Lemonaid soll nicht mehr Limonade heißen

Lemonaid Limonade
Foto: © Lemonaid

Limonaden mit Bio-Zutaten aus fairem Handel – Lemonaid macht einiges besser als konventionelle Hersteller. Womöglich dürfen die Getränke aber nicht mehr lange „Limonade“ heißen: Eine Behörde stört der niedrige Zuckergehalt.

Limette, Maracuja, Blutorange und Ingwer: Die Limonade von Lemonaid gibt es in vier Geschmacksrichtungen. Sie alle enthalten keine Farb- oder Zusatzstoffe, mit jeder verkauften Flasche werden außerdem fünf Cent an einen gemeinnützigen Verein gespendet. Allerdings dürfen die Getränke eigentlich gar nicht „Limonade“ heißen – das findet zumindest das Bezirksamt von Hamburg-Mitte.

Wie das Lemonaid am Mittwoch mitteilte, hat das Fachamt für Verbraucherschutz, Gewerbe und Umwelt Lemonaid abgemahnt. Eine Laborprobe habe ergeben, dass die Limetten-Limonade des Unternehmens nur sechs Gramm Zucker enthalte. Die Leitsätze für Erfrischungsgetränke legen jedoch fest: Limonaden müssen einen „Gesamtzuckergehalt von mindestens sieben Gewichtsprozent“ aufweisen.

Lemonaid mit mehr Zucker?

Lemonaid nun zwei Möglichkeiten: Entweder mehr Zucker hinzufügen – oder den Status als Limonade verlieren. Beides kommt für Lemonaid nicht in Frage. „Es ist schon ironisch, dass alle davon sprechen, Lebensmittel und Getränke mit weniger Zucker herzustellen, wir das schon tun, und nun unserem Produkt mehr Zucker zusetzen sollen, damit wir es weiterhin als Limonade verkaufen dürfen“, sagt Gründer Felix Langguth.

Dass sich das Hamburger Bezirksamt ausgerechnet jetzt meldet, ist für das Lemonaid überraschend. Immerhin gibt es die Limonaden schon seit fast zehn Jahren – und schon immer war der Zuckergehalt so niedrig. „Unsere Kunden freuen sich darüber, endlich Limonade kaufen zu können, die aus frischen Bio-Direktsäften hergestellt ist – und eben nicht aus Zuckersirup mit Wasser“.

Lemonaid hatte auch schon Ärger mit Lidl

Falls sich das Bezirksamt durchsetzen kann, müsste Lemonaid die Getränke künftig als „Erfrischungsgetränke“ bezeichnen. Damit würde aber auch das charakteristische Wortspiel im Namen Lemonaid weniger Sinn machen: Die Begriffe Lemon (Limone) + Aid (Hilfe) klingen gemeinsam wie lemonade, das englische Wort für Limonade. Für das Unternehmen wäre das ärgerlich.

Es ist schon das zweite Mal, dass Lemonaid seinen Markenkern verteidigen muss. Vergangenes Jahr hatte Lidl das Flaschendesign von Lemonaid kopiert. Das Unternehmen startete daraufhin eine Kampagne gegen den Discounter. Gegen das Bezirksamt will sich Lemonaid zur Not juristisch wehren.

Weiterlesen auf Utopia.de:

Gefällt dir dieser Beitrag?

Vielen Dank für deine Stimme!

Schlagwörter:

(2) Kommentare

  1. Wieder mal: Deutschland schafft sich ab – mit unsinnigen, veralteten Vorschriften und vor allem mit deren gnadenloser Durchsetzung! Wen interessiert der Zuckergehalt von Limonade? Hauptsache, es ist süß genug. Und wenn das mit weniger Zucker erreicht wird – da kann es doch nichts zu meckern geben! Eher, daß die anderen immer noch zuviel Zucker enthalten….

  2. Das macht wirklich fassungslos!
    Ein Verbot wegen zu wenig Zucker?
    Diese Ämter, bzw. deren offenbar sehr gelangweilten Mitarbeiter haben sich eine saftige Abmahnung verdient, wegen zu wenig Vernunft, zu uninformiert und besonders wegen unvorhandenem gesundem Menschenverstand.
    Das wäre zeitgemäß!

    Überhaupt sollten solche Leute, die irgendwelche Entscheidungen treffen dürfen jährlich eine Prüfung durchlaufen müssen, ob sie überhaupt genug Verstand haben, um anderen zu sagen, was richtig ist.
    Wenn man darüber nachdenkt wofür manche Leute bezahlt werden, dann muss einem direkt schlecht werden.

** Links zu Bezugsquellen sind teilweise Affiliate-Links: Wenn ihr hier kauft, unterstützt ihr aktiv Utopia.de, denn wir erhalten dann einen kleinen Teil vom Verkaufserlös.