Öko-Test Adventskalender: Fast alle mit Mineralöl belastet

Öko-Test: Mineralöl in Adventskalender
Foto: © Öko-Test

Öko-Test hat 20 Adventskalender bekannter Marken auf Mineralöl-Rückstände untersucht. Das Ergebnis ist gar nicht weihnachtlich: Die Schokolade aus nahezu allen Adventskalendern ist mit Mineralöl verunreinigt.

Der Adventskalender-Test ist alles andere als ein Fest: Öko-Test hat in der aktuellen Ausgabe (12/2018) Adventskalender bekannter Marken und Discounter einem umfangreichen Mineralöl-Test unterzogen. Während die Produkte bei gewöhnlichen Tests auch auf andere Schadstoffe untersucht werden, hat Öko-Test den Fokus dieses Mal auf Mineralöl gelegt. Und das aus gutem Grund: Bereits 2017 hat ein Test mit 40 Schokoladentafeln gezeigt, dass alle Tafeln mit Mineralöl-Rückständen belastet waren. Und wie steht es um die Schokolade in Adventskalendern? „Wie die Tafel, so das Türchen“, fasst Öko-Test das Ergebnis zusammen…
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Öko-Test: Kein Adventskalender ohne Mineralöl

Das Ergebnis ist eindeutig: Die Schokolade in jedem geprüften Adventskalender enthält Rückstände von Mineralöl. Bei manchen Adventskalendern sind es nur geringe „Spuren“ – sie beanstandet Öko-Test nicht. Bei anderen Kalendern ist die Konzentration an Mineralöl deutlich höher.

Die Ergebnisse von Öko-Test im Überblick:

  • Nur zwei Adventskalender kann Öko-Test empfehlen (Utopia empfiehlt diese aber nicht – mehr dazu unter „Tipps zum Kauf“). Ganz frei von Mineralöl sind sie zwar nicht. Sie enthalten aber nur noch Spuren von Mineralöl.
  • Stark mit Mineralöl verunreinigt ist u.a. der Douceur-Adventskalender von Penny. Die Konzentration ist so hoch, dass der Adventskalender bei Öko-Test durchgefallen ist.
  • Nicht alle Discounter-Adventskalender sind so stark belastet: Die Schokolade im Kalender eines anderen Discounters hat deutlich besser abgeschnitten.
  • Bio-Schokolade im Adventskalender ist keine Garantie für mineralölfreie Schokolade. Zwei Adventskalender mit Bio-Siegel sind durchgefallen, darunter der Alnatura-Adventskalender.

Drei Adventskalender enthalten besonders viel Mineralöl

Besonders alarmierend am Test-Ergebnis: Hinter einigen Adventskalender-Türchen lauern aromatische Kohlenwasserstoffverbindungen (MOAH). Einige dieser Verbindungen gelten als krebserregend und sollten sich laut des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) gar nicht in Lebensmitteln befinden. In drei untersuchten Adventskalendern fand das Labor MOAH, darunter in der Schokolade des Kalenders von Windel. Hier stellten die Experten auch eine deutlich erhöhte Konzentration von MOSH/POSH-Rückständen fest.

MOSH, POSH, MOAH: Wie bedenklich sind sie?

  • MOSH/POSH können sich in den Organen anreichern. In Tierversuchen hat sich gezeigt, dass MOSH u.a. Leberschäden hervorrufen, so das BfR. Welche Auswirkungen POSH haben, ist bislang nicht ausreichend untersucht worden.
  • MOAH können krebserregende Verbindungen

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Wie gelangt Mineralöl in die Adventskalender?

Schokolade ist häufig mit Mineralöl verunreinigt, weil sie in Kartonverpackungen aus Altpapier transportiert wird. Dieses enthält mineralölhaltige Druckfarben, die auf die Schokolade übergehen. Zudem bestehen viele Jutesäcke, in denen die Kakaobohnen transportiert werden, aus geölten Fasern. Eine weitere Quelle für Mineralöl sind die Maschinen, die zur Ernte und Verarbeitung der Kakaobohnen eingesetzt werden.

Öko-Test: Tipps zum Kauf

Öko-Test rät dazu nur die Adventskalender zu kaufen, die im Test mit „sehr gut“ abgeschnitten haben. Das ist einmal der Lindt Hello Adventskalender Mini Emotis und der Die Besten von Ferrero Adventskalender Doch Vorsicht: Auch diese enthalten Spuren von Mineralöl (MOSH/POSH). Zudem sind beides konventionelle Adventskalender: die Schokolade ist weder Bio- noch Fairtrade-zertifiziert, dabei ist es besonders bei Schokolade wichtig, dass die Kakaobohnen aus verantwortungsvollem Anbau stammen.

Unsere Empfehlung: Das Gefahrenpotenzial von Mineralöl-belasteten Adventskalender ist unklar. Wer sich oder seine Kinder dem vorsichtshalber nicht aussetzten möchte, muss (leider) gänzlich auf Schoko-Adventskalender verzichten. Denn eine Belastung mit Mineralöl lässt sich bei keinem Hersteller ausschließen. Die Alternative: Adventskalender selber basteln – 5 nachhaltige DIY-Ideen.

Alle Details findest du in der Ausgabe 12/2018 von Öko-Test sowie online auf www.ökotest.de.

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(1) Kommentar

  1. Meine Herren,

    habe heute mal wieder etwas länger hier auf Utopia gestöbert – bezieht sich also nicht nur auf diesen Bericht hier: WAS kann man denn überhaupt noch bedenkenlos essen, ohne daraus eine Odyssee & Wissenschaft zu machen?

    Wir stellen seit Monaten peut a peut um; doch für gesundes & nachhaltiges Einkaufen komme ich mir inzwischen fast wie ein Eichhörnchen vor – die brauchen auch einen Tag für ein paar Nüsse. Will heißen, es ist nicht nur teurer (was es uns wert ist), sondern kostet auch echt Zeit.

    Vielleicht sollte man sich echt überlegen, sich einen alten stillgelegten Bauernhof suchen und lieber selber anbauen, wie meine Eltern vor 40 Jahren ..

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