Aldi, dm, Frosch: Spülmittel enttäuschen bei Öko-Test

Öko-Test Spülmittel Aldi dm
Foto: Utopia

Wie effektiv sind Handspülmittel? Und wie gut vertragen sich die Inhaltsstoffe mit der Umwelt und unserer Gesundheit? Öko-Test hat 21 Spülmittel getestet – und kommt zu einem ernüchternden Ergebnis.

In so gut wie jedem Haushalt steht ein Handspülmittel, selbst wer eine Spülmaschine hat, muss manche Geschirrstücke ab und zu von Hand spülen. Viele Mittel enthalten jedoch problematische Stoffe, wie etwa bedenkliche Duftstoffe, Konservierungsstoffe und Tenside – all diese Stoffe landen im Abwasser und können nicht immer herausgefiltert werden.

Öko-Test hat sich für die aktuelle Juni-Ausgabe 21 Spülmittel genauer angesehen und die Inhaltsstoffe untersucht.

Mit dabei waren bekannte Marken, günstigere Eigenmarken von Supermärkten, Discountern und Drogerien sowie zwei Produkte aus Bioläden. Neben den Inhaltsstoffen prüfte Öko-Test auch, wie gut die Mittel verschiedene Flecken entfernen und wie viele Teller sie in einem Spülgang sauber bekommen.

Öko-Test empfiehlt nur ein Spülmittel

Das Ergebnis: Nur ein einziges Spülmittel erhielt die Note „gut“, alle anderen Produkte schnitten schlechter ab:

13 Spülmittel waren „befriedigend“ oder „ausreichend“ – zum Beispiel:

  • Alio Geschirrspülmittel Ultra Classic (Aldi Süd)
  • Denk mit Spülmittel Ultra Konzentrierte Formel (dm)
  • Frosch Himbeer Spül-Gel
Handspülmittel: Die Testergebnisse bei Öko-Test

Sieben Produkte fielen mit „mangelhaft“ oder „ungenügend“ durch. Darunter:

  • „Fit Original höchste Spülkraft“
  • Die beiden Öko-Spülmittel („Almawin Spülmittel Zitronengras Konzentrat“ und „Sodasan Ökologisches Spülmittel Lemon“). Das liegt allerdings auch daran, dass Öko-Test die Reinigungsleistung stärker gewichtet hat als die Inhaltsstoffe.

Das Problem: Wenn ein Spülmittel sehr gut in der Reinigungsleistung war, enthielt es viele kritische Schadstoffe. Andersrum waren Mittel mit unbedenklichen Inhaltsstoffen weniger effizient beim Spülen. „Ein schadstoffarmes Öko-Spüli das gut reinigt – ist das denn wirklich unmöglich?“ fragt Öko-Test.

Spülmaschine Geschirr
Öko-Test ging es vor allem um die Reinigungsleistung. (Foto: Pixabay / chefkeem)

Bedenkliche Inhaltsstoffe

Ein Blick auf die Inhaltsstoffe zeigt jedoch, dass Ökospülmittel für die Umwelt und Gesundheit die bessere Wahl sind – auch wenn sie mehr Arbeit beim Spülen bedeuten:

  • 17 von 21 Spülmittel enthalten sogenannte „Isothiazolinone“. Die Stoffe wirken als Konservierungsstoffe, sind jedoch allergieauslösend. In den Öko-Spülmitteln waren keine Isothiazolinone zu finden.
  • In 18 Produkten stecken PEG/PEG-Derivate: Sie dienen als Tenside oder Schaumbildner. Tenside im Spülmittel sind dafür zuständig Spreisereste abzulösen und Fette im Wasser zu binden. Das Problem: Sie machen die Haut durchlässiger für andere Stoffe – auch für Schadstoffe. Die beiden Öko-Spülmittel waren frei von PEG/PEG-Derivaten.
  • Außerdem kritisiert Öko-Test die enthaltenen Duftstoffe. Vier Produkte enthielten „Lilial“, ein Stoff der sich im Tierversuch als fortpflanzungsgefährdend erwiesen hat. Duftstoffe sind generell biologisch schwer abbaubar und lassen sich in Kläranlagen kaum herausfiltern.

Wegen der kritischen Inhaltsstoffe empfiehlt Öko-Test, beim Spülen Handschuhe zu tragen. Wer die Schadstoffe meiden will, kann auf die schwächeren Öko-Spülmittel zurückgreifen, oder aber Spülmittel selber machen.  Allerdings rät Öko-Test, dabei auf ätherische Öle zu verzichten. Auch die Duftstoffe von ätherischen Ölen bauen sich in Kläranlagen schlecht ab und können Wasserorganismen schaden.

Öko-Test Juni 2018
Aktuelle Ausgabe von Öko-Test. (Foto: © Öko-Test)

Mehr Informationen, der Testsieger und alle Details zum Test in der aktuellen Ausgabe von Öko-Test (Juni). 

Weitere Themen des Verbrauchermagazins: Discounter-Marken und Eigenmarken im Vergleich, Sonnencreme, Reiseversicherungen, umweltgerechtes Wohnen und vieles mehr.
Handspülmittel: Die Testergebnisse bei Öko-Test

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(4) Kommentare

  1. Von Ökotest erwarte ich definitiv andere Bewertungskriterien. Ich beobachte das jetzt seit langer Zeit kritisch und habe für mich beschlossen, dass ein Testsiegel von Ökotest für mich keine Aussagekraft mehr hat.

  2. Das Siegel von Ökotest ist auf sehr vielen fragwürdigen Produkten zu finden. Das ist höchst seltsam und regt zum Nachdenken an.
    Ich vertraue darauf nicht mehr.

  3. Ich kann den bisherigen Kommentaren nur voll zustimmen. Öko-Test fällt immer wieder durch merkwürdige Bewertungen ökoligischer Produkte auf.

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