Öko-Test Veggie-Würstchen: durchwachsenes Ergebnis

Fotos: Öko-Test

Öko-Test hat vegetarische und vegane Würstchen für den Grill und die Pfanne getestet. Aber welche Bratwurst ist empfehlenswert? Geschmacklich konnten alle überzeugen, wegen problematischer Inhaltsstoffe fallen jedoch einige Würstchen durch.

Pünktlich zur Grillsaison hat Öko-Test 20 vegane und vegetarische Würstchen eingekauft, darunter einige Bio-Bratwürste. Die Fleischersatz-Produkte bestehen meist aus Tofu, Seitan, Sojaprotein oder Weizeneiweiß – in einem Fall sogar aus Algen. Für den zusätzlichen Geschmack greifen einige Hersteller zu umstrittenen Zusatzstoffen. Doch es gibt auch „gute“ Würstchen.

Vegane Bratwurst bei Öko-Test: Geschmack und Schadstoffe im Test

Sieben vegetarische und 13 vegane Würstchen hat Öko-Test gebrutzelt und von geschulten Sensorik-Fachleuten verkosten lassen. Doch nicht nur der Geschmack muss stimmen, sondern auch die Inhaltsstoffe sollten frei von kritischen Problemstoffen sein. Am Ende konnte Öko-Test einmal „sehr gut“ und viermal die Note „gut“ vergeben, acht Bratwürste sind durchgefallen.

Alle fünf Bratwürste mit „sehr gut“ oder „gut“ sind vegan und mit einer Ausnahme auch in Bio-Qualität. Unter ihnen befinden sich zum Beispiel die dm Bio Vegane Bratwürstchen („gut“), die vor allem aus Tofu, Wasser und Weizeneiweiß bestehen. Geschmacklich haben sie eine „deutliche Soja- und Bratnote“, erklären die Tester:innen und seien „deutlich würzig“. Öko-Test bemängelt bei den Bratwürstchen von dm lediglich, dass sie eine leicht erhöhte Menge an Mineralöl-Rückständen enthalten.

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Mineralöl-Rückstände in Veggie-Bratwürstchen

Der häufigste Kritikpunkt bei den veganen und vegetarischen Bratwürstchen im Test: Mineralöl. „18 der 20 Produkte waren mit gesättigten Mineralölkohlenwasserstoffen (MOSH) verunreinigt, vier davon in einer Menge, die wir als ‚stark erhöht‘ betrachten“, schreibt Öko-Test.

MOSH können sich in den Organen anreichern – mit bisher unbekannten gesundheitlichen Folgen. Besonders viele Mineralöl-Rückstände hat Öko-Test zum Beispiel in der Wheaty Seitan Thüringen Vegan („ungenügend“) nachgewiesen. Die Würstchen sind auch unter dem Namen „Wheaty Super Griller Vegan“ auf dem Markt erhältlich. Mineralöl kann über die Verpackung oder über Schmierstoffe bei der Produktion in die Würstchen gelangen.

Vegane Bratwurst
Vegane und vegetarische Bratwürstchen eignen sich zum Grillen oder Anbraten in der Pfanne. (Foto: CC0 Public Domain / Unsplash - LikeMeat)

In der Wurst Beyond Sausage Brat Original von Beyond Meat hat das Labor zusätzlich zu MOSH auch noch aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH) nachgewiesen. Sie stehen besonders in der Kritik, weil sich unter ihnen auch krebserregende Verbindungen befinden können. Die Bratwürstchen von Beyond Meat sind daher mit der Note „ungenügend“ durchgefallen.

Dass es besser geht, zeigen sechs Bratwürstchen im Test mit keinen Mineralölrückständen oder nur geringen Spuren. Dazu zählt zum Beispiel die Vegetarische Mühlen Bratwurst der Rügenwalder Mühle („befriedigend“). Sie ist seit Mai 2021 übrigens vegan.

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Veggie-Bratwurst mit Geschmacksverstärkern und Pestizid-Rückständen

Den Sensorik-Test bestehen alle Veggie-Würstchen im Test mit Bestnote. Für den guten Geschmack setzen einige Hersteller allerdings auf umstrittene Geschmacksverstärker. Öko-Test kritisiert unter anderem den Zusatz von Hefeextrakt, Aromen und zu viel Salz. Die Vegetarische Mühlen Bratwurst der Rügenwalder Mühle enthält zum Beispiel natürliches Aroma. Mit 2,1 Gramm Salz pro 100 Gramm hat sie gemeinsam mit einer anderen Wurst den höchsten Salzgehalt.

Die wenigsten Menschen dürften zu Bratwürstchen greifen, weil sie ein besonders gesundes Lebensmittel suchen. Trotzdem hat sich Öko-Test die Nährwertangaben der Würste angeschaut und (sofern möglich) den Nutri-Score berechnet. Das Ergebnis: zweimal A, einmal D, die übrigen erhielten ein B oder C.

Pestizide stecken in nahezu jedem zweiten konventionellem Fleischersatz-Würstchen. In einem Produkt, Like Meat Like Bratwurst („befriedigend“), hat Öko-Test sogar Rückstände von Chlorpropham nachgewiesen, das als potenziell krebserregend gilt. In Deutschland ist es verboten, aber über Zutaten aus dem Ausland können auch solche verbotenen Pestizide wieder auf unserem Teller landen (in diesem Fall könnten Soja oder Kokosfett die Quelle sein).

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Alle Details findest du in der Ausgabe 06/2021 von Öko-Test sowie online auf www.ökotest.de.

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