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Honig: Öko-Test findet Pestizide, Gentechnik und Dreck

Foto: CC0 Public Domain – Unsplash/ Arwin Neil Baichoo

Öko-Test hat mehrmals Honig getestet, und das Ergebnis zeigt: Sowohl Bio-Honig als auch konventionell hergestellter kann mit Schadstoffen belastet sein. Im neusten Test fielen sechs Produkte durch.

Honig ist ein seit Jahrtausenden bekanntes Süßungsmittel. Weil es ein natürliches Produkt ist und die Bienen sich bei ihrer Blumenwahl nicht lenken lassen, gibt es aber immer wieder Probleme mit Rückständen von Pestiziden und Rückständen von gentechnisch veränderten Pollen im Honig.

Leider ist das auch bei Bio-Honig so. Bio-Imker müssen ihre Bienenvölker zwar dort aufstellen, wo im Umkreis von drei Kilometern hauptsächlich ökologische Landwirtschaft betrieben wird. Doch die Bienen fliegen bis zu zehn Kilometer weit. So kann es passieren, dass sie sich auch an nicht ökologischen Blüten bedienen.

2022: 6 Honige fallen bei Öko-Test durch

Für den Test hat Öko-Test 19 Honige untersucht, bevorzugt Bio-Blütenhonige aber auch konventionelle Produkte. Die Honige wurden anschließend diversen Laboranalysen unterzogen und auch verkostet.

Das Ergebnis: Insgesamt schnitten acht Bio-Honige „sehr gut“ ab, darunter der dm Bio Akazienhonig (Preis: 8,90 Euro je 500 Gramm). Drei erhielten die Note „gut“, zwei die Note „befriedigend“. Unter den übrigen sechs „mangelhaft“ bis „ungenügend“ getesteten Produkten befinden sich drei konventionelle Produkte.

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Öko-Test findet Dreck in Lagnese-Honig

Über ein Laborergebnis staunten die Tester:innen besonders: Im Flotte Biene Bio-Blütenhonig von Langnese (kostet 6,58 Euro je 500 Gramm) wurde ein „bräunlicher Untergrund“ gefunden. Dabei handelte es sich um „starke Verunreinigungen“ – oder kurz gesagt Dreck. Wie dieser Schmutz in den Honig gelangt ist, ist unklar. Die übrigen Produkte im Test waren nicht mit Schmutz verunreinigt.

„Hätte nicht als Honig verkauft werden dürfen“

Zuckersirup ist günstiger als Honig und wird deshalb oft verwendet, um Honig zu strecken. Erlaubt ist das nicht – aber Zucker im Honig ist auch schwer nachzuweisen, weil Honig zu großen Teilen aus Zucker besteht. Öko-Test hat ein neuartiges Analyseverfahren anwenden lassen, um die Rückstände zu identifizieren. Betroffen waren zwei Produkte, darunter der Rapshonig der hessischen Imkerei Högler (7,59 Euro pro 500 Gramm). Dieser trägt auch die Bezeichnung „Echter Deutscher Honig“, er muss also den Richtlinien des Deutschen Imkerbundes genügen und von einem Mitglied des Bundes produziert worden sein.

Dass der Honig bewusst mit Zuckersirup gestreckt wurde, können die Tester:innen aber nicht mit Sicherheit sagen. Die Rückstände könnten auch aus der Zufütterung von Bienen stammen. Öko-Test stellt trotzdem klar: „Unter dem Namen Honig hätte keines der beiden Produkte verkauft werden dürfen.“ Beide Honige fielen mit „mangelhaft“ (Högler) beziehungsweise „ungenügend“ (Lagnese) durch.

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Weitere Mängel im Honig-Test

  • Im Blüten Honig cremig von Dennree (4,79 Euro für 500 Gramm) fanden die Tester:innen unter anderem erhöhte Werte an Hydroxymethylfural (HMF), das auf längere Erwärmung oder schlechte Lagerung hindeutet. Öko-Test interpretierte dies als Mangel in der Naturbelassenheit.
  • Ein als „Akazienhonig“ ausgelobtes Produkt enthielt weniger Akazienpollen als vorgesehen (nur 5 Prozent).
  • Außerdem fand das Labor in einem (konventionellen) Produkt Pollen mehrerer gentechnisch veränderter Pflanzen.
  • Ein weiterer Honig ohne Bio-Siegel enthielt offenbar Reste von Spritzmitteln, zwei davon in Mengen, die Öko-Test als „erhöht“ bezeichnet. Eine der Substanzen (Thiacloprid) ist als „vermutlich krebserregend“ eingestuft.

Die vollständigen Testergebnisse findest du in der Öko-Test Ausgabe 11/2022 sowie auf Öko-Test.

2017: Öko-Test findet Gentechnik-Rückstände und Glyphosat in Honig

Auch 2017 hat Öko-Test die Qualität von Honigprodukten getestet: Zwanzig Marken, davon neun in Bio-Qualität, hat das Verbrauchermagazin im Labor untersucht. In sieben konventionellen Honigmarken fand Öko-Test Pollen-Rückstände von gentechnisch verändertem Soja oder Raps. Beim Bio-Honig konnten nur im Bio-Wildblütenhonig von Basic Rückstände gentechnisch veränderter Pflanzen nachgewiesen werden.

Varroamilbe, Glyphosat und natürliche Gifte

Ein großes Problem für Imker ist die Varroamilbe. Das Arzneimittel Amitraz bekämpft die Milbe zwar, doch laut EG-Öko-Verordnung darf das Bekämpfungsmittel in Bio-Honig nicht verwendet werden. Dennoch entdeckte Öko-Test Rückstände von Amitraz in zwei Bio-Produkten: im Rapshonig von Allos und dem Manukahonig von Walter Lang.

Dass bei diesen Produkten Glyphosat-Rückstände vorkommen können, ist nichts Neues – umso erfreulicher, dass Öko-Test nur in vier der getesteten 20 Marken Rückstände von Glyphosat fand. Nur eine wegen Glyphosat gescholtene Honig-Marke davon lag in Bio-Qualität vor: Der 60 Euro teure Manukahonig von Walter Lang.

Bei sechs Honigsorten fand Öko-Test die natürlichen Pflanzengifte Pyrrolizidinalkaloide (PA) in erhöhten Mengen, darunter sind auch zwei Bio-Honige: Der Wildblütenhonig von Basic und der Manukahonig von Walter Lang. Einige dieser natürlichen Gifte gelten als leberschädigend und krebserregend.

Honig bei Öko-Test: Sieger und Verlierer

Insgesamt fünf Honig-Marken schneiden bei Öko-Test mit „sehr gut“ ab. Darunter drei Bio-Marken: Die Akazienhonige von Alnatura, dm Bio und Rewe Bio. Bei den konventionellen Honigmarken bewertet Öko-Test den Akazienhonig von Bihophar und den Rapsblütenhonig von Breitsamer mit „sehr gut“.

Drei Bio-Honig-Marken erhalten die Note ungenügend: Der Rapshonig von Allos, der Wildblütenhonig von Basic und der Manukahonig von Walter Lang. Die bekannte „Flotte Biene“ von Langnese wird mit einem „mangelhaft“ bewertet. Bei den konventionellen Produkten fiel der „Goldlang Blüten Honig Sommer- & Winterblütenhonig“ von Aldi Süd mit „ungenügend“ durch. Die Tester stellten erhöhte Glyphosatwerte fest und konnten gentechnisch veränderte Bestandteile finden: Roundup Ready Soja und und Roundup Ready2Yield Soja von Monsanto.

Zum Test: Den vollständigen Öko-Test Honig findest du in Öko-Test 10/2017.

Mit „ungenügend“ getestet: Honig von Aldi Süd (Foto: Utopia)

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