Öko-Test Reis: Cadmium, Arsen und Pestizide

Fotos: Ökotest

Basmati, Langkorn und Natur: Öko-Test hat in der aktuellen Ausgabe Reis untersucht ­– und zwar gleich drei verschiedene Sorten. In vielen Produkten stecken Schadstoffe. Nur vier von 21 sind empfehlenswert.

Reis gilt als gesund – vor allem die Vollkornvariante. Doch häufig ist krebserregendes Arsen enthalten sowie weitere problematische Stoffe wie Cadmium, Mineralöl und Pestizidrückstände.

Öko-Test Reis: So wurde getestet

Für die Juli-Ausgabe von Öko-Test haben die Verbraucherschützer 21 Produkte untersucht. Jeweils sieben Basmati-, Parboiled-, Langkorn- und Vollkornreis-Produkte. Für 500 Gramm Reis hat Öko-Test zwischen 50 Cent und 3,97 Euro ausgegeben. Acht Produkte tragen ein Bio-Siegel.

Neben den bereits genannten Problemstoffe hat Öko-Test den Basmatireis zudem auf Echtheit geprüft: Denn nach dem britischen Code of Practice Basmati darf die Reissorte ihre Bezeichnung nur tragen, wenn der Fremdreisanteil maximal sieben Prozent beträgt. Zuletzt wurde der Reis auch verkostet: Von Öko-Test beauftragte Expert*innen haben Aussehen, Textur, Mundgefühl, Geruch und Geschmack geprüft.

Reis gesund
Reis: Nur vier Produkte kann Öko-Test empfehlen. (Foto: CC0 / Pixabay / allybally4b)
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In jedem getesteten Reis steckt Arsen

Das größte Problem bei Reis ist Arsen: Den krebserregenden Stoff hat Öko-Test in allen Marken im Test nachgewiesen, in den Basmatisorten allerdings nur in Spuren. Vor allem bei Natur- und Parboiled-Reis ist Arsen ein Problem: Es kommt natürlicherweise im Boden vor, gelangt aber auch durch Klärschlamm oder Phosphatdünger ins Grundwasser. Dagegen hilft: Reis vor dem Kochen einweichen, gut waschen und viel Wasser zum Kochen verwenden.

Mehr und Tipps für die Zubereitung: Reis und Arsen: Das musst du über das Halbmetall wissen

Auch Cadmium ist ein giftiges Schwermetall, das natürlich im Boden vorkommt und über die Wurzel in die Körner gelangt. Im Gegensatz zu Arsen kommt es aber nicht in allen getesteten Produkten vor und in vielen nur in Spuren. Bei zwei Sorten war der Wert allerdings erhöht.

Pestizidrückstände und Mineralöl im Reis

In fünf Reismarken kritisiert Öko-Test bedenkliche Pestizide. Vier davon enthalten nur Spuren. Der Globus Parboiled Natur-Reis hingegen enthält von den Verbraucherschützern als erhöht eingestufte Mengen des Pestizids Deltamethrin. Der Stoff ist giftig für Bienen und aus Öko-Test-Sicht daher besonders bedenklich.

Ein weiterer Problemstoff ist Mineralöl. Öko-Test fand Rückstände in unterschiedlichen Mengen in zehn Reismarken egal welcher Sorte. Dabei waren zwei Basmatireissorten sogar mit aromatischen Mineralölkohlenwasserstoffen (MOAH) belastet. Unter ihnen können auch krebserregende Verbindungen sein, schreibt Öko-Test. Woher das Mineralöl stammt, lässt sich nicht feststellen: Laut dem Verbrauchermagazin kann es durch Jutesäcke in den Reis gelangen, in denen dieser traditionell transportiert wird. Auch Kartonverpackungen und mineralölbasierte Druckfarben kommen in Frage.

Du solltest Reis waschen und einweichen, bevor du ihn kochst.
Mineralöl landet vermutlich über die Verpackung im Reis. (Foto: CC0 / Pixabay / congerdesign)

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Öko-Test Reis: Die Ergebnisse

Nur vier von 21 Reisprodukten sind laut Öko-Test empfehlenswert.

  • Unter den Testsiegern befindet sich der Alnatura Langkorn Reis parboiled. Er konnte sowohl bei den Inhaltsstoffen als auch bei der Sensorik überzeugen.
  • Der Oryza Naturreis Langkorn Vollkorn erhält die Note „befriedigend“. Er enthält ein Pestizid und erhöhte Werte für Arsen.
  • Ein schlechtes Ergebnis erzielte auch der Demeter-zertifizierte Reis von Davert. Im Langkorn Naturreis Vollkorn hat Öko-Test Arsen (stark erhöht) und Cadmium (erhöht) gefunden. Dafür gab es die Note „ausreichend“.
  • Erhöhte Werte Arsen, Mineralöl und das problematische Pestizid Deltamethrin kommen im Globus Parboiled-Naturreis vor. Der Reis fiel im Test mit der Note „ungenügend“ durch.
  • Auch der faire Bio-Reis von Gepa fällt bei Öko-Test durch. Der Grund sind „stark erhöhte“ Mineralöl-Werte und ein zu geringer Basmatianteil. Leider flossen Bio-Anbau und fairer Handel nicht in die Bewertung mit ein. Dann wäre das Testergebnis sicher besser ausgefallen.

Alle Details findest du in der Ausgabe 07/2020 von Öko-Test sowie online auf www.ökotest.de.

Utopia.de meint: Nicht alle Bio-Marken schneiden im Test gut ab – der fair gehandelte Reis von Gepa fällt sogar durch. Wir empfehlen dennoch zu fairem Bio-Reis zu greifen. Beim Anbau kommen keine synthetischen Pestizide zum Einsatz, was nicht nur besser für den Mensch ist, sondern auch für die Umwelt.

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(3) Kommentare

  1. Oh man, das ist gar nicht gut, wenn jetzt schon Naturprodukte immer häufiger mit giftigen Schwermetallen belastet sind. Ist das die Zukunft?

    Ich koche Reis immer mit genau so viel Wasser, wie er am Ende auch aufsaugt.
    Einmal aufkochen reicht. Das spart sehr viel Energie.
    Aber wenn ich das so lese, greife ich doch lieber zur Bio-Kartoffel aus dem eigenen Garten.
    Die sind sowieso viel gehaltvoller.
    Übrigens, Kartoffeltürme sind auch in urbaner Umgebung eine super Sache 😉

  2. Hallo Randolf,

    ich lasse den Reis einige Stunden in viel Wasser vorquellen. Das verkürtzt bei Vollkornreis die Kochzeit. Das Quellwasser kommt in den Garten, was ich nun überdenken muss.
    Zum Kochen nehme ich immer mehr Wasser, weil das Kochwasser dann für die Haarwäsche das Schampoo ersetzt und demnach einen Mehrwert hat.
    Aber auch das muß nun geprüft werden.
    Oh man…
    wir kaufen nur BIO-Reis aber sicher ist der auch nicht frei von den erwähnten Problemen.

  3. Hi Henry,
    das ist natürlich auch eine gute Methode, vor dem Aufkochen statt hinterher quellen zu lassen. Ich denke auch, dass dadurch besser die Giftstoffe „verwässert“ werden, aber auch Nährstoffe und Geschmack.
    Ja, aber wohin dann mit dem Wasser? Sondermüll, ab ins Abwasser oder wieder in unseren heimischen Kreislauf?
    Ein Membranfiltersystem wäre eine Möglichkeit, erzeugt aber auch wieder Sondermüll… Eine Endlosspirale!

    Den Erzeugern von Naturprodukten sei daher wärmstens empfohlen, weitestgehend nur noch mit Regenwasser zu gießen!