Öko-Test: Welche Kindermatratze ist die beste?

Mädchen schläft auf Kindermatratze
CC0 Public Domain / pixabay.de

Je nach Alter schlafen Babys und Kinder zwischen 10 und 17 Stunden täglich. Ganz klar: Da ist es wichtig, eine gute und schadstofffreie Matratze zu haben! Aber: Welche Kindermatratze ist die Richtige? Öko-Test hat getestet und gibt zwei Kindermatratzen die Note „sehr gut“.

Kindermatratzen im Test

Kindermatratzen werden immer wieder mit dem plötzlichen und unerwarteten Tod von Babys in Verbindung gebracht. Deshalb ist es wichtig, dass Eltern sich ganz genau informieren, welche Matratze auch wirklich sicher ist. Zu weiche Matratzen sowie Kissen und Kuschelnester im Bett gelten als Risikofaktor. Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch die neu entwickelte Europäische Norm „DIN EN 16890“: Kinder sollen sich nicht im Bett einklemmen, strangulieren oder Kleinteile verschlucken können.

Öko-Test hat 15 Produkte auf die Einhaltung der neuen Norm und auf enthaltene Schadstoffe getestet. Außerdem hat er die Matratzen einem Praxistest unterzogen. Zwei Kindermatratzen haben dabei die Note „sehr gut“ erhalten, drei die Note „gut“.

Kindermatratzen: Die Test-Sieger von Öko-Test

Test-Sieger sind diese beiden Matratzen, sie erhielten von Öko-Test das Gesamturteil „sehr gut“:

  • „Baby- und Kindermatratze Maja“ von Paradies (ca. 140-180 Euro, erhältlich über otto.de** oder Amazon.de**)
  • „Ravensberger Kinderbettmatratze HR Kaltschaummatratze“ (ca. 90-100 Euro, erhältlich über Amazon.de**).

Die drei Matratzen, die mit einem „gut“ aus dem Test hervorgegangen sind, haben in Sachen Schadstofffreiheit die volle Punktzahl bekommen, sie weisen lediglich im Praxistest leichte Mängel auf. Hier die Matratzen mit dem Testurteil „gut“ im Einzelnen:

  • „Kindermatratze Frederic“ von Dormiente (ca. 180-200 Euro, erhältlich über Amazon.de**)
  • „Hevea Kindermatratze“ von Allnatura (ca. 200 Euro, erhältlich über Allnatura.de**)
  • Kindermatratze Kokos von Lonsberg (ca. 150 Euro, erhältlich über hans-natur.de**)

Zwei Matratzen haben den Test immerhin noch mit einem „befriedigend“ bestanden:

  • Babymatratze „Luna Night“ von Julius Zöllner (ca. 90-100 Euro, erhältlich über mytoys.de** und Amazon.de**)
  • „Kindermatratze Lara Plus“ von Prolana (ca. 150-160 Euro, erhältlich über Amazon.de**)

Hier gibt’s den Test im Detail:

Gefährliche Werbeversprechen

Zwei Matratzenhersteller werben mit dem Versprechen, dass die Wahrscheinlichkeit einer CO2-Rückatmung oder einer Sauerstoffmangelversorgung bei Kindern, die in Bauchlage schlafen, bei diesem Produkt reduziert wird. Die integrierten senkrechten und waagerechten Luftkanäle im Inneren der Matratze sollen dafür sorgen, dass Babys im Schlaf besser mit Sauerstoff versorgt sind. Die Hersteller konnten auf Nachfragen von Öko-Test jedoch keine Beweise für die angepriesene Wirkung liefern. Für Öko-Test fällt dieses Versprechen unter den Begriff fragwürdige Werbung, die Produkte wurden deutlich abgewertet.

Für dich wichtig zu wissen: Eltern sollten sich hier keinesfalls in Sicherheit wiegen. Die Werbeversprechen sind wissenschaftlich in keinster Weise nachweisbar. Egal welche Matratze: Säuglinge und Babys sollten generell nicht in Bauchlage schlafen!

Wenn du diese Tipps beachtest, schläft dein Baby sicher und das Risiko am plötzlichen Kindstod zu sterben, ist um ein Vielfaches geringer: So schläft dein Baby sicher!

Sicherheitsmängel bei Kinder-Matratzen

Im Praxistest von Öko-Test zeigte sich: Einige der Matratzen sind zu groß für die gängigen Maße der Kinderbetten. Die gute Nachricht: Im aktuellen Test war jedoch keine der getesteten Matratzen zu klein. Das ist wichtig, denn Kinder könnten sich sonst im Spalt beim Spielen und Hüpfen im Bett zwischen Bett und Matratze einklemmen.

Ein paar der Matratzen hatten aufgeklebte Etiketten. Eine Gefahr für kleine Kinder! Werden diese abgeknibbelt, können sie Mund, Nase oder Ohren verkleben. Solltet ihr eine Matratze mit aufgeklebten Etiketten haben: Bitte unbedingt entfernen!

Eine besonders clevere Idee hatten die Designer von Ikea: Der Bezug hat keinen richtigen Anfasser am Reißverschluss. Öffnen lässt sich der Verschluss nur mit einer Büroklammer. So können Kleinkinder nicht an die Matratzenfüllung kommen und diese versehentlich verschlucken.

Kleine Kinder brauchen viel Schlaf
Kleine Kinder brauchen viel Schlaf (CC0 Public Domain / pixabay.de)

Schadstoffe: Auf der sicheren Seite

Im Vergleich zum Test vor zwei Jahren sind inzwischen fast alle Matratzen völlig oder nahezu frei von Schadstoffen. Nur eine Matratze weist eine deutliche Schadstoffbelastung auf. Die Matratze „Larino Duo mit Wabenstruktur“ von Alvi (145 Euro) enthält das giftige Halbmetall Antimon, eine halogenorganische Verbindung, um das Material „antimikrobiell“ zu machen. Antimon soll die Vermehrung von Bakterien und Pilzen hemmen.

Einige der Hersteller sind noch mitten in der Umstellung auf die Verwendung von antimonfreien oder antimonreduzierten Vliesen. Die neuen Produkte erkennt ihr an den entsprechenden Hinweisen („Bezug antimonfrei“ oder „antimonreduziert“).

Welches Material eignet sich für Kindermatratzen?

Baby- und Kindermatratzen gibt es aus unterschiedlichem Material: Polyurethanschaum, Naturlatex, Latexkokos, Kaltschaum und Schaumstoff. Das Material alleine sagt nichts über die Qualität der Matratze aus. Lediglich bei günstigem Schaumstoff ist Vorsicht geboten.

Tipps für den Kauf einer Kindermatratze

  • Die Matratze sollte eher hart sein. In einer weichen Matratze kann das Kind leicht versinken. In bestimmten Schlafpositionen besteht dann die Gefahr einer lebensgefährlichen CO2-Rückatmung.
  • Die Matratze sollte gut in das Kinderbett passen. Zwischen Matratzenrand und Bettrahmen sollten nicht mehr als zwei Fingerbreit Platz sein.
  • Antimikrobielle Matratzen sind unnötig und können sogar schädlich sein, da sie keimtötende Stoffe enthalten. Bezeichnungen wie „Medicott Silver“ oder Medicott Silverguard“ geben Hinweis auf eine antimikrobielle Ausrüstung.
  • Die Matratze sollte einen abnehmbaren und waschbaren Bezug haben.

⇒ Wichtig zu wissen: Eltern, die nachhaltig denken, greifen gerne auf gebrauchte Baby- und Kinderausstattung zurück. Bei Babymatratzen ist das allerdings keine gute Idee! Gebrauchte Kindermatratzen können unter Umständen von Pilzsporen und Keimen besiedelt sein.

Lies hierzu auch unseren Beitrag „Nachhaltig Schlafen: Die besten Hersteller, Produkte und Shops“.

So schläft dein Baby sicher!

  1. Babys sollten grundsätzlich auf dem Rücken schlafen. Die Bauchlage gilt als ein wesentlicher Risikofaktor für den plötzlichen Kindstod.
  2. Kissen und Tücher haben im Babybett nichts verloren. Dein Kind könnte darunter ersticken.
  3. Neue Matratzen sollten erst einige Tage an der frischen Luft ausgelüftet werden, bevor du sie ins Babybettchen legst.
  4. Das Zimmer, in dem das Baby schläft, sollte 16 bis 18 Grad warm sein.
  5. Am sichersten schlafen Babys im Elternzimmer in ihrem eigenen Bettchen oder einem ans Elternbett angebauten Babynest.
  6. Für Babys sind Schlafsäcke optimal.
  7. Britische Wissenschaftler haben festgestellt, dass ein Schnuller das Risiko des plötzlichen Kindstods um 90 Prozent senken kann.

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(1) Kommentar

  1. Macht bloß keine Werbung hier für ÖkoTest.
    Das ist so ein unseriöser Verein. Deren Test-Kriterien passen leider gar nicht zu Utopia-Lesern.

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