Nestlé will ‚kultiviertes Fleisch‘ herstellen: Was das bedeutet

Laborfleisch, Clean Meat
Foto: Colourbox.de

Nun ist es so weit: Nestlé möchte kultiviertes Fleisch aus dem Labor herstellen. Dafür arbeitet Nestlé mit Future Meat Technologies zusammen, einem israelischen Unternehmen, das sich auf die Herstellung von Laborfleisch spezialisiert.

Auch große Lebensmittelkonzerne wie Nestlé beschäftigen sich inzwischen mit Alternativen zu Fleisch, zum Beispiel kultiviertes Fleisch aus dem Labor. Im Vergleich zu den pflanzlichen Alternativen, die Nestlé bereits unter der Marke Garden Gourmet in Deutschland anbietet, wird kultiviertes Fleisch aus tierischen Zellen gewonnen. Diese züchten Hersteller wie Future Meat Technologies in der Petrischale zu sogenanntem Clean Meat.

Aktuell arbeiten zum Beispiel Mitarbeiter von Nestlé in Lausanne mit Future Meat Technologies an der Erforschung von kultiviertem Fleisch, mit dem Ziel, im Hinblick auf Geschmack und Nachhaltigkeit das Produkt zu optimieren. Die beiden Partner wollen dadurch nach eigenem Bekunden den Bedarf an Land und Ressourcen für die Aufzucht von Tieren verringern. Bislang gibt es noch keine Aussage, wann Konsument:innen die aus der gemeinsamen Forschung entstandenen Produkte im Handel kaufen können.

Trend: „Sauberes Fleisch“ aus dem Labor

Allgemein nimmt das Thema zellkultiviertes Fleisch in der Lebensmittelproduktion an Fahrt auf. Schon 2020 stellte sich laut GFI als Rekordjahr in Sachen Laborfleisch heraus. Die Investitionssummen in Clean-Meat-Unternehmen stiegen von 2019 bis 2020 um das Sechsfache auf 360 Millionen US-Dollar. Der Markt wächst aktuell rasant und die Anzahl neuer Unternehmen in diesem Sektor stieg weltweit im Vergleichszeitraum um 43 Prozent.

Kein Wunder also, dass hier auch die „Big Player“ am Marktgeschehen teilhaben wollen. Der Chef des Nestlé Institute of Material Sciences, Reinhard Behringer, spricht in diesem Zusammenhang davon, tierfreundliche und nachhaltige Alternativen zu Fleisch zu finden. Dies lässt vermuten, dass es sich auch für Nestlé weniger um einen reinen Trend sondern vielmehr um eine Notwendigkeit handelt, wenn es um nachhaltigere Alternativen zu Fleisch geht.

Kultiviertes Fleisch: Die bessere Option?

Utopia meint: Fleisch aus dem Labor hat Potenzial, wenn es um eine klimafreundlichere und tierfreundliche Produktion von Fleischalternativen geht. Vor allem, wenn man nicht auf „echtes“ Fleisch – also auf tierische Produkte – verzichten will.

Das ist besonders wichtig, da die Lebensmittelindustrie, vor allem die Fleischindustrie, einer der Hauptverursacher von CO2-Emissionen ist und eine treibende Kraft der Klimakrise darstellt. Nicht zuletzt deshalb ist es begrüßenswert, wenn sich auch die großen Lebensmittelkonzerne nachhaltigeren Alternativen zuwenden.

Dennoch ist abzuwarten, auf welche Art die neuen Formen von Fleisch produziert werden und wie konsequent diese einem Nachhaltigkeitsgedanken folgen. Denn Alternativen sind nicht zwingend automatisch besser, zum Beispiel wenn diese mit sehr hohem Stromverbrauch, langen Transportwegen oder ähnlichem verbunden sind. Eine Vermeidung von Tierleid ist zudem auch bei kultiviertem Fleisch bislang noch nicht ganz möglich.

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