Werdet vegan: Lewis Hamilton bekommt Ärger für emotionale Instagram-Story

Foto: "Lewis Hamilton" von ph-stop unter CC-BY-SA 2.0

Lewis Hamilton sorgt sich über den Zustand unseres Planeten – das hat der Formel-1-Weltmeister vor kurzem in einer Instagram-Story mitgeteilt. Manchmal fühle er sich sogar danach, aufzugeben. In den sozialen Medien wurde dem Rennfahrer Doppelmoral vorgeworfen.

Vor zwei Jahren hat sich der Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton entschieden, vegan zu leben – der Umwelt zuliebe. In einer Instagram-Story forderte Hamilton seine Fans vergangene Woche auf, es ihm nachzutun.

„Ich bitte euch, stellt Nachforschungen an, findet das Mitgefühl in euch, um anzuerkennen, wie ihr mit eurem Essen dazu beitragt, die Fleisch- und Milchindustrie aufrecht zu erhalten – und damit Abholzung, Tierquälerei und den täglichen Zerfall unserer Meere und des Klimas. Werdet vegan, das ist der einzige Weg, unseren Planeten heute zu retten.“

Lewis Hamilton: „Die Welt ist ein kaputter Ort“

In seiner Story schrieb Hamilton außerdem, dass er traurig sei, wenn er die aktuellen Entwicklungen betrachte. „Die Welt ist ein kaputter Ort … Ich bin traurig, dass ich so viele Menschen sehe, sogar enge Freunde, die ignorieren, was täglich passiert. Bildung ist der Schlüssel und uns wurde beigebracht, dass tierische Produkte gut für uns sind, aber wir wurden hunderte Jahre lang belogen.“

Hamilton beendete seine Instagram-Story mit einer pessimistischen Botschaft: „Ehrlich gesagt, fühle ich mich danach, alles aufzugeben. … Warum sich bemühen, wenn die Welt so ein Durcheinander ist und es den Menschen anscheinend egal ist?“

Darf ein Formel1-Fahrer über Umweltschutz belehren?

In den sozialen Medien bekam Hamilton viel Kritik für seine Worte. Viele Nutzer hielten es für heuchlerisch, dass ausgerechnet ein Rennfahrer sich für Umweltschutz einsetzt – und andere Menschen belehrt.

„Verbraucht mehr Treibstoff an einem Tag als die meisten Menschen in einer Woche, fliegt non-Stop um die Welt, hat einen Privatjet, eine Autosammlung, aber dein Hühnerbrust-Sandwich, das du zu Mittag isst, zerstört den Planeten“, so oder ähnlich lauten die Kommentare auf Twitter, Instagram und anderen Plattformen.

Hamilton erreicht Millionen Follower

Einige User verteidigten Hamilton aber auch: „Wieso ist das Narrativ plötzlich ‚Lewis Hamilton fährt in der Formel 1, also darf er nicht über den Klimawandel sprechen‘, anstatt ‚Lewis Hamilton erkennt den negativen Einfluss, den der Formel-1-Zirkus auf die Umwelt hat an und versucht, sich in anderen Bereichen seines Lebens zu bessern und sich für eine Veränderung einzusetzen?‘“

Utopia meint: Lewis Hamilton hat Recht: Die Menschen vor allem in Industrieländern essen zu viel Fleisch- und Milchprodukte – mit fatalen Konsequenzen für die Umwelt und das Klima. Mehrere Studien haben errechnet, dass eine vegane Ernährung große Mengen an Treibhausgasen und landwirtschaftlichen Flächen einspart. Weniger tierische Produkte zu essen – oder wie es Hamilton fordert – sich gleich rein pflanzlich zu ernähren ist eine wichtige Lösung für mehr Klimaschutz. Dass Hamilton diese Informationen mit seinen 13,2 Instagram-Followern teilt und an sie appelliert, ist erfreulich. Vielleicht hat er es geschafft, ein paar Menschen zu inspirieren, ihre Essgewohnheiten zu hinterfragen. Aber auch die Kritik an Hamilton ist berechtigt. Sein Lebensstil und sein Beruf als Rennfahrer sind alles andere als nachhaltig. Ein Berufswechsel würde seiner Klimabilanz auf jeden Fall gut tun.

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(2) Kommentare

  1. Vorweg: Ich finde es gut, wenn sich Menschen Gedanken um umweltbewusstes Verhalten zu machen.
    Gleichzeitig hätte ich mir aber gewünscht, dass Hr. Hamilton dazu aufruft weniger Auto zu fahren, auf ökologische Transportmittel umzusteigen, wenig zu zu reisen und insbesondere keinen Rennsport zu schauen. Idealerweise sollte er sich dann selbst an seinen Rat halten. Mir ginge es auch schlecht mit seinem Lebensstil und ich würde mich schämen.
    Sidenote im Sinne der Wissenschaft: Persönlich bezweifle ich, dass streng vegane Ernährung so gut für den Planeten ist (https://www.youtube.com/watch?v=keEKlr2dG-I Obwohl natürlich mehr Pflanzen zu essen der richtige Weg ist, weil wir uns als Menschheit in die falsche Richtung entwickeln. Und es müsste auch fairer für die ärmeren Länder werden. Tierschutz ist selbstverständlich wieder ein ganz anderes Thema)

  2. Sehe ich auch so. Hr. Hamilton müsste sich noch viel mehr einschränken, um überhaupt den ökologischen Fussabdruck eines Durchschnittseuropäers zu erreichen. Ansonsten ist er nicht wirklich glaubwürdig.
    Aber gut, dass er sich Gedanken macht und seine Bedenken mit seinen 13,2 (?) Instagram-Followern teilt.