Ökofonds im Test: mehr als die Hälfte der Mischfonds nur „Mogelpackung“

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Ökofonds versprechen eine nachhaltige Geldanlage – welche Aktien im Fonds sind, bleibt aber oft verborgen. Öko-Test kritisiert bei jedem dritten grünen Mischfonds mangelnde Transparenz. Für Anleger ist oft unklar, in welche Firmen der Fonds investiert.

Wer angesichts mangelnder Zinsen sein Geld in Mischfonds anlegt, sollte auf grüne Fonds setzen. Die Fondsmanager von Ökofonds versprechen eine nachhaltige Geldanlage – welche Aktien im Fonds sind, bleibt aber oft verborgen. Öko-Test kritisiert bei jedem dritten grünen Mischfonds mangelnde Transparenz. achten darauf, dass Geld nur in nachhaltige und umweltfreundliche Unternehmen investiert wird. Keine Atomenergie, keine Rüstungsindustrie, nur ressourcenschonende Unternehmen. Soweit die Theorie nachhaltiger Geldanlage, denn in der Praxis gibt es viele Ausnahmen…

Ökofonds bei Öko-Test: vier grüne Mischfonds Testsieger

Das Ergebnis von Öko-Test ist ernüchternd: Von 30 grünen Mischfonds sind gerade einmal vier uneingeschränkt empfehlenswert und erhalten die Note „sehr gut“.

  • Ökoworld Rock N Roll Fonds (von Ökoworld Lux)
  • C-Quadrat Absolute Return ESG Fund (von Raiffeisen Kapitalanlage)
  • H & A PRIME VALUES Growth (von Gutmann Kapitalanlage)
  • Steyler Fair und Nachhaltig Stiftungsfonds (von Warburg Invest)

Allerdings sind die Verwaltungsgebühren vieler grüner Ökofonds sehr hoch, und oft kommt noch eine erfolgsabhängige Prämie hinzu. Zudem gibt es keine Garantie, dass die Top-Mischfonds auch eine ansehnliche Rendite erwirtschaften. Im Gegenteil: Zwei der vier Testsieger haben im letzten Jahr sogar Verlust gemacht. Deshalb sollten sich Anleger die einzelnen Fonds genau ansehen.

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Grüne Fonds mit Atomenergie und Gentechnik?

Die Mischfonds-Flops im Ranking von Öko-Test haben unter den grünen Mischfonds eigentlich nichts verloren: Diese „grünen Fonds“ investieren in Atomenergie und Gentechnik, sie setzen auf fossile Energien und Unternehmen mit umweltschädlichem Verhalten und haben Unternehmen im Portfolio, die nachweislich Kinderarbeit unterstützen und gegen die Menschenrechte verstoßen.

Die Analyse zeigt, dass die Bezeichnung „grüne Mischfonds“ noch längst keine Garantie für eine nachhaltige Geldanlage ist. Unterm Strich entpuppten sich 60 Prozent der grünen Fonds „mehr oder weniger als Mogelpackung“, so das Fazit von Öko-Test. Anleger sollten sich daher die Unternehmen und Staatsanleihen im Ökofonds-Portfolio genau anschauen.

Ökofonds: mangelnde Transparenz bei Mischfonds

Damit Anleger überhaupt erkennen können, nach welchen Kriterien ein grüner Mischfonds investiert, gibt es für jeden grünen Fonds ein Nachhaltigkeitsprofil beim Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG). Doch gerade einmal jedes dritte Profil ist auch aktuell, schreibt Öko-Test in der Oktober-Ausgabe. Viele Nachhaltigkeitsprofile seien schon längst veraltet und die Mischfonds verfolgen beispielsweise nun eine andere Anlagestrategie.

Lies auch: Forum Nachhaltige Geldanlagen: Was hinter dem FNG-Siegel steckt

Grüne Bank: Triodos-Fonds „gut“

Die Triodos-Bank war die einzige grüne Bank, von der Öko-Test einen Misch-Ökofonds geprüft hat. Grundsätzlich ist eine Geldanlage bei einer grünen Bank besser als bei einer anderen, da hier auch die Gewinne der Bank nachhaltig verwendet werden.

Öko-Test bewertete den Mischfonds aber nur mit „gut“, da er Anleihen von unfreien Staaten gemäß Freedom House nicht ausschließt und sich unter den zehn größten Werten die ING Groep befindet. Sie ist unter den weltweit größten Kreditgebern zur Förderung/Verbreitung kohleintensiver fossiler Brennstoffe.

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