. Damit ein Getränk „Limonade“ heißen darf, muss es aber mindestens 7 Prozent Zucker enthalten.

Kein Lemonaid mehr in Cafés und Supermärkten?

„Ich darf Sie bitten, ab sofort nur Produkte in den Verkehr zu bringen, die den rechtlichen Anforderungen entsprechen“, schrieb das Verbraucherschutzamt laut Stern. „Weitergehende behördliche Maßnahmen“ würden sich sonst nicht vermeiden lassen. „Unseren Bio-Limos […] droht schon wieder die Verbannung aus Cafés und Supermarktregalen“, kommentiert Lemonaid das Schreiben.

Erst vergangenes Jahr hatte eine andere Behörde Lemonaid wegen des Zuckergehaltes abgemahnt: das Fachamt für Verbraucherschutz, Gewerbe und Umwelt aus Hamburg. Damals ging es um die Limetten-Limonade. Die Behörde forderte das Unternehmen dazu auf, den Zuckergehalt anzupassen, um den Status als Limonade nicht zu verlieren. Lemonaid weigerte sich jedoch.

Limonaden enthalten oft extrem viel Zucker

Weil der Fall für viel Aufmerksamkeit sorgte, schaltete sich auch die Politik ein: Die damalige Hamburger Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks kündigte an, sich dafür einzusetzen, „dass die Leitsätze für Lebensmittel hinsichtlich möglicher gesundheitsschädlicher Mindestgehalte überprüft werden“. Offenbar ist das jedoch nicht passiert – weshalb Lemonaid nun schon wieder wegen des niedrigen Zuckergehaltes rechtfertigen muss.

Konventionelle Limonaden enthalten oft extrem viel Zucker – laut einer Foodwatch-Untersuchung oft zwischen 10 und 13 Prozent. In manchen Limos steckt sogar mehr Zucker als in klassischer Coca-Cola. Zu viel Zucker fördert nachweislich Übergewicht und die Entstehung von Typ-2-Diabetes. Lemonaid sollte wegen des geringeren Zuckergehaltes eher Lob erhalten – und keine Abmahnungen.

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(5) Kommentare

  1. Wieder mal: Deutschland schafft sich ab – mit unsinnigen, veralteten Vorschriften und vor allem mit deren gnadenloser Durchsetzung! Wen interessiert der Zuckergehalt von Limonade? Hauptsache, es ist süß genug. Und wenn das mit weniger Zucker erreicht wird – da kann es doch nichts zu meckern geben! Eher, daß die anderen immer noch zuviel Zucker enthalten….

  2. Das macht wirklich fassungslos!
    Ein Verbot wegen zu wenig Zucker?
    Diese Ämter, bzw. deren offenbar sehr gelangweilten Mitarbeiter haben sich eine saftige Abmahnung verdient, wegen zu wenig Vernunft, zu uninformiert und besonders wegen unvorhandenem gesundem Menschenverstand.
    Das wäre zeitgemäß!

    Überhaupt sollten solche Leute, die irgendwelche Entscheidungen treffen dürfen jährlich eine Prüfung durchlaufen müssen, ob sie überhaupt genug Verstand haben, um anderen zu sagen, was richtig ist.
    Wenn man darüber nachdenkt wofür manche Leute bezahlt werden, dann muss einem direkt schlecht werden.

  3. Und noch einen drauf: Es wird gewaltiger Wind gemacht mit dem Gezerre um die NOx- Grenzwerte; die Grünen berufen sich auf die „Vorsorgepflicht“ des Staates. Wo bleibt diese aber bei dem viel zu vielen Zucker allüberall? Wo es doch schon diabetische Kinder geben soll! Das wäre doch ein viel dankbareres Spielfeld der höchsten Politik in diesem Lande!
    Und das NOx-Problem sollte erst mal ordentlich wissenschaftlich (und nicht juristisch / politisch!) aufgearbeitet werden, bevor man große Teile der Bevölkerung übervorteilt und/oder Vorsorgenutznießer werden läßt!