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Lidl steigt doch nicht auf Fairtrade-Bananen um – verantwortlich sind die Kunden

Bilder: CC0 Public Domain / Pixabay

Lidl wollte eigentlich der erste Discounter sein, der nur noch Fairtrade-Bananen verkauft. Jetzt ändert Lidl seine Strategie und nimmt Bananen ohne Fairtrade-Siegel wieder ins Sortiment auf. Die fairen Bananen hatten sich nicht gut genug verkauft.

Erst im September hatte Lidl angekündigt, zumindest in Süddeutschland nur noch Fairtrade-Bananen anzubieten. Mehrere Monate gab es sowohl Bio– als auch konventionelle Bananen nur noch mit Fairtrade-Zertifizierung zu kaufen.

Damit ist jetzt Schluss: Im Sommer holt Lidl die konventionelle Banane „zum Einsteigerpreis“ wieder zurück. Sie ist nur noch mit dem Rainforest-Alliance-Siegel zertifiziert.

Lidls Obstumsätze sind gesunken

Lidl begründet diesen Schritt mit der „derzeitigen Marktlage“ und „dem Kundenwunsch nach Bananen im Preiseinstiegssegment“. „Es ist uns nicht gelungen, den Kunden von unserem Engagement zu überzeugen. Daher lassen wir unseren Kunden die Wahl…”, sagt Jan Bock, Geschäftsleiter bei Lidl.

Klaus Gehrig, Aufsichtsrat-Chef von Lidl, fand in einer Pressekonferenz noch deutlichere Worte: „Der Kunde will eine billige Banane“, zitiert ihn die Lebensmittel Zeitung. Laut der Zeitung sind die Obstumsätze bei Lidl deutlich gesunken – auch wegen der fehlenden Billig-Bananen.

Der Strategiewechsel bei Lidl sei eine Katastrophe für die Bananenproduzenten. Der Lebensmittel Zeitung zufolge hatten sich Betriebe in Kolumbien für viel Geld umrüsten lassen, um die Fairtrade-Zertifizierung zu erhalten. Zwar bietet Lidl weiterhin Fairtrade-Bananen an. Wenn jedoch eine billigere Alternative ohne Siegel in der Obstkiste liegt, wird sich Fairtrade automatisch weniger verkaufen.

Preiskampf um Bananen

Bananen billig
Bananen sind zu günstig. (© TransFair e.V. / Kamil Hertwig / No Drama)

Bei Bananen herrscht schon lange ein Preiskampf zwischen den Discountern und Supermärkte. Aldi, Lidl und Co. unterbieten sich gegenseitig mit Preisen von unter einem Euro pro Kilo. Eine nachhaltige und faire Bananen-Produktion ist damit kaum machbar.

Auf konventionellen Plantagen läuft daher einiges schief. Die Bananenbauern arbeiten unter miserablen Bedingungen für Hungerlöhne. Dabei setzen sie ihre Gesundheit aufs Spiel, etwa wenn sie ohne Schutzkleidung mit giftigen Pestiziden in Berührung kommen oder bis zu zwölf Stunden täglich arbeiten.

Die Verantwortung der Konsumenten

Wer solche Zustände nicht unterstützen will, sollte Bananen nur Bio und Fairtrade kaufen. Der Umwelt zuliebe sollten wir unseren Bananenkonsum ohnehin etwas reduzieren. Denn egal ob Fairtrade oder nicht, Bananen haben lange und energieintensive Transportwege hinter sich, bevor sie bei uns im Supermarkt landen.

Utopia meint: Dass Lidl nun doch wieder „unfaire“ Bananen verkauft, ist enttäuschend. Es zeigt aber auch, dass der Schritt zu mehr Nachhaltigkeit von den Konsumenten mitgegangen werden muss. Wenn Kunden die besseren Produkte nicht kaufen, werden sie sich auch nicht durchsetzen. Es braucht ein grundsätzliches Umdenken weg von der „Hauptsache billig“-Mentalität.

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(3) Kommentare

  1. Ist fairtrade wirklich eine gute Lösung? Fairtrade und auch der hier angeregte geringere Bananenkonsum ändert nichts an der Bananenüberproduktion. Es kommt mir immer etwas naiv for wenn man glaubt, man könne fundamentale Marktgesetze einfach aushebeln. Bio-Produktion und Maßnahmen zur Reduktion der Produktion scheinen mir bessere Ansätze zu sein!

  2. Genau! ich bin auch der Meinung, daß viel zu viel gefressen wird, nur weil’s im Überfluss und dazu noch billig ist. Ferner ist Lidl, genau wie andere Discounter nicht für Öko und Nachhaltigkeit berühmt. Man kann nur die Verbraucher fordern.

  3. Warum auch nicht zweigleisig fahren, ich freu mich immer, wenn ich fair trade Produkte sehe, die ziehe ich dann dem unfair trade vor.
    Ich bin doch dem Supermarkt nicht böse wenn die auch noch unfaire Bananen verkaufen. Finde ich zwar nicht gut und gehe auch nur dort kaufen wo es faire BanAnne gibt 🙂

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